Fünfter Monat in Folge mit fallenden Lebensmittelpreisen
Die weltweiten Preise für Lebensmittelrohstoffe sind im Januar weiter gesunken. Der entsprechende Index ging gegenüber Dezember um 0,4 Prozent zurück. Berücksichtigt werden dabei unverarbeitete Rohstoffe wie Getreide, Fleisch, Milchprodukte, Zucker und pflanzliche Öle.
Nach Einschätzung von Brian Friis Helmer, Privatökonom bei der AL Sydbank, ist dies ein positives Signal. Die globalen Lebensmittelpreise fallen damit bereits den fünften Monat in Folge und liegen zugleich leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnten auch Verbraucher von weiter sinkenden Preisen profitieren.
Preisrückgänge sind noch ungleich verteilt
In den Supermärkten sind erste Entlastungen bereits sichtbar. In den vergangenen fünf Monaten sind die Preise für Lebensmittel dort um rund fünf Prozent gesunken. Ein Teil dieses Rückgangs ist allerdings auf Sonderangebote während der Weihnachtszeit zurückzuführen. Besonders stark beworbene Aktionspreise für Produkte wie Butter oder Eier haben das Preisniveau temporär gedrückt. Dennoch mehren sich die Anzeichen für weitere Entlastungen. Rund 40 Prozent der Lebensmittelhersteller rechnen damit, ihre Preise in den kommenden drei Monaten zu senken. Sollte sich diese Erwartung bewahrheiten, könnte dies zusätzlichen Spielraum für sinkende Verbraucherpreise schaffen.
Auf Produktebene zeigen sich deutliche Unterschiede. Zucker ist innerhalb eines Jahres um 19 Prozent günstiger geworden. Auch Milchprodukte und Getreide verbilligten sich, mit Rückgängen von 15 beziehungsweise 4 Prozent. Gleichzeitig sind Fleischpreise um sechs Prozent gestiegen. Pflanzliche Öle verteuerten sich sogar um zehn Prozent.
Warum sinkende Lebensmittelpreise noch nicht reichen
Trotz der jüngsten Rückgänge liegt das Preisniveau für Lebensmittel insgesamt noch immer rund 30 Prozent höher als vor fünf Jahren. Die Belastung der privaten Haushalte bleibt damit erheblich, insbesondere angesichts gestiegener Energie- und Wohnkosten. Sinkende globale Rohstoffpreise sind eine wichtige Voraussetzung für Entlastungen im Einzelhandel, garantieren diese jedoch nicht automatisch. Transportkosten, Energiepreise, Löhne und Margen entlang der Lieferkette beeinflussen weiterhin die Endpreise im Supermarkt. Dennoch erhöht der anhaltende Rückgang der Weltmarktpreise den Druck auf Hersteller und Händler, Preissenkungen weiterzugeben.
Die globalen Lebensmittelpreise senden klare Entspannungssignale. Nach Monaten des Rückgangs wächst die Hoffnung auf spürbare Entlastungen für Verbraucher. Gleichzeitig bleibt das Preisniveau historisch hoch. Ob aus fallenden Weltmarktpreisen dauerhaft günstigere Kassenbons werden, hängt davon ab, wie konsequent Hersteller und Handel die sinkenden Kosten weiterreichen.

