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Elektronische Patientenakte (ePA): Zugang soll durch leichteres Anmelden und Video-Identverfahren einfacher werden

Millionen Versicherte besitzen sie bereits – aber nutzen sie kaum: die E-Patientenakte. Dabei verspricht sie mehr Transparenz und Kontrolle über Untersuchungsergebnisse. Doch viele Patienten scheitern am Zugang.
04.08.2025 11:33
Aktualisiert: 04.08.2025 11:33
Lesezeit: 2 min

Elektronische Patientenakte (ePA): Einfacherer Zugang?

Die Techniker Krankenkasse bewertet den Start der E-Patientenakte als gelungen, fordert jedoch eine vereinfachte Handhabung für eine intensivere Nutzung. "Wir bekommen viele Rückmeldungen von Versicherten, dass sie den Registrierungsprozess für die ePA zu kompliziert finden", erklärte Vorstandschef Jens Baas der Deutschen Presse-Agentur. "Das möchten wir ändern." Baas bringt eine Identifikation per Video ins Spiel. Dafür müssten allerdings gesetzliche Hürden angepasst werden.

Seit Januar verfügen 70 Millionen der insgesamt rund 74 Millionen gesetzlich Versicherten über eine elektronische Patientenakte, die von ihren Kassen angelegt wurde. Dennoch nutzen viele diese E-Patientenakte nicht aktiv – etwa zur Einsicht eigener Daten oder zum Sperren sensibler Informationen. Dabei ist die Nutzung freiwillig: Wer sich einloggt, kann die ePA nutzen – muss es aber nicht. Für die erste Aktivierung ist eine Identifikation erforderlich – entweder mit einem elektronischen Personalausweis samt PIN oder mit der E-Gesundheitskarte inklusive PIN.

E-Patientenakte: Digitale Anmeldung nach Vorbild des Online-Bankings

Wie Baas erläuterte, möchte die Techniker Krankenkasse ein Videoident-Verfahren zur Anmeldung anbieten. Dieses Verfahren ist vollständig digital, erfordert keine PIN und ist vielen Menschen vom Online-Banking bekannt. Dabei zeigt man in einem Videochat einen Ausweis in die Kamera – Sicherheitsmerkmale werden überprüft. Dennoch gelten für die E-Patientenakte strengere Datenschutzstandards als beim Online-Banking.

Laut Baas loggen sich derzeit wöchentlich 70.000 Versicherte der TK in ihre E-Akte ein. Insgesamt hat die größte gesetzliche Krankenkasse elf Millionen elektronische Patientenakten eingerichtet, wovon 750.000 aktiv genutzt werden. Dass bereits eine Dreiviertelmillion aktiv sei, übertreffe die Erwartungen. Die ePA sei keine App für den täglichen Gebrauch, sondern werde vor allem bei Krankheit oder Arztbesuchen geöffnet.

E-Patientenakte auch ohne aktives Einloggen sinnvoll

Die Barmer meldete zuletzt 7,8 Millionen angelegte ePAs und rund 250.000 aktive Nutzer. Die elf AOKs verzeichnen bei 25,8 Millionen E-Akten etwa 200.000 Zugriffsberechtigte mit Gesundheits-ID. Die tägliche Praxisnutzung durch medizinisches Fachpersonal wird seit dem Start am 29. April schrittweise erweitert. Wöchentlich wurden zuletzt 40 Millionen E-Patientenakten in Kliniken, Apotheken und Praxen aufgerufen. Baas betont, die elektronische Patientenakte erfülle bereits ihren Zweck: medizinische Informationen zentral bereitzustellen. Auch bei rein passiver Nutzung der E-Patientenakte helfen automatisch gespeicherte Befunde, Laborwerte und Rezepte den Behandelnden.

Die Nutzung der E-Patientenakte ist freiwillig. Wer Daten beschränken will, muss selbst aktiv werden. Nur wer sich einloggt, kann definieren, welche Ärzte welche Inhalte in der ePA einsehen dürfen und welche nicht.

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