Finanzen

EZB-Zinsentscheid: Eurozone trotzt Zöllen und politischer Krise

EZB-Zinsentscheid: Die EZB hält an ihrer vorsichtigen Linie fest, während die US-Notenbank erneut überrascht. In Europa bleibt die Wirtschaft stabiler als gedacht – doch politische Spannungen und die Unsicherheit über die weitere Zinspolitik werfen Schatten auf die Konjunkturaussichten.
30.10.2025 14:22
Aktualisiert: 30.10.2025 14:22
Lesezeit: 1 min
EZB-Zinsentscheid: Eurozone trotzt Zöllen und politischer Krise
EZB-Leitzinsentscheid: Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), sitzt während einer Sitzung im Gebäude des Europäischen Parlaments. (Foto: dpa) Foto: Philipp von Ditfurth

EZB-Zinsentscheid: Eurozone bleibt stabil trotz Unsicherheiten

Für das laufende Jahr erwartet die EZB eine Teuerungsrate von 2,1 Prozent. Das läge nur leicht über dem Ziel der Notenbank von 2,0 Prozent. Zudem zeigt sich die Wirtschaft in Europa trotz höherer US-Zölle robuster als angenommen. Für Unruhe sorgt jedoch die politische Krise in Frankreich.

EZB-Leitzinsentscheid: Nach Zinspause keine neuen Impulse

Nach einer Serie von Zinssenkungen hatte die Notenbank bereits im Juli und September eine Pause eingelegt. Noch im Frühjahr 2024 lag der Einlagenzins, den Banken erhalten, wenn sie Geld bei der Notenbank parken, doppelt so hoch bei 4,0 Prozent. Seither sind auch die Sparzinsen spürbar gefallen.

EZB-Zinsen im Vergleich: Fed-Chef Powell verunsichert Märkte

Die Federal Reserve hingegen hatte im September erstmals seit Dezember 2024 wieder am US-Leitzins gedreht und ihn gesenkt. Auch am Mittwoch reduzierte der Zentralbankrat der Fed das Zinsniveau um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von nun 3,75 bis 4,0 Prozent.

Damit hatte eine breite Mehrheit von Volkswirten gerechnet – nicht jedoch mit einer Bemerkung von Fed-Chef Jerome Powell, die die Märkte erschütterte: "Eine weitere Senkung des Leitzinses bei der Dezember-Sitzung ist alles andere als sicher", sagte Powell. Analysten hatten mit einer weiteren Senkung zum Jahresende gerechnet. Unter den einzelnen Fed-Mitgliedern gebe es "weit auseinander driftende Ansichten" über das künftige Vorgehen, erklärte Powell.

Uneinigkeit beim aktuellen Beschluss

Schon bei der jüngsten Sitzung zeigte sich ein geteiltes Bild: Von den zwölf stimmberechtigten Mitgliedern votierten diesmal zehn für eine Senkung um einen kleinen Zinsschritt. Jeffrey Schmid vom Fed-Bezirk Kansas City plädierte überraschend für die Beibehaltung der bisherigen Zinshöhe. Stephen Miran, ein Vertrauter von Donald Trump, forderte dagegen erneut eine stärkere Senkung – ganz im Sinne des Präsidenten.

Dass eine weitere Zinssenkung nun nicht mehr als sicher gilt, dürfte Trump ärgern. Seit Monaten erhöht er den Druck auf Powell und andere Vorstandsmitglieder und verlangt Zinssenkungen – obwohl die Federal Reserve unabhängig von politischem Einfluss über die geldpolitische Ausrichtung entscheiden soll.

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