Politik

Russland übergibt USA Material zu angeblichem Drohnenangriff auf Putin-Residenz

Moskau hat nach eigenen Angaben Navigationsdaten einer ukrainischen Drohne entschlüsselt, die einen geplanten Angriff auf eine Residenz von Kremlchef Wladimir Putin belegen sollen. Das Material, darunter Routing-Daten und ein Drohnenbauteil, wurde einem Vertreter der US-Botschaft in Moskau übergeben, teilte das Verteidigungsministerium mit.
02.01.2026 13:20
Lesezeit: 2 min
Russland übergibt USA Material zu angeblichem Drohnenangriff auf Putin-Residenz
Dieses Bild aus einem undatierten Video, das vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums am 31. Dezember 2025, zur Verfügung gestellt wurde, zeigt einen Mann in Tarnkleidung, der an einem ungenannten Ort neben einer angeblich abgeschossenen Drohne steht, bei der es sich angeblich um eine der ukrainischen Drohnen handelt, die an einem angeblichen Angriff auf eine Residenz von Russlands Präsident Wladimir Putin in dieser Woche beteiligt waren. Der ukrainische Präsident Selenskyj wies die Anschuldigungen zurück (Foto: dpa). Foto: Uncredited

Das Ministerium veröffentlichte auch ein Video von dieser ungewöhnlichen Begegnung des Chefs des russischen Militärgeheimdienstes GRU, Igor Kostjukow, mit den Uniformierten. Die Ukraine bezeichnet die russischen Vorwürfe seit Tagen als Lüge - mit dem Ziel, Schläge gegen Regierungsgebäude in Kiew zu rechtfertigen.

Moskau zeigte Drohne im Wald im Schnee

Russische Geheimdienstexperten hätten die Daten entschlüsselt, sagte der selten in der Öffentlichkeit auftretende GRU-Chef Kostjukow in dem Video. Damit sei klar belegt, dass diese Drohne am 29. Dezember 2025 in der Region Nowgorod einen Terroranschlag auf die Residenz Putins ausführen sollte. Russland hoffe, dass dies zur Wahrheitsfindung beitrage, sagte Admiral Kostjukow. Die russische Seite machte keine Angaben zu den Namen der US-Vertreter und deren Positionen.

Seit dem 29. Dezember behauptet Russland, dass die Ukraine versucht habe, die Waldai-Residenz Putins mit Kampfdrohnen anzugreifen. Alle Drohnen seien abgeschossen worden. Nach tagelangen Forderungen der Ukraine, Beweise vorzulegen, veröffentlichte das Verteidigungsministerium in Moskau am Silvestertag mehrere Videos. Zu sehen war auch eine Drohne in einem Wald im Schnee, Karten mit Flugrouten und Uhrzeiten sowie angebliche Augenzeugen.

Reaktion auf Berichte über CIA-Schlussfolgerung

Putin hatte am Montag auch US-Präsident Donald Trump über die Drohnenangriffe informiert. Der Kreml erklärte, dass Russland zwar nicht aussteigen wolle aus den von Trump angestoßenen Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges, aber eine härtere Position einnehmen werde. Kiew und Moskau werfen sich gegenseitig vor, den Vorfall zu benutzen, um die Friedensverhandlungen zu stören.

Unstrittig ist, dass die Ukraine in ihrem Kampf gegen Putins Angriffskrieg täglich auch russische Ziele angreift. Zweifel gibt es aber an der russischen Darstellung, dass Putins Residenz das Ziel gewesen sein soll.

CIA sieht laut Medien keinen Angriff auf Putins Residenz

Die Übergabe von Material an die USA gilt auch als Reaktion auf Berichte in amerikanischen Medien, nach denen der US-Auslandsgeheimdienst CIA ermittelt habe, dass die ukrainischen Drohnen nicht Putins Residenz als Ziel gehabt hätten. Darüber sei auch Trump informiert worden, hieß es. Der US-Präsident hatte den angeblich geplanten Angriff auf Putin kritisiert - zur Freude des Kreml. Russische Kommentatoren hatten die CIA-Führung als proukrainisch und verlogen kritisiert.

Die Ukraine wehrt sich seit fast vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen einen von Putin befohlenen Angriffskrieg gegen das Nachbarland.

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