Technologie

Cloudflare-Störung: Netzwerk für Cyberabwehr verursacht Probleme bei Unternehmen

Eine weltweite Cloudflare-Störung hat am Freitag zahlreiche Webseiten und Apps aus dem Tritt gebracht. Fehlermeldungen, leere Seiten und gestörte Logins häufen sich. Cloudflare spricht von „internal service degradation“ - was das bedeutet.
05.12.2025 10:44
Aktualisiert: 05.12.2025 10:44
Lesezeit: 2 min
Cloudflare-Störung: Netzwerk für Cyberabwehr verursacht Probleme bei Unternehmen
Ein Cloudflare-Ausfall verursacht Probleme bei vielen Unternehmen in Deutschland (Foto: iStockphoto.com/Sundry Photography). Foto: Sundry Photography

Cloudflare-Störung legt Websites und Apps weltweit lahm

Am Freitagvormittag hat eine neue Cloudflare-Störung weltweit zahlreiche Webseiten und Apps ausgebremst oder ganz unerreichbar gemacht. Wer etwa die Seite von IKEA ansteuerte, erhielt nur eine Fehlermeldung „500 Internal Server Error“ mit dem Hinweis „Cloudflare“. Auch Störungsmelder wie downdector.com und allestoerungen.de waren betroffen. Sie ließen sich teilweise noch aufrufen, wurden jedoch fehlerhaft dargestellt oder lieferten gar keine Inhalte aus. In Stichproben fehlte in manchen Fällen die Startseite komplett, in anderen Fällen wurden lediglich die über das Cloudflare-CDN ausgelieferten Assets wie Bilder und Stylesheets nicht geladen.

Cloudflare selbst bestätigte auf seiner Statusseite, dass es am 5. Dezember 2025 zu einer „internal service degradation“ gekommen sei. Anders als beim vorherigen Zwischenfall Mitte November blieb der Cloudflare-Status diesmal erreichbar. Dort meldete der Anbieter Schwierigkeiten mit dem Dashboard, also der Oberfläche, über die Kunden auf den Dienst zugreifen, sowie mit der API, einer Programmierschnittstelle.

Wörtlich heißt es dort: „Customers using the Dashboard / Cloudflare APIs are impacted as requests might fail and/or errors may be displayed.“ Die Ursache ist laut Cloudflare noch unklar; das Unternehmen hält fest: „Wir untersuchen dieses Problem weiterhin.“

HTTP-500-Fehler weltweit: Was das Cloudflare-Problem verursacht

Die Cloudflare-Störung traf viele große Plattformen, die das weltweite CDN als kritisches Rückgrat nutzen. Bestätigt wurden Ausfälle oder Login-Fehler bei Social-Media- und Kommunikationsdiensten wie X (formerly Twitter), LinkedIn und Discord, die Feeds nicht laden oder sich nicht mit Servern verbinden konnten. Produktivitätsdienste wie Canva und Notion waren für viele Nutzer nicht erreichbar, während KI-Anwendungen wie ChatGPT und Perplexity keine Antworten mehr generierten. Auch Spotify und Letterboxd berichteten über Zugriffsfehler. Im Finanz- und Technologiebereich wurden Coinbase, Groww und sogar SpaceX-Webseiten als nicht verfügbar gemeldet. Im E-Commerce hatten mehrere Shopify-Shops und Admin-Backends intermittierende Verbindungsprobleme.

Damit zeigt sich erneut, wie groß die Abhängigkeit von globalen Cloud-Netzwerken geworden ist. Der aktuelle Cloudflare-Ausfall reiht sich in eine Serie prominenter Störungen ein: Im Oktober sorgten Ausfälle bei AWS-Diensten dafür, dass unter anderem Fortnite und Snapchat zeitweise offline waren. Bereits im November war Cloudflare selbst schon einmal betroffen. Solche Cloudflare-Probleme und Cloudflare down-Phasen verdeutlichen, wie schnell ein einzelner Infrastruktur-Anbieter den Zugang zu zahlreichen Diensten gleichzeitig beeinträchtigen kann.

Breite Auswirkungen des Cloudflare-Ausfalls: Seiten laden nur teilweise

Zeitweise war laut Beobachtungen nicht einmal die eigene Homepage des Anbieters erreichbar, auch dort erschienen HTTP-Fehler 500. Die Statusseite spricht weiter von einer laufenden Untersuchung der API-Probleme und des Dashboards. Für Nutzer wirkte die Cloudflare-Störung deshalb besonders breit: Selbst wenn eine Seite grundsätzlich erreichbar blieb, fehlten häufig Bilder, Stylesheets oder andere über Cloudflare ausgelieferte Bestandteile, sodass Webangebote nur eingeschränkt nutzbar waren.

Cloudflare liefert nach eigenen Angaben erste Fixes aus, erste Seiten kommen wieder online. Trotzdem bleibt die Cloudflare-Störung ein Warnsignal für Unternehmen und Nutzer. Wenn Cloudflare offline ist, können digitale Geschäftsprozesse, Kundenzugriffe und interne Workflows abrupt stoppen. Betreiber sollten daher den Cloudflare-Status eng verfolgen und Notfallpläne bereithalten, falls eine weitere Cloudflare-Störung oder ein erneuter Cloudflare-Ausfall die Erreichbarkeit ihrer Angebote erneut einschränkt.

Cloudflare schützt Websites vor verschiedenen Online-Bedrohungen, indem es schädlichen Datenverkehr blockiert, bevor er den eigentlichen Server erreicht.

DWN
Finanzen
Finanzen Stellantis-Aktie im freien Fall: Börse reagiert schockiert – Opel-Mutter Stellantis beendet Elektro-Strategie
06.02.2026

Die Stellantis-Aktie gerät nach einer drastischen Kehrtwende in den USA massiv unter Druck. Milliardenabschreibungen, gestrichene...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Bauerfeind aus Thüringen expandiert: Mit Stützstrümpfen zum Hidden Champion
06.02.2026

Klein, aber fein: Bauerfeind, ein Familienunternehmen und „Hidden Champion“ aus Thüringen. Ob auf Reisen, im Alltag, im Job oder beim...

DWN
Politik
Politik US-Rohstoffpolitik unter Druck: J.D. Vance spricht über neue Ansätze bei seltenen Erden
06.02.2026

Die USA prüfen angesichts ihrer Abhängigkeit von China bei der Versorgung mit kritischen Rohstoffen neue außenwirtschaftliche Optionen....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ostdeutscher Maschinenbau überrascht: Auftragseingang 2025 deutlich im Plus
06.02.2026

Während der Auftragseingang im deutschen Maschinenbau insgesamt stagnierte, legte Ostdeutschland 2025 spürbar zu. Nach Angaben des VDMA...

DWN
Politik
Politik Hubig in Den Haag: Heikle Mission zwischen US-Sanktionen und Völkerrecht
06.02.2026

Nach US-Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof steht Justizministerin Stefanie Hubig in Den Haag vor einer heiklen Aufgabe....

DWN
Politik
Politik Russlands Aktivitäten im Orbit: Wachsende Risiken für Europas Satelliteninfrastruktur
06.02.2026

Russische Aktivitäten im Orbit rücken Europas Satelliten stärker in den Fokus der Sicherheitsbehörden. Welche Risiken ergeben sich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rüstungsexporte: Bundesregierung genehmigt 12 Milliarden Euro – Kritik an Golfregion-Geschäften
06.02.2026

Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr Rüstungsexporte im Umfang von rund 12 Milliarden Euro genehmigt – leicht weniger als in den...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 06: Die wichtigsten Analysen der Woche
06.02.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 06 aus dem Jahr 2026 fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...