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Lufthansa-Piloten streiken: Aktie verliert deutlich

Die Lufthansa-Piloten haben sich in einer Urabstimmung klar für einen Streik ausgesprochen. Für die Fluggesellschaft droht damit ein erheblicher Betriebsstillstand, während die Aktien bereits deutlich nachgeben. Streitpunkt sind vor allem die Betriebsrenten der rund 4.800 Piloten, die die Gewerkschaft deutlich verbessern will.
30.09.2025 13:01
Lesezeit: 2 min
Lufthansa-Piloten streiken: Aktie verliert deutlich
Die Lufthansa-Piloten stimmten für einen Streik, Betriebsrenten stehen im Fokus, während die Konzernstrategie und Aktien unter Druck geraten. (Foto: dpa) Foto: Hannes P Albert

Piloten bei Lufthansa zum Streik bereit: Aktie verliert

Die Passagiere der Lufthansa <DE0008232125> müssen sich in den kommenden Wochen auf Streiks der Piloten einstellen. Bei einer Urabstimmung der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) stimmte eine deutliche Mehrheit der stimmberechtigten Mitglieder für einen Arbeitskampf, wie eine Sprecherin mitteilte. Die Lufthansa-Aktien hatten sich im Handel zuvor bereits schwach gezeigt und verloren zuletzt mehr als vier Prozent.

Noch kein konkreter Streiktermin

Ein konkreter Streikzeitpunkt wurde zunächst nicht genannt. Über das weitere Vorgehen soll die Tarifkommission der Gewerkschaft entscheiden. In der Vergangenheit hatte die Lufthansa bei umfassenden Pilotenstreiks fast das komplette Programm im betroffenen Zeitraum abgesagt.

Laut VC beteiligten sich 90 Prozent der Lufthansa-Piloten und 95 Prozent der Lufthansa-Cargo-Piloten an der Abstimmung. Sie unterstützten zu 88 Prozent beziehungsweise zu 96 Prozent den Arbeitskampf. Die Urabstimmung wurde damit angenommen.

Notwendig waren bei der Urabstimmung mindestens siebzig Prozent Ja-Stimmen der betroffenen Mitglieder in den Gesellschaften Lufthansa und Lufthansa Cargo. Enthaltungen und Nicht-Teilnahmen an der Abstimmung zählten als Nein-Stimmen. Zuletzt hatten die Piloten der Lufthansa im Jahr 2022 für einen Tag gestreikt.

Mehr Geld für Betriebsrenten?

In dem Tarifkonflikt geht es um die Betriebsrenten der rund 4.800 Pilotinnen und Piloten. Die Gewerkschaft war mit der Forderung nach einer Verdreifachung des Arbeitgeberanteils in die Verhandlungen gegangen und hatte dies dann im Verlauf von sieben Gesprächsrunden reduziert. Eine Einigung erzielte man jedoch nicht.

"Die Altersvorsorge ist ein zentrales Fundament der Lebensplanung für Pilotinnen und Piloten – mindestens genauso wichtig wie die gesetzliche Rente", erklärt der Sprecher der Tarifkommission, Arne Karstens. "Wir erwarten nun, dass Lufthansa die Signale der Belegschaft ernst nimmt und endlich ein verhandlungsfähiges Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vorlegt."

Die zuletzt defizitäre Lufthansa-Kerngesellschaft durchläuft gerade ein hartes Sanierungsprogramm. Ihr Chef Jens Ritter hatte erklärt, schlichtweg keine Mittel zu besitzen, um die "ohnehin schon sehr gute" betriebliche Altersvorsorge aufzustocken.

Strategie passt Piloten nicht

Am Montag hatte zudem der Lufthansa-Vorstand gegenüber Investoren seine Strategie bekräftigt, die kleineren Lufthansa-Flugzeuge und damit auch Piloten-Jobs in andere Flugbetriebe mit deutlich geringeren Lohnkosten zu verlagern. Bereits 2030 soll demnach rund die Hälfte der Kurz- und Mittelstreckenjets von Flugbetrieben außerhalb des Lufthansa-Kerns geflogen werden. Dazu hat der Konzern eigens die Betriebe Discover und City Airlines gegründet.

Gegen diese Strategie sperren sich intern die VC ebenso wie die Flugbegleiter-Vertretung Ufo, die ihre Tarifverhandlungen ebenfalls für gescheitert erklärt hat. Gegen strategische Unternehmensentscheidungen darf jedoch nicht gestreikt werden, da sie nicht Gegenstand von Tarifverträgen sind.

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