Afrika im Zentrum: Wie China und Russland die neue Rohstoffordnung prägen
Kurz vor 10 Uhr morgens öffnet sich ein Metalltor in einer Seitenstraße von Addis Abeba. Liu Qingchao (48) tritt hinaus, in der Hand eine lederne Aktentasche. Seine Angestellten verkaufen bereits lebende Fische aus einem gekachelten Becken an die Kunden, die sich vor seinem Laden drängen. Seit fast zehn Jahren lebt der ehemalige Koch aus Chengdu nun schon in Äthiopien. Zunächst bereitete er am Flughafen chinesische Mahlzeiten zu. Danach machte er sich selbstständig, eröffnete erst einen Gemüseladen und später ein Restaurant. Jetzt betreibt er einen Fischladen. Bereits 2019 widmete ihm der SPIEGEL die Reportage “Herr Liu schlägt sich durch”.
Liu Qingchao steht für chinesisches Kleinunternehmertum in Äthiopien, sein Fischladen ist jedoch eher die Begleiterscheinung einer staatlich gesteuerten Expansionspolitik. Durch gigantische Infrastrukturprojekte, rohstoffgestützte Kreditmodelle in zweistelliger Milliardenhöhe und politische Zweckbündnisse hat Peking zwischen Algier und Kapstadt prosperierende Wirtschaftsräume geschaffen, in denen sich Chinas Staatskonzerne dauerhaft angesiedelt haben.
Diese Expansion wird angetrieben von einem klaren politischen Narrativ: „Wir bringen euch Investitionen, das ist gut für euch, das ist gut für uns. Wir fragen auch nicht weiter nach Menschenrechten“, sagte der Afrika-Experte Arne Perras in einer Diskussionsveranstaltung der Reihe „Fokus Sicherheitspolitik“ der Universität Regensburg in Kooperation mit der Naumann-Dehler-Stiftung. Dieses „Win-Win“-Versprechen habe anfangs „sehr, sehr gut“ funktioniert.
Schätzungen der China Africa Research Initiative der Johns Hopkins University zufolge sollen mittlerweile rund 1,5 Millionen Chinesinnen und Chinesen in Afrika leben. Viele von ihnen kamen als Arbeiter für Staatsunternehmen, um Straßen, Staudämme und Bahnlinien zu bauen. Andere wiederum, wie Liu Qingchao, folgten den Großkonzernen, um ihr eigenes Geschäft zu gründen.
Von der Hungersnot zu Maos Rohstoffstrategie
Die strukturellen Wurzeln dieser Expansion reichen zurück in die späten fünfziger und frühen sechziger Jahre. Zwischen 1959 und 1961 durchlitt die Volksrepublik China eine der schwersten Hungersnöte ihrer Geschichte. Fehlsteuerungen im Zuge des „Großen Sprungs nach vorn“, kombiniert mit Ernteausfällen, führten zu massiven Versorgungsengpässen.
Um insbesondere die städtische Bevölkerung zu stabilisieren, importierte die Führung in dieser Phase erhebliche Mengen Getreide aus dem Ausland, unter anderem aus Australien und Kanada. Außenhandel war damit zunächst kein Instrument geopolitischer Expansion, sondern Mittel akuter Krisenbewältigung. Mao Zedong, Vorsitzender der Kommunistischen Partei Chinas und prägende politische Figur der jungen Volksrepublik, hielt trotz der Importnotwendigkeit am Prinzip wirtschaftlicher Autarkie fest. China blieb weitgehend abgeschottet, internationale Wirtschaftsbeziehungen waren stark kontrolliert.
In dieser Phase reiste 1969 der französische Getreidehändler Jean Yves Ollivier über Hongkong in die Volksrepublik ein. Ollivier gehörte zu jenen Händlern, die von dieser staatlich gesteuerten Nachfrage profitierten. Sein Weg führte über den Grenzfluss Sham Chun. Auf der anderen Seite lag Shenzhen, damals kaum mehr als ein Fischerdorf mit roten Fahnen, Mao-Porträts und einer Ampel. China war zu diesem Zeitpunkt weitgehend abgeschottet und sein Außenhandel diente in erster Linie der eigenen Krisenbewältigung. Doch im Laufe der siebziger Jahre reifte in der Führung die Einsicht, dass punktuelle Importe die strukturellen Defizite nicht beheben würden.
Deng Xiaopings Reformen und die Ressourcenfrage
Ende der siebziger Jahre begann daher ein wirtschaftspolitischer Kurswechsel. 1979 entstand in Shenzhen die erste Sonderwirtschaftszone, angelegt als Experiment, in dem marktwirtschaftliche Elemente unter staatlicher Kontrolle erprobt werden sollten. In den achtziger Jahren wurde dieses Modell schrittweise ausgeweitet. Deng Xiaoping, der sich nach Maos Tod als maßgeblicher politischer Entscheidungsträger in Partei und Militär durchsetzte, etablierte eine Politik des Reformierens und Öffnens. Diese blieb zunächst auf einzelne Regionen beschränkt, wurde jedoch zunehmend zum wirtschaftlichen Grundprinzip des Landes.
Mit der beschleunigten Industrialisierung stellte sich jedoch eine grundsätzliche Frage: Reicht die inländische Ressourcenbasis aus, um dauerhaftes Wachstum zu tragen? China vereint rund ein Fünftel der Weltbevölkerung, hat aber weniger als zehn Prozent der weltweiten Ackerfläche zur Verfügung, um diese Bevölkerung zu ernähren. Afrika bot sich aus Sicht von Deng Xiaoping als Antwort an, denn bereits in den neunziger Jahren galt Afrika aus chinesischer Perspektive als rohstoffreicher Ergänzungsraum. Nach heutigen Schätzungen entfallen mehr als 60 Prozent der weltweit noch unerschlossenen Ackerflächen und rund 30 Prozent der mineralischen Rohstoffreserven auf den Kontinent.
Nach dem Ende des Kalten Krieges zogen sich viele westliche Akteure aus Teilen Afrikas zurück. 1996 wurde daher in Peking die Devise „zou chu qu“ (“Geht hinaus”) verkündet, die Staatsbetriebe und Provinzkader zur Expansion ins Ausland aufforderte, auch nach Afrika.
FOCAC: Wie Peking seine Afrika-Expansion angeht
Das institutionelle Fundament dieser Expansion wurde im Jahr 2000 mit der Gründung des „Forum on China–Africa Cooperation“ (FOCAC) gelegt. Die Initiative geht auf Jiang Zemin zurück, der von 1989 bis 1993 Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas und anschließend bis 2003 Staatspräsident der Volksrepublik China war. Es folgten Staatsbesuche und später die Ankündigung eines China-Afrika-Entwicklungsfonds mit einem Volumen von zehn Milliarden US-Dollar für zinsgünstige Anleihen.
Dabei wurden Infrastrukturprojekte häufig mit langfristigen Kompensationsgeschäften verknüpft. So erhielt der Tschad eine Ölraffinerie, Mosambik ein rund 60 Millionen US-Dollar teures Stadion und in der Republik Kongo entstand in Rekordzeit eine neue Autobahn zwischen Brazzaville und Pointe-Noire. Ghana wiederum erhielt 2011 zunächst drei Milliarden US-Dollar als erste Tranche eines Kreditpakets über insgesamt 13 Milliarden US-Dollar.
Der Großteil solcher Projekte wird bis heute über sogenannte Rohstoff-gegen-Infrastruktur-Modelle abgesichert. Dabei werden öffentliche Bauvorhaben mit künftigen Lieferungen von Erdöl oder anderen Rohstoffen verrechnet. Pekings Strategie ging auf. Die afrikanischen Länder beliefern China seitdem mit Eisenerz, Kupfer, Mineralien, Kohle und Erdöl. So zählt Angola zum drittgrößten Erdöllieferanten Chinas. Umgekehrt exportiert China vor allem Maschinen, Elektronik und Konsumgüter nach Afrika.
Seit 2009 ist China der wichtigste Handelspartner des Kontinents. Das Handelsvolumen überschritt im Jahr 2025 die Marke von 300 Milliarden US-Dollar, wie die chinesische Zollbehörde dem „Handelsblatt“ zufolge meldete. Die wirtschaftliche Verflechtung ist dabei nicht auf Handel und Investitionen beschränkt, sondern im Kern eine politische Selbstverortung, mit der Peking seine Rolle in Afrikas neuer Rohstoffordnung definiert.
China positioniert sich außenpolitisch ausdrücklich als Teil des „Globalen Südens“, bezeichnet sich selbst als „größtes Entwicklungsland“ und Afrika als „Kontinent mit den größten Entwicklungsländern“, wie die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) schreibt. Diese Haltung erleichtere Allianzen bei Abstimmungen in den Vereinten Nationen und stärke Chinas Einfluss in multilateralen Institutionen, so die bpb. „Gerade unter diesen turbulenten Bedingungen versucht China, sich als Stabilisator der Weltlage und Hüter der Kontinuität zu positionieren“, so der Bonner Politikwissenschaftler Xuewu Gu gegenüber dem „Handelsblatt“.
Die chinesische Außenwirtschaft folgt damit einer knallharten Interessenpolitik: Staatskredite gegen Minenkonzessionen und Infrastrukturprojekte gegen langfristig gesicherte Rohstofflieferungen. So modernisierte China Eisenbahnlinien wie die Tazara-Verbindung in Tansania, um im Nachgang nichjt ganz uneigennützig den Abtransport von Kupfer und Kobalt aus Sambia und der Demokratischen Republik Kongo effizienter zu organisieren.
Guinea als weitere Eisenerzquelle
Am 17. Januar 2026 erreichte ein Frachtschiff mit fast 200.000 Tonnen Eisenerz aus der Simandou-Mine in Guinea nach 46 Tagen den Hafen von Majishan in der ostchinesischen Provinz Zhejiang, wie die China Baowu Steel Group mitteilte. Die Lieferung markiert den operativen Beginn eines Projekts, das perspektivisch eine Jahreskapazität von 120 Millionen Tonnen erreichen soll.
Neben dem britisch-australischen Bergbaukonzern Rio Tinto sind auf chinesischer Seite die staatliche China Baowu Steel Group sowie die Aluminum Corporation of China, kurz Chinalco, beteiligt. Ziel sei es, die Versorgung der heimischen Stahlindustrie strategisch abzusichern und die hohe Abhängigkeit von australischen und brasilianischen Lieferanten zu verringern. Bislang importierte China rund 80 Prozent seines Eisenerzes aus diesen beiden Ländern.
Parallel stiegen 2025 die Einfuhren von Bauxit aus Guinea ins Reich der Mitte um mehr als ein Viertel, wie die chinesische Zollbehörde mitteilte. Bauxit ist der zentrale Ausgangsstoff für die Aluminiumproduktion. Die Aluminiumimporte selbst erreichten 3,92 Millionen Tonnen, ein Plus von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aluminium wird unter anderem im Bauwesen, in der Automobil- und Luftfahrtindustrie sowie im Energiesektor eingesetzt. Der Anstieg der Importe stabilisiert damit nicht nur die Rohstoffversorgung, sondern die industrielle Wertschöpfungskette insgesamt.
Russlands Rolle bei Afrikas Rohstoffen
Während China seinen Einfluss in Afrika durch Infrastrukturprojekte, Kreditvergaben und langfristige Handelsabkommen ausbaut, nutzt Russland ein anderes Instrument: militärische Präsenz für den direkten Zugriff auf Rohstoffkonzessionen. Seit vielen Jahren sind russische Söldner und private Sicherheitsfirmen unter anderem im Niger (Uran) aktiv. Auch in der Zentralafrikanischen Republik (Gold, Diamanten) und im Sudan (Gold) ist russische Einflussnahme dokumentiert. In der Zentralafrikanischen Republik erhielten mit Russland verbundene Unternehmen Zugang zu Gold- und Diamantvorkommen, im Sudan stehen Goldkonzessionen im Mittelpunkt.
In Mali, im Niger und in der Zentralafrikanischen Republik bezahlten die Putschisten Wagner-Söldner mit Gold und anderen Rohstoffen und bekamen damit eine Art Privatarmee, so der Afrika-Experte Arne Perras. Das System gleiche „fast einem Tauschhandel“: Sicherheitsleistungen würden gegen den Zugriff auf nationale Rohstoffvorkommen getauscht. Menschenrechtsorganisationen berichten dabei von intransparenten Vertragsstrukturen und einer engen Verzahnung zwischen militärischer Präsenz und wirtschaftlichen Aktivitäten.
Während des Kalten Krieges unterstützte die Sowjetunion Regierungen und Befreiungsbewegungen in Angola und Mosambik militärisch und logistisch. Auch in Äthiopien engagierte sich Moskau in den siebziger und achtziger Jahren umfassend. Damals stand allerdings die ideologische Konkurrenz mit den Vereinigten Staaten und den einstigen europäischen Kolonialmächten Portugal und Frankreich im Vordergrund.
Die heutige russische Präsenz in Afrika folgt dagegen einer reinen macht- und ressourcenpolitischen Logik. Sicherheitspolitische Kooperationen werden mit wirtschaftlichen Gegenleistungen verknüpft, militärische Unterstützung mit dem Zugang zu Rohstoffen.
Konkurrenz oder Koexistenz zwischen Moskau und Peking?
Trotz paralleler Präsenz agieren Russland und China in Afrika selten als direkte Gegenspieler. Während Peking großvolumige Infrastrukturprojekte finanziert und Handelsbeziehungen ausbaut, konzentriert sich Moskau auf sicherheitspolitische Kooperationen und Rohstoffzugänge. Arne Perras, langjähriger Afrika-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, sieht bislang keine offene Rivalität zwischen Moskau und Peking. China trete primär als wirtschaftlicher Akteur auf, Russland werde vor allem dort aktiv, wo politische Instabilität herrsche.
Die Modelle überschneiden sich punktuell, etwa wenn sicherheitspolitische Stabilisierung indirekt chinesische Investitionen absichert. Eine formelle Koordination ist jedoch nicht dokumentiert. Auch die Bundeszentrale für politische Bildung verweist darauf, dass China sich selbst als Teil des „Globalen Südens“ positioniert und seine Präsenz als partnerschaftliche Entwicklungspolitik rahmt. Russland dagegen knüpft an sicherheitspolitische Netzwerke an und nutzt militärische Kooperation als Hebel.
In einzelnen Ländern wie Sudan oder der Zentralafrikanischen Republik existieren zwar chinesische Infrastrukturprojekte auf der einen und russische Militärakteure auf der anderen Seite. Von einer Aufteilung Afrikas könne jedoch keine Rede sein. Vielmehr entstehe ein Nebeneinander unterschiedlicher Machtinstrumente, das afrikanischen Regierungen zusätzlichen außenpolitischen Spielraum verschaffe, so Perras.
Ist Europa schon im Rückstand?
Und wie reagiert Europa auf das geopolitische Ringen um Rohstoffe im globalen Süden? Mit Verzögerung. Erst im März 2023 – fast 25 Jahre nach der Gründung des Forum on China–Africa Cooperation – verabschiedete die Europäische Union den European Critical Raw Materials Act (CRMA). Ziel ist es, bis 2030 mindestens 10 Prozent des jährlichen Förderbedarfs strategischer Rohstoffe innerhalb der EU selbst zu decken, 40 Prozent zu verarbeiten und 25 Prozent zu recyceln. Zudem soll die Union nicht mehr als 65 Prozent ihres Bedarfs an einem strategischen Rohstoff aus einem einzigen Drittstaat beziehen.
Gleichzeitig schließt Brüssel neue Partnerschaften. Im November 2025 unterzeichneten die EU und Südafrika ein Rohstoffabkommen. Südafrika verfügt laut United States Geological Survey über mehr als drei Viertel der weltweiten Reserven an Platinmetallen. „Eine Krise bei der Versorgung mit kritischen Rohstoffen ist kein fernes Risiko mehr. Sie steht vor der Tür“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 22. Oktober 2025 im Europäischen Parlament in Straßburg. Europa habe gesehen, „was passiert, wenn man sich zu sehr in die Abhängigkeit eines Landes begibt“, und müsse seine wirtschaftliche Sicherheit stärken.
„In einem zunehmend instabilen geopolitischen Umfeld strebt Europa danach, seine Lieferkette für kritische Rohstoffe zu sichern und seine Bezugsquellen zu diversifizieren“, sagte EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné laut DIE ZEIT. Die strukturellen Vorteile liegen derzeit klar auf Seiten Chinas und Russlands. Hinzu kommt, dass das Engagement beider Staaten in Afrika seit 2009 Teil einer größeren geopolitischen Architektur ist, die sich im Staatenbündnis BRICS manifestiert.
Von BRIC über BRICS zur geopolitischen Neuordnung
Als sich Brasilien, Russland, Indien und China im Jahr 2009 erstmals zu einem gemeinsamen Gipfel trafen, forderten die vier Staaten eine Reform der internationalen Finanzarchitektur, mehr Stimmrechte im Internationalen Währungsfonds und eine stärkere Rolle außerhalb westlich dominierter Institutionen. Treibende Kräfte waren vor allem Moskau und Peking, die ihre wachsende wirtschaftliche Bedeutung auch institutionell absichern wollten.
2010 trat Südafrika dem Bündnis bei. Aus BRIC wurde BRICS. Das Format verstand sich nicht offiziell als Gegenblock zur G7, wohl aber als Korrektiv zu einer bestehenden Ordnung, in der die Vereinigten Staaten und Europa die geltenden Regeln gesetzt hatten. Heute umfasst die erweiterte Gruppe 42 Prozent der Weltbevölkerung, 27 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und rund 20 Prozent des internationalen Handels. 23 Staaten haben Aufnahmeanträge gestellt, darunter sechs aus Afrika.
Das multipolare Spiel ist in vollem Gang
Diese Verschiebung globaler Gewichte bleibt nicht folgenlos für Europa. Ein aktuelles Beispiel liefert der Umgang mit dem EU-Mercosur-Abkommen. Nach der Unterzeichnung des Freihandelsvertrags am 17. Januar 2026 in Paraguay beschloss das Europäische Parlament am 21. Januar 2026, den Text vorläufig dem Europäischen Gerichtshof zur Prüfung vorzulegen. Das Inkrafttreten könnte sich dadurch um bis zu zwei Jahre verzögern.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnte in diesem Zusammenhang vor den strategischen Konsequenzen eines Scheiterns. „If Mercosur fails, we can forget the EU as a global player“, sagte sie laut Euractiv vor Abgeordneten. Das mögliche Scheitern des Abkommens würde Europas geopolitische Handlungsfähigkeit schwächen. Der Vorgang zeigt, wie stark wirtschaftliche Partnerschaften heute mit geopolitischer Positionierung verknüpft sind. Während neue Bündnisse wie BRICS an Gewicht gewinnen, ringt Europa um Handelsabkommen und institutionelle Absicherung.
Die neue Rohstoffordnung entsteht nicht abstrakt in Gipfelerklärungen, sondern konkret in Minen, Häfen und Lieferketten. Der Fischladen von Liu Qingchao in Addis Abeba ist nur ein kleiner Ausschnitt dieser Verschiebung.

