Wirtschaft

Rüstungsexporte: Bundesregierung genehmigt 12 Milliarden Euro – Kritik an Golfregion-Geschäften

Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr Rüstungsexporte im Umfang von rund 12 Milliarden Euro genehmigt – leicht weniger als in den Vorjahren. Rund 90 Prozent gingen an EU- und NATO-Staaten sowie enge Partner. Gleichzeitig wächst die Kritik an möglichen Lieferungen in die Golfregion, die wegen Menschenrechtsbedenken besonders umstritten sind.
06.02.2026 13:58
Lesezeit: 1 min

Gesamtvolumen der Rüstungsexporte leicht gesunken

Der Umfang der genehmigten Rüstungsexporte sank 2025 leicht auf rund 12 Milliarden Euro. Davon gingen etwa 10,7 Milliarden Euro oder rund 90 Prozent an EU- oder NATO-Staaten sowie enge Partner, wie aus vorläufigen Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums hervorgeht.

Zusammensetzung der Exporte: Kriegswaffen und sonstige Güter

Der Gesamtwert setzte sich aus rund 5,6 Milliarden Euro für Kriegswaffen und 6,4 Milliarden Euro für sonstige Rüstungsgüter zusammen. In den beiden Vorjahren hatten die genehmigten Lieferungen mit 13,33 Milliarden Euro (2024) und 12,15 Milliarden Euro (2023) Rekordwerte erreicht.

Ukraine an der Spitze der Empfängerländer

Erneut stand die Ukraine mit Genehmigungen im Wert von mehr als 2 Milliarden Euro an der Spitze. Sie wird mit Geld- und Waffenlieferungen unterstützt, um sich im Konflikt mit Russland zu behaupten, zählt aber als sogenanntes Drittland. NATO-gleichgestellt sind Japan, die Schweiz, Australien und Neuseeland. Etwa 10 Prozent der Rüstungsexporte (1,2 Milliarden Euro) gingen an sonstige Drittländer wie Südkorea und Singapur.

Kritik an Waffenexporten in die Golfregion

Ein Bündnis mehrerer Organisationen ("Aktion Aufschrei") kritisierte nach dem Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz mögliche Waffenexporte und Rüstungskooperationen mit autokratischen Staaten der Golfregion. Sprecher Jürgen Grässlin warnte vor den Folgen solcher Geschäfte, darunter Menschenrechtsverletzungen, Konflikte mit Nachbarstaaten und Weiterverbreitung von Waffen in Krisengebiete.

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