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Altersvorsorge Gen Z: Junge Menschen sorgen sich vor Armut im Alter

Die Generation Z spart, obwohl sie kaum Vertrauen in ihre Finanzkenntnisse hat. Viele hoffen noch auf die staatliche Rente, andere setzen längst auf Wertpapiere. Zwischen Unsicherheit, Eigeninitiative und fragwürdigen Tipps aus sozialen Medien zeigt sich, wie widersprüchlich junge Erwachsene beim Thema Altersvorsorge agieren.
12.09.2025 07:33
Lesezeit: 2 min
Altersvorsorge Gen Z: Junge Menschen sorgen sich vor Armut im Alter
Gen Z und Rente: Zwischen Vertrauen und Zweifel. (Foto: dpa) Foto: Sebastian Kahnert

Große Sorge vor Altersarmut in der jungen Generation

Eine Mehrheit junger Menschen sorgt sich um ihre finanzielle Sicherheit im Ruhestand. Viele sparen deshalb bereits fürs Alter. Doch zahlreiche Angehörige der Gen Z haben von Finanzen wenig Ahnung.

Fehlendes Wissen und Unsicherheit

Große Angst vor Altersarmut und oft geringe Kenntnisse über die Optionen zur privaten Altersvorsorge: In diesem Spannungsfeld bewegt sich die Gen Z. 83 Prozent der 18- bis 30-Jährigen machen sich Sorgen um ihre finanzielle Sicherheit im Ruhestand, wie eine Forsa-Umfrage für den Kreditkartenanbieter Visa und die Direktbank ING Deutschland ergab. Nur etwa jeder Zweite (52 Prozent) der 1.002 Befragten kennt sich nach eigener Einschätzung mit Finanzen aus.

Vertrauen in die gesetzliche Rente

Das Vertrauen in die gesetzliche Rente ist trotz aller Probleme der Rentenversicherung in der jungen Generation weiterhin weit verbreitet: Eine Mehrheit von 56 Prozent der Teilnehmer der Erhebung aus dem Juli erwartet, dass sie im Alter eine staatliche Rente erhalten wird. Knapp ein Drittel (31 Prozent) rechnet nicht damit.

Viele sparen schon fürs Alter

Immerhin: Von denjenigen, die nach eigener Aussage sparen oder Geld anlegen, tun dies 55 Prozent für die Altersvorsorge. Diesen Trend beobachtet auch die ING, die ergänzend zur Umfrage anonymisierte Daten von rund 1,16 Millionen jungen Kundinnen und Kunden ausgewertet hat. Ein Drittel davon besitzt ein Wertpapierdepot, knapp die Hälfte (45 Prozent) spart regelmäßig per Wertpapiersparplan – im Schnitt etwa 350 Euro im Monat. Der Großteil dieser Einzahlungen (88 Prozent) fließt in börsengehandelte Indexfonds (ETFs).

Anlagetipps von Freunden statt Bankberatern

Wichtigste Ratgeber der jungen Generation in Sachen Geldanlage sind mit Abstand Familie, Freunde und Bekannte. Empfehlungen von der Bank oder eine Bankberatung halten gut die Hälfte der Befragten für wichtig. Auf Finfluencer, die sich auf Social-Media-Kanälen wie YouTube, Instagram und Tiktok zu Finanzthemen äußern, verlässt sich etwa jeder Zehnte. Verbraucherschützer und Finanzaufsicht mahnen regelmäßig zur Vorsicht bei Anlagetipps in sozialen Medien.

Mangelhafte Vorbereitung in der Schule

Gut zwei Drittel (69 Prozent) der Befragten geben an, sich finanzielles Wissen selbst angeeignet zu haben. Von der Schule fühlen sich die wenigsten gut auf den Umgang mit Geld vorbereitet: Gerade einmal sechs Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, in der Schule zum Thema Finanzen ausreichend gelernt zu haben.

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