Finanzen

Puma-Aktie: Chinesischer Branchenriese Anta Sports steigt ein – sollten Anleger die Puma-Aktie kaufen?

Die Puma-Aktie ist bereits vor dem Start in den Börsenhandel am Dienstag abgehoben: Mit einem Plus von zeitweise mehr als 20 Prozent gehören die Puma-Aktien am Dienstag zu den größten Gewinnern. Der Einstieg des chinesischen Branchenriesen Anta Sports befeuert die Übernahmefantasie des Sportartikelherstellers aus Herzogenaurach. Wie sollten sich Anleger nun verhalten? Sollten Sie jetzt noch die Puma-Aktie kaufen? Die Hintergründe.
27.01.2026 09:55
Aktualisiert: 27.01.2026 09:55
Lesezeit: 3 min
Puma-Aktie: Chinesischer Branchenriese Anta Sports steigt ein – sollten Anleger die Puma-Aktie kaufen?
Puma-Aktie hebt ab: Nach dem Einstieg von Anta Sports sind die Anleger euphorisch – und hoffen auf mehr (Foto: dpa). Foto: Daniel Karmann

Puma-Aktie im Fokus: Anta steigt ein und befeuert Übernahmefantasie

Die Puma-Aktie steht am Dienstag im Zentrum des Anlegerinteresses: Der kriselnde Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach bekommt einen neuen Großaktionär. Der chinesische Branchenriese Anta Sports übernimmt 29,06 Prozent der Anteile von der französischen Milliardärsfamilie Pinault. Der milliardenschwere Einstieg verändert die Eigentümerstruktur grundlegend und sorgt für deutliche Bewegung beim Puma-Aktienkurs. Für Investoren stellt sich nun die Frage, was der Puma-Anta-Deal konkret bedeutet – und ob daraus am Ende sogar eine Puma-Übernahme werden könnte.

Anta wird größter Aktionär bei Puma

Anta Sports zahlt für den Einstieg 1,51 Milliarden Euro und erwirbt 43,01 Millionen Puma-Aktien zu einem Preis von 35 Euro je Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 62 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag, an dem die Puma-Aktie bei 21,63 Euro aus dem Handel gegangen war. Verkäufer ist die Investmentgesellschaft Artémis der Familie Pinault, die den Anteil zuvor als nicht strategisch bezeichnet hatte.

Mit dem Deal wird Anta zum größten Aktionär von Puma. Die Transaktion soll Ende des Jahres abgeschlossen werden und steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch Wettbewerbsbehörden sowie die Anta-Aktionäre. Anta kündigte an, nach Abschluss der Transaktion Sitze im Puma-Aufsichtsrat anzustreben.

Puma-Aktie hebt deutlich ab

An der Börse reagierten die Anleger euphorisch. Die Puma-Aktie legte im Frankfurter Handel vorbörslich zeitweise um über 20 Prozent auf annähernd 26 Euro zu. Damit setzte sich die Erholung fort, nachdem die Aktie zu Wochenbeginn bereits einen Großteil der Verluste vom Freitag wettgemacht hatte. Zuvor hatte ein Bericht über angeblich beendete Gespräche zwischen Pinault und Anta für Ernüchterung gesorgt. Die Bestätigung des Einstiegs brachte nun Klarheit – und trieb den Puma-Aktienkurs spürbar nach oben.

Analyst James Grzinic von Jefferies sprach von einer „eindrucksvollen Prämie“, die Anta für den Anteil zahle. Zunächst strebten die Chinesen jedoch keine Komplettübernahme an. Auch Anta selbst betonte, dass es derzeit keine konkreten Pläne für eine Puma-Übernahme gebe.

Ganz überzeugt sind die Investoren von dem Deal aber offenbar nicht, denn im weiteren Handelsverlauf reduzierte die Puma-Aktie die Gewinne deutlich. Rund eine Stunde nach Börseneröffnung in Frankfurt lag das Plus im Xetra-Handel nur noch bei annähernd 5 Prozent. Dafür dürfte eine zurückhaltende Einstufung des Analysehauses Jefferies für die Puma-Aktie verantwortlich sein. Zudem scheinen die Probleme im Konzern die euphorische Stimmung am Aktienmarkt zu überlagern?

Puma unter Druck: Restrukturierung und Stellenabbau

Der Einstieg kommt für Puma zu einem kritischen Zeitpunkt. Das Unternehmen steckt seit Jahren in der Krise. Der Aktienwert ist in den vergangenen drei Jahren um mehr als zwei Drittel eingebrochen, zwischenzeitlich notierte die Puma-Aktie bei weniger als 20 Euro. Während Konkurrent Adidas zuletzt wieder Marktanteile gewinnen konnte, rutschte Puma tief in die Verlustzone.

Seit dem Amtsantritt von Vorstandschef Arthur Höld, der von Adidas zu Puma wechselte, läuft eine umfassende Restrukturierung. Bereits 500 Stellen wurden gestrichen, weitere 900 Arbeitsplätze sollen folgen. Ziel ist es, den Konzern zu verschlanken, Kosten zu senken und ab 2027 wieder zu wachsen. Gleichzeitig wird das Produktportfolio gestrafft und stärker auf die Kernsportarten Fußball, Training und Laufen ausgerichtet.

Anta setzt auf Globalisierung und Markenstärke

Für Anta ist der Puma-Anta-Deal ein strategischer Schritt zur weiteren Internationalisierung. Der größte chinesische Sportartikelhersteller besitzt bereits Marken wie Fila und Jack Wolfskin und ist zudem größter Aktionär bei Amer Sports, zu dem unter anderem Salomon, Wilson, Peak Performance und Atomic gehören. Anta hat in den vergangenen Jahren seine Präsenz in Südostasien, Nordamerika und Europa deutlich ausgebaut.

Anta-Chef Ding Shizhong erklärte, die Beteiligung an Puma werde „die Globalisierung von Anta Sports weiter beschleunigen und das nächste Wachstumskapitel für die globalen Sportmärkte – einschließlich China – vorantreiben“. Gleichzeitig betonte er den Wert der Marke Puma: „Eine derart starke Marken-DNA und ein so wertvolles Markenerbe sind selten“.

Puma-Aktie: Analysten uneins über Chancen und Risiken

Analysten bewerten den Einstieg unterschiedlich. Die DBS Group Research erwartet zwar kaum Auswirkungen auf die Gewinne in den Jahren 2025 und 2026, sieht aber eine Stärkung der globalen Marktpositionierung von Anta. Europa biete Chancen für Marktanteilsgewinne, während Anta zugleich „die Möglichkeit schaffen“ könne, Pumas Präsenz in China und Asien auszubauen.

Skeptischer äußern sich die Analysten von Jefferies. Sie sehen Verwässerungsrisiken, die die langfristigen Vorteile überwiegen könnten. Anta zahle für den Artemis-Anteil eine eindrucksvolle Prämie, schrieb James Grzinic am Dienstag. Zunächst strebten die Chinesen keine Komplettübernahme an. Grzinic wies allerdings auf einen Passus im Vertrag hin, der Artemis zusätzliche Gelder von Anta im Falle einer Puma-Komplettübernahme innerhalb der kommenden fünfzehn Monate sichere. Auf den Turnaround-Plan der Herzogenauracher sieht der Experte durch den Eigentumswechsel der Anteile keinen Einfluss.

Anta stehe selbst vor strategischen Herausforderungen, und die Übernahme eines großen Anteils an Puma könne zusätzliche Managementressourcen binden. Zudem sei Puma in China bereits sehr bekannt, was es erschweren könnte, „ein Gefühl von Markenfrische“ zu erzeugen. Jefferies beließ die Einstufung für Puma mit einem Kursziel von 20 Euro auf "Hold".

Was der Deal für Anleger bedeutet sollten Anleger – nun die Puma-Aktie kaufen?

Für Anleger bleibt die Puma-Aktie hoch spannend. Der Einstieg von Anta hat die Übernahmefantasie neu entfacht, auch wenn das Management derzeit keine vollständige Puma-Übernahme anstrebt. Klar ist: Der Puma-Anta-Deal markiert einen Wendepunkt für den angeschlagenen Sportartikelhersteller. Ob daraus eine nachhaltige Trendwende für den Puma-Aktienkurs entsteht, hängt davon ab, wie erfolgreich die Restrukturierung verläuft – und wie stark Anta künftig Einfluss nimmt.

Der Einstieg von Anta ist für Puma mehr als ein finanzielles Signal. Die Puma-Aktie profitiert kurzfristig von Prämie und Fantasie, doch operativ bleibt der Umbau entscheidend. Restrukturierung, Markenprofil und Nachfrage müssen greifen, damit der höhere Aktienkurs Bestand hat. Anta bringt Erfahrung mit westlichen Marken und globale Reichweite, aber auch neue Abhängigkeiten. Für Anleger bedeutet das: Chancen und Risiken liegen eng beieinander. Ob der Puma-Anta-Deal zur nachhaltigen Trendwende führt oder nur ein Zwischenhoch bleibt, entscheidet die Umsetzung der Strategie in den kommenden Jahren. Entsprechend sollten Investoren Geduld mitbringen und die nächsten Quartalszahlen besonders kritisch verfolgen und bewerten.

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