Wirtschaft

Wirtschaft in dauerndem Krisenmodus: Jedes dritte Unternehmen plant Stellenabbau

Eine aktuelle Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln zeichnet ein düsteres Bild für den Arbeitsmarkt: Mehr als ein Drittel der deutschen Unternehmen will im kommenden Jahr Personal abbauen, während nur ein kleiner Teil neue Stellen schaffen möchte. Die Ergebnisse unterstreichen, wie stark die anhaltende Konjunkturflaute auf Beschäftigung und Wachstum drückt.
03.11.2025 09:12
Lesezeit: 1 min
Wirtschaft in dauerndem Krisenmodus: Jedes dritte Unternehmen plant Stellenabbau
Ein Mitarbeiter hält ein Plakat mit der Aufschrift „30h-Woche bei vollem Lohn rettet Arbeitsplätze“ beim ersten Streik der Geschichte vor den Kölner Ford-Werken (Foto: dpa). Foto: Rolf Vennenbernd

Trüb ist die Stimmung laut der Umfrage vor allem in der Industrie: 41 Prozent der befragten Industrieunternehmen wollen Stellen abbauen, nur etwa jede siebte Industriefirma will neue Arbeitsplätze schaffen. Ein Stimmungsumschwung in den deutschen Unternehmen und eine Konjunkturwende mit einer ausgeprägten Aufschwungsqualität lasse sich nicht erkennen.

Wirtschaft in Dauerkrise

Nach zwei Jahren ohne Wirtschaftswachstum rechnen die Bundesregierung und Wirtschaftsinstitute für das laufende Jahr allenfalls mit einem Mini-Wachstum. Nach einem Minus im Frühjahr stagnierte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal.

Für das kommende Jahr erwartet die Bundesregierung ein Plus des Bruttoinlandsprodukts von 1,3 Prozent. Schub geben sollen vor allem die milliardenschweren Staatsausgaben für Infrastruktur, Klima und Verteidigung. Wirtschaftsverbände fordern aber mit Blick auf im internationalen Vergleich hohe Energiepreise und Steuern sowie steigende Sozialabgaben grundlegende Strukturreformen.

Umfrage: Aussichten weiter trübe

Die Geschäftserwartungen der Firmen für das Jahr 2026 lassen keinen spürbaren Aufschwung erwarten. Laut Umfrage des arbeitgebernahen IW sieht zwar ein Viertel der befragten Unternehmen eine höhere Produktion oder Geschäftstätigkeit als im Jahr 2025 - nahezu ein Drittel aber geht von einem Rückgang aus.

Schwierig bleibt die Lage vor allem für die Industrie. Die Produktionserwartungen sind der Umfrage zufolge auch für das kommende Jahr negativ. Die deutsche Industrie werde von Handelskonflikten, geopolitischen Verwerfungen und der damit einhergehenden schwächeren Weltwirtschaft übermäßig stark beeinträchtigt, so das IW. Dazu kämen etwa erneute Gefahren für die Rohstoff- und Materialversorgung sowie die geschwächte Wettbewerbsfähigkeit durch die hohen Energie-, Regulierungs- und Arbeitskosten. Auch die privatwirtschaftlichen Dienstleister gingen pessimistisch in das kommende Jahr. Dagegen habe sich die Geschäftssituation in der Bauwirtschaft deutlich verbessert.

Viele Firmen wollen weniger investieren

Die Dauerkrise hat Folgen auch für die Investitionen. Laut IW planen im kommenden Jahr 33 Prozent aller Firmen mit niedrigeren und nur 23 Prozent mit höheren Investitionsbudgets. Vor allem die langjährige Investitionskrise in der deutschen Industrie dürfte sich weiter verschärfen und die industrielle Basis weiter unter Druck kommen. Die Bundesregierung hatte steuerliche Entlastungen beschlossen mit dem Ziel, dass Firmen mehr investieren.

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