Paramount Skydance startet Frontalangriff im Bieterkampf mit Netflix
Paramount Skydance will sich im milliardenschweren Ringen um Warner Bros. Discovery nicht von Netflix überholen lassen. Der US-Medienspezialist unter Führung von David Ellison geht deshalb direkt an die Aktionäre des Konzerns und legt ein Übernahmeangebot vor, das nach eigener Darstellung deutlich attraktiver ist als das Gebot von Netflix. Das berichten die Kollegen von Børsen. Paramount Skydance bietet 30 Dollar je Aktie und will den gesamten Betrag in bar zahlen. Netflix hatte zuvor ein Angebot über 27,75 Dollar unterbreitet, das teils aus Bargeld, teils aus Netflix-Aktien bestehen sollte. Hinzu kommt, dass Paramount Skydance den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery übernehmen will. Netflix plant lediglich den Erwerb des Kerngeschäfts und verlangt eine Ausgliederung der Kabelsparte, bevor eine Transaktion abgeschlossen werden könnte.
David Ellison erklärte in einer Mitteilung, das öffentliche Angebot entspreche exakt den Bedingungen, die Paramount Skydance zuvor dem Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery vorgelegt habe. Es sichere den Aktionären "eine deutlich höhere Bewertung und einen schnelleren Vollzug". Das Unternehmen lege das Angebot deshalb direkt den Anteilseignern vor, um ihnen "die Möglichkeit zu geben, im eigenen Interesse zu handeln und den Wert ihrer Aktien zu maximieren".
Höhere Bewertung, weniger Risiken: Paramount Skydance erhöht den Druck
Das Angebot bewertet Warner Bros. Discovery mit 108 Milliarden Dollar. Das entspricht nach heutigem Wechselkurs (Quelle: EZB, 09. Dezember 2025) rund 122 Milliarden Euro. Netflix hatte den Medienkonzern zuvor mit 82,7 Milliarden Dollar bewertet. Zudem verweist Paramount Skydance darauf, dass die Finanzierung gesichert sei. Nach Informationen von Marketwire habe das Unternehmen Kreditlinien über 54 Milliarden Dollar vereinbart. Die Aktionäre von Warner Bros. Discovery würden dadurch rund 18 Milliarden Dollar mehr erhalten als im Angebot von Netflix.
Ein weiterer Punkt betrifft die Struktur der Gegenleistung. Paramount Skydance betont, dass der gesamte Kaufpreis aus Bargeld bestehe. Der Wert hänge somit nicht vom Aktienkurs eines Drittunternehmens ab, wie es beim Netflix-Angebot der Fall wäre. Zusätzlich sei unklar, ob die US-Wettbewerbsbehörden einem solchen Deal überhaupt zustimmen würden. Mehrere Beobachter äußerten bereits Zweifel daran. Netflix würde im Erfolgsfall den direkten Rivalen HBO Max übernehmen, eine der größten Streamingplattformen in den Vereinigten Staaten. Das sorgt bereits für politischen Widerstand. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren nannte das mögliche Geschäft laut Reuters ein "wettbewerbsrechtliches Desaster", das Verbraucher belaste. Auch Präsident Donald Trump äußerte sich zu dem Vorgang. Er erklärte, dass die große Marktmacht von Netflix ein regulatorisches Problem darstellen könne, falls der Konzern Warner Bros. Discovery übernehmen wolle.
Ein Bietergefecht mit politischer Note und offenem Ausgang
Das jüngste Angebot ist bereits das sechste innerhalb von zwölf Wochen. Der Übernahmekampf spitzte sich am vergangenen Freitag zu, als Warner Bros. Discovery und Netflix gemeinsam verkündeten, Netflix habe den Bieterwettstreit gewonnen. Dies sorgte für Überraschung, denn Paramount Skydance galt lange als Favorit. Grund dafür waren unter anderem die engen Verbindungen von David Ellison zur Trump-Regierung, auch vermittelt durch seinen Vater Larry Ellison, Gründer von Oracle und bedeutender Unterstützer republikanischer Politik. Larry Ellison spielt zudem eine wichtige Rolle in Skydance Media, das im August dieses Jahres die Übernahme von Paramount abschloss. Kurz nach diesem Deal richtete David Ellison den Fokus auf Warner Bros. Discovery und löste damit die aktuelle Bieterschlacht aus. Warner Bros. Discovery selbst hatte zuvor angekündigt, Teile des Unternehmens wieder aufzuspalten. Der Konzern war 2022 aus der Fusion von Warner Media und Discovery hervorgegangen.


