Siemens-Aktie: Prognose nach überraschend starkem Quartal angehoben
Die Siemens-Aktie steht aktuell im Fokus der Anleger: Nach einem überraschend starken Start in das Geschäftsjahr 2025/26 hat der Münchner Technologiekonzern seine Ergebnisprognose nach oben gesetzt. Für den Siemens-Aktienkurs bedeutet das ein wichtiges Signal, denn Siemens konnte in allen drei Konzernbereichen deutlich profitabel wachsen.
Die entscheidende Kennziffer, das Ergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten, soll nun im Gesamtjahr 2025/26 auf 10,70 bis 11,10 Euro steigen. Zuvor hatte Siemens noch eine Spanne von 10,40 bis 11,00 Euro erwartet. Damit liefern die neuen Siemens-Zahlen eine klare Verbesserung des Ausblicks. Das Umsatzziel bleibt hingegen unverändert: Siemens rechnet weiterhin mit einem Wachstum von 6 bis 8 Prozent auf vergleichbarer Basis. Gleichzeitig warnt der Konzern vor Gegenwind durch den starken Euro.
Siemens-Zahlen übertreffen Analystenerwartungen
Im ersten Quartal (Oktober bis Dezember) überzeugte Siemens mit starken Ergebnissen. Das Ergebnis des industriellen Geschäfts stieg um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro und lag damit deutlich über den Analystenerwartungen von 2,64 Milliarden Euro.
Auch Auftragseingang und Umsatz entwickelten sich dynamisch: Der Auftragseingang legte um 10 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro zu, der Umsatz wuchs um 8 Prozent auf 19,1 Milliarden Euro. Diese Siemens-Zahlen zeigen, dass vor allem Digitalgeschäft, Smart Infrastructure und die Zugsparte Mobility als Wachstumstreiber fungieren. Konzernchef Roland Busch betonte dabei die Rolle neuer Technologien: „Künstliche Intelligenz ist ein starker Wachstumstreiber für unsere Geschäfte.“ Damit erhält die Transformation hin zu KI-gestützter Automation zusätzlichen Schub, was auch für die Siemens-Aktie langfristig relevant sein dürfte.
Siemens-Bilanz: Nettogewinn sinkt wegen Sondereffekt
Trotz der operativen Stärke fiel der Nettogewinn im Quartal niedriger aus. Unter dem Strich verdiente Siemens 2,0 Milliarden Euro, nach 3,7 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Damals hatte jedoch der Verkauf der Antriebssparte Innomotics einen Buchgewinn von 2,1 Milliarden Euro eingebracht.
Bereinigt lag das Ergebnis dennoch über den Erwartungen, denn Analysten hatten lediglich mit 1,6 Milliarden Euro Überschuss gerechnet. Die aktuelle Siemens-Bilanz zeigt damit ein solides Fundament, auch wenn der Vergleich durch Einmaleffekte verzerrt ist.
Smart Infrastructure als Wachstumstreiber
Besonders stark präsentierte sich zuletzt Smart Infrastructure. Das Neugeschäft im Electrification-Bereich stieg um 38 Prozent. Finanzvorstand Ralf Thomas verwies zudem auf ein Rekordvolumen an Großaufträgen für Rechenzentren von 1,8 Milliarden Euro. „Die Nachfrage nach Rechenzentren hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen“, sagte auch Busch.
Für den Siemens-Aktienkurs sind solche Auftragsimpulse entscheidend, da sie die Visibilität für weiteres Wachstum erhöhen.
Führungswechsel und Reaktion der Siemens-Aktie
Parallel zu den Quartalszahlen kündigte Siemens einen umfassenden Führungswechsel an. Finanzchef Ralf Thomas übergibt zum 1. April an Veronika Bienert. Zudem übernimmt Peter Körte ab 1. Juli zusätzlich die Leitung von Smart Infrastructure. Der Vorstand schrumpft damit von sieben auf fünf Mitglieder.
Am Markt reagierte die Siemens-Aktie positiv: Im vorbörslichen Tradegate-Handel notierte die Siemens-Aktie zeitweise 2,69 Prozent höher bei 263,50 Euro, nachbörslich lag sie nahezu unverändert bei 256,50 Euro. Damit bleibt die Siemens-Aktie für Anleger spannend – getragen von starken Siemens-Zahlen, einer robusten Siemens-Bilanz und einem stabilen Ausblick für den weiteren Kursverlauf.


