Finanzen

Lebenshaltungskosten: Geringverdiener geben 60 Prozent ihres Geldes nur für Essen und Wohnen aus

Steigende Lebenshaltungskosten: Haushalte in Deutschland wenden inzwischen mehr als die Hälfte ihres Geldes alleine für Wohnen und Lebensmittel auf. Liegt das Nettoeinkommen unter 1300 Euro, fressen die Lebenshaltungskosten einen noch größeren Teil ihres Einkommens.
12.12.2025 07:41
Lesezeit: 1 min
Lebenshaltungskosten: Geringverdiener geben 60 Prozent ihres Geldes nur für Essen und Wohnen aus
Konsumausgaben: Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 1300 Euro gaben im Jahr 2023 im Durchschnitt 64 Prozent (780 Euro) für Lebensmittel und Wohnen. (Foto: dpa) Foto: Sebastian Kahnert

Steigende Lebenshaltungskosten belasten Geringverdiener in Deutschland

Je weniger Menschen verdienen, desto höher sind anteilsmäßig ihre Ausgaben für Lebensmittel und Wohnen. Das ergibt eine Untersuchung des Statistischen Bundesamts (Destatis). Demnach verwendeten Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 1300 Euro im Jahr 2023 im Durchschnitt 64 Prozent (780 Euro) ihrer Konsumausgaben für Lebensmittel und Wohnen.

Die Daten stammen aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS), die alle fünf Jahre stattfindet. Für die aktuelle EVS wurden im Jahr 2023 rund 54.000 private Haushalte befragt. Im Mittel aller Haushalte lag der Anteil für Lebensmittel und Wohnen bei etwas mehr als der Hälfte (52 Prozent) der privaten Konsumausgaben. Bei Haushalten mit einem hohen Einkommen ab 5000 Euro waren es 47 Prozent.

Zu den privaten Konsumausgaben zählen etwa Ausgaben für Lebensmittel, Kleidung, Wohnen, Verkehr, Kommunikation, Freizeit, Gaststätten und Unterkünfte, Gesundheit sowie Bildung. 2023 lagen die Konsumausgaben eines Durchschnittshaushalts demnach bei 3030 Euro im Monat. Bei der vorherigen Untersuchung 2018 waren es 2700 Euro.

Ausgaben für Verkehr sind drittgrößter Posten

Auch bei den Ausgaben für Information und Kommunikation – etwa Internet- und Mobilfunkverträge, Streaming-Abos und der Kauf von Handys, Tablets und Computern – gilt nach Angaben der Statistiker: Je geringer das Haushaltseinkommen, desto höher ist der Anteil an den gesamten Konsumausgaben.

Für alle anderen Konsumausgaben wie Verkehr, Freizeit oder Bekleidung gelte dagegen überwiegend: Je höher das Einkommen, desto höher ist der Anteil der Ausgaben an den gesamten Konsumausgaben.

Im Schnitt machten 2023 die Ausgaben für Verkehr mit 12 Prozent den dritthöchsten Anteil an den Konsumausgaben aus nach Wohnen (38 Prozent) und Lebensmitteln (14 Prozent). Es folgten Kosten etwa für Freizeit, Sport und Kultur, Gastronomie und Übernachtungen.

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