Politik

Recht auf Bargeld: Slowenien verankert Recht auf Barzahlung in Verfassung

Ungarn und die Slowakei haben es vorgemacht, nun zieht ein weiteres EU-Land nach. Slowenien stärkt das Bargeld – und hebt es auf die höchste Rechtsstufe.
03.12.2025 10:29
Lesezeit: 1 min
Recht auf Bargeld: Slowenien verankert Recht auf Barzahlung in Verfassung
In Slowenien hat das Parlament das Recht auf Barzahlung in der Verfassung verankert. (Foto: iStock/Credit: Igor Ilnitckii) Foto: Igor Ilnitckii

Nach Ungarn & Slowakei: Recht auf Bargeld kommt in die Verfassung

Das Parlament in Ljubljana hat beschlossen, das Recht auf Barzahlung ausdrücklich in der Verfassung zu verankern. Slowenien ist damit der dritte EU-Staat, der Bargeld verfassungsrechtlich schützt.

Der neue Verfassungsartikel stellt klar, dass jede Person das Recht hat, Bargeld für Bankgeschäfte und andere Rechtsgeschäfte zu verwenden, sofern dies im Rahmen der Gesetze geschieht. Die Änderung wurde am Montag im Parlament mit deutlicher Mehrheit angenommen: 61 von 90 Abgeordneten stimmten dafür, nachdem der Vorschlag bereits im November in erster Lesung gebilligt worden war.

Ausgangspunkt war eine Bürgerinitiative der Nichtregierungsorganisation „We Are Connected“, die 2023 mehr als 56.000 Unterschriften sammelte. Ihr Ziel: das Recht, mit Scheinen und Münzen zu bezahlen, dauerhaft abzusichern. Die Initiatoren argumentierten vor allem mit Datenschutz und Wahrung der Privatsphäre – in einem Land mit rund zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern, in dem digitale Zahlungen stetig zunehmen.

Bargeld bleibt für Bürger essenziell

Ganz ohne Grenzen bleibt das Bargeldrecht jedoch nicht. Eine EU-Vorschrift sieht vor, dass Barzahlungen nur bis zu einem Betrag von 5000 Euro angenommen werden dürfen. Daran ändert auch die nationale Verfassungsänderung nichts. Die Europäische Zentralbank (EZB) begrüßte dennoch das Ziel Sloweniens. Man unterstütze das „Kernziel, die Verfügbarkeit und Akzeptanz von Bargeld zu stärken“.

Dass Bargeld für viele Menschen weiterhin eine große Rolle spielt, zeigen Zahlen der EZB: 62 Prozent der Befragten im Euroraum gaben im Vorjahr an, dass ihnen die Möglichkeit zur Barzahlung „sehr wichtig“ oder „ziemlich wichtig“ sei. Im Vergleich zu einer Umfrage zwei Jahre zuvor ist das ein Anstieg um zwei Prozentpunkte.

Die Europäische Zentralbank erklärte, dass sie das Kernziel der Verfassungsänderung begrüße, die Verfügbarkeit und Akzeptanz von Bargeld zu stärken. Die EU hatte im vergangenen Jahr eine Obergrenze für Barzahlungen von 10.000 Euro ab Mitte 2027 beschlossen, um Finanzkriminalität zu bekämpfen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Deutsche im Iran: Pistorius bereit für Bundeswehreinsatz bei Waffenruhe
26.03.2026

Der Iran-Krieg alarmiert die Bundesregierung, weil die wirtschaftlichen Folgen weltweit spürbar werden. Verteidigungsminister Pistorius...

DWN
Politik
Politik USA verschärfen Ton gegenüber Teheran: Diplomatie unter maximalem Druck
26.03.2026

Washington droht dem Iran mit einer massiven Ausweitung der Militärschläge, falls die Führung in Teheran nicht einlenkt....

DWN
Politik
Politik EU und Ungarn: Spionageverdacht erschüttert Vertrauen in Europa
26.03.2026

Misstrauen breitet sich in der Europäischen Union aus und trifft einen ihrer eigenen Mitgliedstaaten. Der Verdacht, dass Ungarn...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktienmarkt in Gefahr: Investoren warnen vor Eskalation im Iran-Konflikt
25.03.2026

Die Märkte geraten ins Wanken, während geopolitische Spannungen eskalieren. Investoren befürchten nach den Drohungen eines eskalierenden...

DWN
Politik
Politik Russlands Ölexport unter Beschuss: Energiekrieg erreicht neue Stufe
25.03.2026

Explosionen in russischen Ostseehäfen lassen den Ölfluss abrupt versiegen. Die Angriffe treffen Moskaus Energieinfrastruktur empfindlich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tarif-Durchbruch in der Chemie: Mehr Geld und Jobgarantie für 585.000 Beschäftigte
25.03.2026

Lohnplus trotz Krise: Die rund 585.000 Beschäftigten der deutschen Chemie- und Pharmabranche erhalten künftig deutlich mehr Geld. Nach...

DWN
Politik
Politik Turbo für die Verteidigung: EU plant Millionen-Spritze für Militär-Innovationen
25.03.2026

Die EU-Kommission will die militärische Schlagkraft Europas durch schnellere Innovationszyklen sichern. Ein neues Förderinstrument namens...

DWN
Politik
Politik Digitale Gewalt: Was die Regierung jetzt plant
25.03.2026

Deepfakes, Überwachung, intime Bilder – digitale Gewalt nimmt zu, und der politische Druck wächst. Die Bundesregierung arbeitet an...