Politik

ADAC-Studie: So schlimm und teuer wären Brückensperrungen

Rund 8.000 Autobahnbrücken sind sanierungsbedürftig. Manchmal müssen sie kurzfristig gesperrt werden. Der ADAC hat für fünf errechnen lassen, wie teuer und schlimm das wäre.
07.11.2025 07:33
Lesezeit: 2 min

ADAC-Studie: So schlimm und teuer wären Brückensperrungen

Müssen marode Brücken gesperrt werden, ist das nicht nur für Autofahrer unangenehm, sondern auch sehr teuer – über die Kosten für Reparatur oder Neubau hinaus. Angesichts von rund 8.000 sanierungsbedürftigen Autobahnbrücken in Deutschland hat der ADAC am Beispiel von fünf großen Brücken in schlechtem Zustand die Auswirkungen berechnen lassen. Die volkswirtschaftlichen Schäden können demnach hunderte Millionen Euro betragen.

Konkret hat der Dienstleister PTV für den Verkehrsclub die Folgen für Brücken in Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen berechnet, die mindestens 100 Meter lang und mindestens 40 Jahre alt sind.

Hunderte Millionen Euro und Stunden gingen verloren

Die stärksten Auswirkungen unter den untersuchten Brücken gäbe es bei einer Sperrung in der Norderelbbrücke an der A1 in Hamburg. Pro Jahr läge der volkswirtschaftliche Schaden demnach bei 334 Millionen Euro. Zudem würde die Sperrung allein bei Pkw-Fahrern rund 150 Millionen zusätzlich gefahrene Kilometer und Zeitverluste von 14 Millionen Stunden bedeuten.

Dahinter folgt die Brücke über das Tal des Böllinger Bachs der A6 bei Heilbronn. Hier kommen die Berechnungen auf einen potenziellen volkswirtschaftlichen Schaden von 172 Millionen Euro. Allein Pkw-Fahrer müssten 140 Millionen zusätzliche Kilometer fahren und würden 5 Millionen Stunden verlieren.

Bei der Friedrich-Ebert-Brücke der A565 über den Rhein in Bonn rechnen die Experten mit einem volkswirtschaftlichen Schaden von 170 Millionen pro Jahr, zudem 50 Millionen zusätzlicher Kilometer und gut 8 Millionen Stunden Zeitverlust allein bei Pkw-Fahrern.

Bei der Donaubrücke Sinzing bei Regensburg errechnen die Experten einen potenziellen volkswirtschaftlichen Schaden von 75 Millionen Euro pro Jahr. Pkw-Fahrer müssten 47 Millionen zusätzliche Kilometer fahren und würden 3,5 Millionen Stunden verlieren.

ADAC fordert zügige Sanierung

Die niedrigsten volkswirtschaftlichen Schäden unter den untersuchten Brücken sieht der ADAC bei der Agra-Brücke in Leipzig. Diese gehört allerdings als einzige nicht zum Autobahnnetz, wird also weniger intensiv genutzt. Die Experten kommen daher auch nur auf einen potenziellen volkswirtschaftlichen Schaden von 14 Millionen Euro pro Jahr, 12 Millionen zusätzliche Kilometer und knapp eine Million verlorene Stunden.

Angesichts der hohen Zahl sanierungsbedürftiger Brücken fordert ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand, die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel aus dem Sondervermögen jetzt zu nutzen, um Sanierungen und Erneuerungen zu beschleunigen. „Mit jedem weiteren Jahr, das bei der Erneuerung einer Brücke ungenutzt verstreicht, steigen die Risiken für Folgeschäden und damit für starke Belastungen von Autofahrern, Anwohnern und Volkswirtschaft erheblich“, warnt er.

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