Politik

Nato-Mission: London will 1.000 Soldaten zusätzlich nach Norwegen verlegen

Der Konflikt um Grönland führt zu mehr Aufmerksamkeit für die Verteidigung der Arktis. Nun kündigt Großbritannien eine weitere Initiative an.
11.02.2026 09:47
Lesezeit: 1 min

London will 1.000 Soldaten zusätzlich nach Norwegen verlegen

Zum besseren Schutz der Arktis und des hohen Nordens will Großbritannien die Zahl seiner in Norwegen stationierten Soldaten innerhalb von drei Jahren von aktuell rund 1.000 auf 2.000 verdoppeln. Das werde Verteidigungsminister John Healey heute bei einem Besuch eines britischen Stützpunkts in Norwegen nördlich des Polarkreises ankündigen, wie die Regierung in London mitteilte. Großbritannien werde sich auch an der geplanten Nato-Mission Arctic Sentry (deutsch etwa: Wächter der Arktis) beteiligen.

"Die Anforderung an die Verteidigung steigen und Russland stellt die größte Bedrohung der Arktis und des hohen Nordens dar, die wir seit dem Kalten Krieg gesehen haben", erklärte Healey. Der russische Präsident Wladimir Putin baue die militärische Präsenz in der Region schnell aus, "inklusive der Wiedereröffnung alter Stützpunkte aus dem Kalten Krieg".

US-Präsident Trump hat Konflikt um Grönland angezettelt

Healey werde die Pläne für die neue Nato-Mission morgen bei einem Treffen mit den Verteidigungsministern des Bündnisses in Brüssel erörtern. Mit dem Einsatz will die Nato zur weiteren Deeskalation des bündnisinternen Konflikts um Grönland beitragen. US-Präsident Donald Trump beansprucht die zum Königreich Dänemark gehörende autonome Arktisinsel für die Vereinigten Staaten. Um diesen Anspruch durchzusetzen, drohte er zwischenzeitlich auch europäischen Nato-Verbündeten. Trump hat das Ansinnen unter anderem damit begründet, dass ansonsten Russland oder China zugreifen könnten.

Nach Angaben aus Kreisen des westlichen Verteidigungsbündnisses sind im Rahmen von Arctic Sentry vor allem zusätzliche Patrouillen mit Schiffen und Flugzeugen sowie Übungen zur Steigerung der Präsenz vorgesehen.

Die britische Regierung erklärte, dass im Rahmen einer kommenden Nato-Übung im März rund 1.500 Soldaten zeitweise nach Norwegen verlegt werden. Die Manöver in Norwegen, Finnland und Schweden werden die Fähigkeiten des Bündnisses stärken, wichtige Orte inmitten von Fjorden und Bergen zu verteidigen, wie es weiter hieß.

Norwegen bereits britischer Partner gegen Bedrohung aus Moskau

London und Oslo hatten erst im Dezember angekündigt, mit einer gemeinsamen Flotte die U-Boot-Abwehr zu verstärken. Das sei die Konsequenz aus der deutlich erhöhten Bedrohung britischer Gewässer durch russische Schiffe, teilte das Verteidigungsministerium in London damals mit.

Zuletzt war es immer wieder zu Zwischenfällen mit russischen Schiffen und U-Booten gekommen.

Auch Deutschland hatte mit Großbritannien Ende vergangenen Jahres eine stärkere Kooperation vereinbart. Deutsche Seefernaufklärer vom Typ P-8 Poseidon - militärische Spezialflugzeuge zum Einsatz gegen U-Boote - sollen künftig von der schottischen Militärbasis Lossiemouth aus starten.

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