Wirtschaft

IW-Studie: Autoexporte nach China brechen ein – die Hintergründe

Die China-Autoexporte geraten massiv unter Druck, während andere Industriezweige ebenfalls Marktanteile verlieren. Eine IW-Studie zeigt alarmierende Entwicklungen im Handel mit der Volksrepublik. Steht Deutschlands Exportmodell vor einer strukturellen Herausforderung im wichtigsten Wachstumsmarkt Asiens?
24.02.2026 11:27
Lesezeit: 2 min

Autoexporte nach China brechen um ein Drittel ein

Die China-Autoexporte aus Deutschland geraten massiv unter Druck: Die deutschen Autoexporte nach China brechen deutlich ein, wie eine IW-Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW-Studie) zeigt. Neben den China-Autoexporten verlieren auch weitere Schlüsselindustrien spürbar an Wettbewerbsfähigkeit im Handel mit der Volksrepublik.

Die Ausfuhren der deutschen Autoindustrie im Bereich China-Autoexporte sind im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um rund ein Drittel zurückgegangen. Seit dem Höchststand im Jahr 2022 ist das Geschäft mit Pkw und Autoteilen im Rahmen der Autoexporte nach China um mehr als die Hälfte eingebrochen. Während die Hersteller damals noch Waren im Wert von fast 30 Milliarden Euro exportierten, lagen die China-Autoexporte 2025 bei weniger als 14 Milliarden Euro.

Starker Einbruch der Autoexporte in zentralen Industriezweigen

Mit einem Anteil von knapp 21 Prozent an den deutschen Warenexporten nach China ist der Maschinenbau inzwischen die wichtigste Branche und hat die Automobilindustrie im Kontext der Autoexporte nach China überholt. Allerdings gingen die Exporte auch hier um fast zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Der Exportüberschuss schrumpfte von einem Rekordwert von 10,5 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf weniger als drei Milliarden Euro.

Auch die metallverarbeitende Industrie gerät zunehmend unter Druck: Ihre Ausfuhren nach China sanken 2025 um fast 13 Prozent; seit dem Höchststand im Jahr 2022 summiert sich das Minus auf rund 25 Prozent. Gleichzeitig nahmen die Einfuhren von Metallerzeugnissen aus China nach Deutschland deutlich zu – sie stiegen im vergangenen Jahr um knapp 13 Prozent.

China-Autoexporte: Strategischer Kurswechsel im Umgang mit Peking

„Die starken Exportrückgänge bei gleichzeitig steigenden Importen sind kein normaler Konjunktureffekt, sondern auch das Ergebnis massiver Wettbewerbsverzerrungen“, sagt IW-Handelsexperte Jürgen Matthes. Bei seiner Reise nach China muss Bundeskanzler Friedrich Merz das Thema klar ansprechen und darf es nicht aus Sorge vor Gegenwind aus Peking ausklammern. Wenn sich an den unfairen Praktiken nichts ändere, sei Europa gezwungen, Ausgleichszölle einzuführen. „China ist wegen seiner schwächelnden Wirtschaft auf den europäischen Markt angewiesen und erzielt hier hohe Gewinne. Das ist ein Hebel – auch bei den Verhandlungen über eine verlässliche Versorgung mit kritischen Rohstoffen und seltenen Erden“, so Matthes.

Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich, wie stark die China-Autoexporte und andere Schlüsselbranchen unter Druck geraten sind. Die IW-Studie macht klar, dass es sich nicht nur um kurzfristige Konjunkturschwankungen handelt, sondern um strukturelle Verschiebungen im internationalen Wettbewerb. Während die Autoexporte nach China massiv einbrechen, steigen gleichzeitig die Importe. Das schwächt die deutsche Handelsbilanz spürbar. Für Politik und Wirtschaft wächst damit der Handlungsdruck. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, faire Wettbewerbsbedingungen durchzusetzen und neue Impulse für die Exportwirtschaft zu setzen. Ohne strategische Anpassungen droht Deutschland langfristig an Einfluss im chinesischen Markt zu verlieren.

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