Wirtschaft

Auftragseingang in der deutschen Industrie steigt unerwartet kräftig

Unerwartet starke Impulse aus der deutschen Industrie: Die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe ziehen an und übertreffen Prognosen deutlich. Auch der Jahresvergleich wirkt weniger düster als befürchtet.
05.12.2025 16:22
Lesezeit: 1 min
Auftragseingang in der deutschen Industrie steigt unerwartet kräftig
Ein Mechatroniker bearbeitet ein Werkstück: Der Auftragseingang liegt überraschend höher (Foto: dpa). Foto: Oliver Berg

Deutsche Industrie: Auftragseingang liegt überraschend höher

Die Lage im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland beruhigt sich weiter. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete, nahmen die Bestellungen auch im Oktober gegenüber dem Vormonat zu. Im Monatsvergleich stiegen die Bestellungen um 1,5 Prozent. Damit fiel der Zuwachs deutlich stärker aus als Analysten im Mittel erwartet hatten; sie waren nur von einem Plus von 0,3 Prozent ausgegangen. Im September hatte der Wert nach oben revidiert um 2,0 Prozent zugelegt.

Ohne die volatilen Großaufträge ergibt sich jedoch ein geringerer Anstieg. In dieser engeren Betrachtung erhöhte sich der Auftragseingang zum Vormonat um 0,5 Prozent. Der Auftragseingang bleibt damit auf Erholungskurs. Allerdings hatte diese Kerngröße bereits im September spürbar angezogen. "Damit kann man nun wieder eindeutig von einem Seitwärtstrend reden - sowohl bei der Gesamtgröße als auch bei der Kerngröße", schreibt Commerzbank-Experte Ralph Solveen. "Damit hat sich die Industrie wohl stabilisiert, ein Aufschwungsignal lässt aber weiter auf sich warten."

Auslandsaufträge brechen ein, Inlandsbestellungen treiben die Industrie

Aus dem Ausland kamen weniger Orders: Die Auslandsaufträge gingen gegenüber dem Vormonat um vier Prozent zurück. Solveen sieht dafür auch die Zollpolitik der US-Regierung als Ursache. Die Inlandsaufträge legten dagegen um fast zehn Prozent zu. "Darin manifestieren sich die höheren Militär- und Infrastrukturausgaben der Bundesregierung", schreibt der Chefvolkswirt der VP Bank Thomas Gitzel. "Vor allem die höheren Militärausgaben schlagen sich positiv nieder."

Auch gegenüber dem Vorjahr fielen die Daten besser aus als gedacht. Zwar lagen die Aufträge um 0,7 Prozent unter dem Vorjahresmonat, doch Fachleute hatten im Schnitt einen Rückgang von 2,4 Prozent erwartet.

Für 2026 bleibt Solveen vorsichtig zuversichtlich. "Im kommenden Jahr dürfte es wegen der expansiven Finanzpolitik sogar wieder etwas aufwärtsgehen, ohne dass damit die strukturellen Probleme der deutschen Industrie und der gesamten deutschen Wirtschaft gelöst wären", heißt es in der Studie. "Darum rechnen wir für das kommende Jahr zwar zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder mit einem nennenswerten Wachstum der deutschen Wirtschaft, einen kraftvollen Aufschwung dürfte es aber weiter nicht geben."

Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Die XRP-Preise stiegen, und XRP-Inhaber verdienten über 10.000 US-Dollar pro Tag durch FORT Miner Hashrate-Verträge.

Mit der jüngsten Erholung der XRP-Preise hat sich die Risikobereitschaft am Markt entsprechend verbessert. Kapital fließt wieder in...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Geschäftsbericht: Weshalb Glaubwürdigkeit über den Geschäftserfolg entscheidet
15.01.2026

Geschäftsberichte gelten oft als lästige Pflicht. Doch hinter Tabellen und Kennzahlen entscheidet sich, ob Unternehmen glaubwürdig...

DWN
Technologie
Technologie Schranken für anzügliche KI-Bilder bei Musk-Chatbot Grok
15.01.2026

Elon Musks Chatbot Grok sorgte für internationale Empörung, weil Nutzer Frauen und Minderjährige in durchsichtigen Bikinis darstellen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft wächst 2025 leicht trotz Zollstreit
15.01.2026

Nach zwei Rezessionsjahren hat Europas größte Volkswirtschaft im vergangenen Jahr wieder ein kleines Plus erzielt. Ein wirklicher...

DWN
Finanzen
Finanzen Memecoin im Faktencheck: Warum eine langfristige Anlagestrategie wichtig ist
15.01.2026

Digitale Anlageformen senken Einstiegshürden, verschärfen aber Bewertungsrisiken. Wie können Anleger langfristig investieren, ohne...

DWN
Finanzen
Finanzen Ray Dalio warnt: 38 Billionen US-Dollar Schulden und "wirtschaftlicher Herzinfarkt" der USA
15.01.2026

38 Billionen US-Dollar Staatsschulden belasten die USA wie ein Damoklesschwert. Ray Dalio, Gründer des Hedgefonds Bridgewater, warnt vor...

DWN
Politik
Politik Bundeswehr in Grönland: Europas Antwort auf Trumps Machtanspruch
15.01.2026

Grönland rückt ins Zentrum eines geopolitischen Machtkampfs. Nach einem gescheiterten Krisengespräch zwischen Washington, Kopenhagen und...

DWN
Panorama
Panorama Sorge vor Blackout: Mehrheit der Deutschen legt Vorräte für Krisen an
15.01.2026

Tagelang waren rund 100.000 Menschen in Berlin bei Frost ohne Strom und Heizung. Die Befürchtungen sind groß, dass Stromausfälle durch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russlands Staatshaushalt unter Druck: Finanzielle Grenzen der Kriegsfinanzierung rücken näher
15.01.2026

Russlands Kriegswirtschaft erscheint nach außen stabil, gerät jedoch zunehmend unter fiskalischen Druck. Wie lange kann das System hohe...