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Leo: Loewe Luxus-Kopfhörer kostet 100.000 Euro – geht der Plan des TV-Herstellers auf?

Der TV-Hersteller Loewe überrascht mit einer radikalen Neuausrichtung: Statt nur Fernseher setzt das Traditionsunternehmen auf Luxus-Kopfhörer, die Preise in ungeahnte Höhen treiben. Doch gelingt es Loewe, sich in einem umkämpften und globalisierten Luxusmarkt langfristig zu behaupten?
22.09.2025 16:32
Lesezeit: 2 min
Leo: Loewe Luxus-Kopfhörer kostet 100.000 Euro – geht der Plan des TV-Herstellers auf?
Der Kronacher TV- und Audiogerätehersteller Loewe präsentiert seinen ersten Kopfhörer im Luxussegment (Foto: dpa). Foto: Pia Bayer

Leo: Loewe setzt auf Luxus-Kopfhörer für 100.000 Euro – Abkehr vom Fernseher

Der TV-Hersteller Loewe richtet sein Geschäft mit neuen Angeboten jenseits des klassischen Fernsehens auf eine zahlungskräftige Kundschaft: Unter Leitung von Firmenchef Aslan Khabliev präsentiert das Traditionsunternehmen aus Oberfranken nun erstmals einen Loewe-Kopfhörer namens "Leo". Die Basisversion startet bei 1.300 Euro. Eine mit Edelsteinen verzierte Sonderedition soll nur in wenigen Einzelstücken in Zusammenarbeit mit dem US-Schmuck- und Uhrenproduzenten Jacob & Co entstehen, Preis je Stück etwa 100.000 Euro, wie Khabliev der Deutschen Presse-Agentur erklärte.

Khabliev übernahm Loewe Ende 2019 nach der zweiten Insolvenz innerhalb kurzer Zeit und will den TV-Hersteller Loewe aus seiner Rolle als reiner Anbieter von Fernsehern herausführen. Im Frühjahr kam bereits eine ebenfalls hochpreisige Kaffeemaschine auf den Markt. "Es wird kein Jahr ohne neue Produkte geben", so der Unternehmer. "Damit meine ich nicht neue Versionen unserer Fernseher." Welche Artikel folgen, sagte Khabliev nicht. Er kündigte jedoch eine Kooperation mit dem Münchner Modedesigner Philipp Plein an, einem bekannten Namen im Luxussegment.

Die Sonderauflage des Loewe-Kopfhörers wird nicht frei im Handel stehen, sondern nach Khablievs Angaben nur ausgewählten Kundinnen und Kunden privat angeboten. Abgesehen vom Statussymbol sollen die Luxus-Kopfhörer auch technologisch führend sein, wie der Loewe-Chef betonte – mit KI-Steuerung, besonders großen Treibern für die Klangübertragung, sowie fünf integrierten Mikrofonen etwa für Sprache und Geräuschunterdrückung.

Wachstum des Luxussegments ... doch Risiken bleiben

Das Kalkül hinter dem Schritt: Der globale Markt für Luxusgüter legte in den letzten zwei Jahrzehnten stark zu. Das Institut Sinus berechnete, dass sich die Umsätze mit Luxusartikeln von Autos über Juwelen bis Designer-Schuhwerk zwischen 2000 und 2020 von 100 auf 300 Milliarden Euro verdreifachten. Eine treibende Kraft dabei: wohlhabende Chinesen. Jährliche Untersuchungen der Allianz und anderer Institute zeigen, dass das weltweite Privatvermögen in allen Regionen weiterhin Jahr für Jahr zunimmt.

Ist die Strategie mit dem Loewe-Kopfhörer also frei von Risiken? "Auf den globalen Luxusmärkten steigt der Druck auf die Anbieter", sagt Sinus-Chef Manfred Tautscher. "China war lange ein enormer Motor, aber auch dort beginnt das Geschäft zu stagnieren." Zudem entwickelten chinesische Käufer zunehmend Markenpatriotismus, kaufen also öfter heimische Waren. "Nicht zwingend bei absoluten Luxusgütern, aber im Premiumsegment. Das erkennt man klar auf dem Automarkt." Er gehe davon aus, "dass das Potenzial für europäische Produzenten in der Unterhaltungselektronik begrenzt ist", so Tautscher. "Es reicht nicht, eine starke Marke zu besitzen, man muss auch technisch an der Spitze stehen."

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