Wirtschaft

Maschinenbau im freien Fall – Aufträge brechen im September dramatisch ein

Alarmstufe Rot für Deutschlands Maschinenbauer: Nach einem äußerst schwachen September steuert die Branche auf ein Produktionsminus von fünf Prozent im laufenden Jahr zu. Laut Johannes Gernandt, Chefvolkswirt des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), leidet die exportorientierte Industrie weiterhin unter Nachfrageschwäche und Unterauslastung. Für Unternehmen und Beschäftigte zeichnet sich ein schwieriges Jahresende ab – die einstige Stärke der Branche gerät ins Wanken.
03.11.2025 13:35
Lesezeit: 1 min
Maschinenbau im freien Fall – Aufträge brechen im September dramatisch ein
Ein mit einem sogenannten „Autoclave“, einem riesigen Druckbehälter, beladener Schwertransporter biegt kurz nach dem Start um die erste Kurve (Foto: dpa). Foto: Bernd Thissen

Krisen im globalen Handel spiegeln sich wieder

Im September lagen die Auftragseingänge der Unternehmen nach Angaben des Verbandes bereinigt um Preissteigerungen (real) um 19 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats. Das lag zwar auch daran, dass ein Jahr zuvor Bestellungen für Großanlagen für Auftrieb gesorgt hatten, was sich so nicht wiederholte.

Dennoch werde sich die schwierige Situation für den Maschinen- und Anlagenbau "grundsätzlich erst auflösen, wenn die vielen Krisen im globalen Handel etwa rund um die US-Strafzölle gelöst werden und in Deutschland und Europa Reformen durchgeführt werden, die die Unternehmen wirklich entlasten", sagt Gernandt.

Bisherige Jahresbilanz negativ

Aus dem Inland gingen im September 5 Prozent weniger neue Bestellungen ein als ein Jahr zuvor, die Orders aus dem Ausland brachen um 24 Prozent ein. Auch im gesamten dritten Quartal blieb der Auftragseingang deutlich um 6 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Dadurch ist nun auch die Bilanz für die ersten neun Monate des laufenden Jahres mit real minus 1 Prozent negativ.

Personalabbau setzt sich fort

Konjunkturflaute und Handelshürden könnten auch Arbeitsplätze kosten: In einer Anfang Oktober veröffentlichten Erhebung des VDMA äußerte zwar mehr als die Hälfte der 877 befragten Unternehmen (55 Prozent) die Erwartung, dass sie ihre Stammbelegschaft in den nächsten sechs Monaten stabil halten können. Doch mehr als jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) sieht sich demnach zum Personalabbau gezwungen.

Zum 30. Juni dieses Jahres waren in Branchenunternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten insgesamt etwa 1,01 Millionen Menschen tätig, wie der VDMA im August auf Basis der amtlichen Statistik mitgeteilt hatte. Inklusive kleinerer Betriebe waren im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland nach jüngster Schätzung des Verbandes Ende 2024 mehr als 1,2 Millionen Menschen tätig

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