Technologie

Verkehrswende: Fast jede zweite Kommune ohne E-Auto-Ladepunkte

In deutschen Kommunen klaffen große Unterschiede bei der E-Auto-Ladeinfrastruktur. Während manche Städte bestens versorgt sind, fehlt es vielerorts an öffentlichen E-Auto-Ladepunkten. Das hat Folgen für die Verkehrswende.
21.09.2025 14:55
Lesezeit: 1 min
Verkehrswende: Fast jede zweite Kommune ohne E-Auto-Ladepunkte
Ein Auto lädt an einer Ladesäule: In Deutschland fehlen in tausenden Kommunen E-Auto-Ladepunkte (Foto: dpa). Foto: Lars Penning

Fast jede zweite Kommune ohne E-Auto-Ladepunkte

Knapp 45 Prozent der Kommunen in Deutschland besitzen keine öffentlich nutzbare E-Auto-Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Dietmar Bartsch hervor. 4.923 der insgesamt 10.978 Kommunen in Deutschland haben demnach keinerlei öffentlich zugängliche E-Auto-Ladepunkte.

"Dass es in nahezu jeder zweiten Kommune im Land keine Lademöglichkeit für ein E-Auto gibt, ist ein peinliches Versagen der Verkehrswende", sagte Bartsch der "Rheinischen Post" (Freitag). Damit Menschen auf Elektromobilität wechseln, müsse neben Preis und Reichweite des Fahrzeugs auch die landesweite E-Auto-Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge "top" sein. "Wenn in den Bundesländern bis zu Dreiviertel der Kommunen ohne Ladepunkt sind, wird der ländliche Raum erneut inakzeptabel benachteiligt", betonte der Linken-Politiker.

Rheinland-Pfalz hat schwächste Ladeinfrastruktur

Bei größeren Orten mit mehr als 5.000 Einwohnern ist die Abdeckung deutlich besser als in kleinen Gemeinden: Dort sei fast jede Kommune (98 Prozent) "mit mindestens einem öffentlich zugänglichen Ladepunkt ausgestattet", so das Verkehrsministerium. In Berlin, Hamburg und Bremen sowie das Saarland und Nordrhein-Westfalen gibt es eine vollständige Ausstattung (je 100 Prozent). Am schlechtesten aufgestellt ist Rheinland-Pfalz: Lediglich rund jede vierte Kommune (26,5 Prozent) verfügt dort über öffentliche Ladepunkte.

Aus der Antwort des Ministeriums geht außerdem hervor, dass der Bund seit Beginn der staatlichen Förderung bis Ende Juli etwa 9,5 Milliarden Euro für die Förderung von E-Autos investiert hat. Dennoch gehe es "der deutschen Autoindustrie so schlecht wie nie", sagte Bartsch. "Eine Ursache ist die vernachlässigte E-Auto-Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen BYDFi im ausführlichen Test 2026

In deutschsprachigen Krypto-Foren hält sich eine Überzeugung besonders hartnäckig: Börsen ohne KYC-Pflicht sind unseriös, unsicher und...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie KI-Einsatz in Unternehmen: Warum der Produktivitätsschub ausbleibt
19.04.2026

Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant, doch die wirtschaftlichen Effekte bleiben bislang hinter den Erwartungen vieler Unternehmen...

DWN
Finanzen
Finanzen Chips als neue Anlageklasse: Wie GPUs die Finanzmärkte erobern
19.04.2026

Chips und Rechenleistung rücken zunehmend in den Fokus der Finanzmärkte, da Investitionen in KI-Infrastruktur massiv steigen. Kann die...

DWN
Politik
Politik Staatsschulden: Warum Deutschland über seine Verhältnisse lebt
19.04.2026

Deutschland steckt tief in der Wirtschaftskrise: kaum Wachstum, explodierende Sozialausgaben und eine Politik, die große Reformen scheut...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schweigepflicht im Job: Diese Regeln gelten wirklich
19.04.2026

Ein kurzer Plausch über den Arbeitsalltag wirkt harmlos, kann aber rechtliche Folgen haben. Denn nicht alles darf nach außen dringen....

DWN
Technologie
Technologie KI-Modelle im Visier von Nachahmern: OpenAI, Google und Anthropic bauen Kooperation aus
19.04.2026

Große KI-Unternehmen verstärken ihre Zusammenarbeit, um ihre Technologien vor unbefugter Nutzung und wachsender internationaler...

DWN
Panorama
Panorama Klimaschutz 2030: Deutschland drohen hohe Strafen
19.04.2026

Deutschland hat sein Klimaziel für das Jahr 2025 knapp erreicht, verliert jedoch deutlich an Geschwindigkeit. Die Treibhausgasemissionen...

DWN
Technologie
Technologie Künstliche Intelligenz außer Kontrolle? Forscherin warnt vor gefährlicher Entwicklung
18.04.2026

Künstliche Intelligenz wiederholt bereits bestehende Fehlinformationen und verstärkt vorhandene Ungleichheiten. Am gefährlichsten ist...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitsmarkt unter Druck: Kosten der Arbeitslosigkeit steigen dramatisch an
18.04.2026

Der deutsche Arbeitsmarkt steht unter erheblichem finanziellem Druck. Nach aktuellen Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und...