Politik

Smart Meter Pflicht für alle? Eon-Vorstand fordert flächendeckenden Rollout intelligenter Stromzähler

Deutschlands größter Energieversorger Eon macht Druck bei der digitalen Energiewende. Vertriebsvorstand Marc Spieker fordert eine gesetzliche Verpflichtung für Netzbetreiber, sämtliche Haushalte in Deutschland mit intelligenten Stromzählern (Smart Metern) auszustatten. Warum der Konzern den schnellen Rollout als essenziell für die Netzstabilität und moderne Stromtarife ansieht, erfahren Sie hier.
16.02.2026 12:38
Lesezeit: 2 min
Smart Meter Pflicht für alle? Eon-Vorstand fordert flächendeckenden Rollout intelligenter Stromzähler
Smart Meter ermitteln den Stromverbrauch und können die erhobenen Daten direkt etwa an den Stromversorger oder den Netzbetreiber versenden (Foto: dpa). Foto: Markus Scholz

Vorteile und Rückstand: Deutschland hinkt beim Smart-Meter-Rollout hinterher

Smart Meter messen alle 15 Minuten den Stromverbrauch eines Haushalts und übermitteln die Daten an die Netzbetreiber und Energielieferanten. Mit solchen intelligenten Messsystemen können Haushalte genau sehen, zu welcher Tageszeit sie wie viel Strom verbraucht haben. Haben Verbraucher einen speziellen Stromtarif abgeschlossen, können sie etwa den Betrieb einer Waschmaschine oder das Laden eines E-Autos in Zeiten mit viel Sonnen- und Windenergie legen, in denen Strom günstiger ist. Zugleich können Netzbetreiber mit den Daten ihr Netz besser steuern.



Bislang sind Netzbetreiber nur unter bestimmten Bedingungen zur Umrüstung bei privaten Kunden verpflichtet, etwa wenn in den Haushalten eine Wärmepumpe oder eine größere Sonnenstromanlage angeschlossen wurde. In Europa hinkt Deutschland daher bei der Umrüstung weit hinterher: Während in vielen Ländern die Smart-Meter-Quote bereits bei 80 Prozent und mehr liegt, waren es in Deutschland Ende September 2025 nur knapp 4 Prozent - das entspricht gut zwei Millionen Geräten.

Sanktionen für langsame Netzbetreiber gefordert

Dem Eon-Vorstandsmitglied ist das zu wenig: "Das geht zu langsam und das geht auch viel zu lasch. Dass die Netzbetreiber, die immer noch nicht vorankommen, nicht auch einfach mal sanktioniert werden, das ist nicht in Ordnung", sagte Spieker. So sollten bei einer zukünftigen Smart-Meter-Pflichtausrüstung zu langsame Netzbetreiber nach einem Jahr das Recht verlieren, in ihrem Netzgebiet die Zähler auszuwechseln. Andere Unternehmen könnten dies dann übernehmen. Bis zum Jahresende 2025 hatte Eon nach eigenen Angaben hierzulande fast eine Million Geräte verbaut.

Eon: Kunden profitieren von Smart Metern

Spieker sieht viele Vorteile durch Smart Meter. "Dort, wo wir im Viertelstundenrhythmus unseren Kunden ihren Verbrauch nennen können, können wir ihm ganz andere Lösungen anbieten." So gebe es in Großbritannien einen bestimmten Tarif, bei dem der Strom am späten Nachmittag mehr und sonst weniger koste. Die Kundinnen und Kunden hätten sich darauf eingestellt und sparten jetzt pro Monat im Schnitt fünf bis zehn Euro. "Das ist für viele Kunden megarelevant. Und das bringt die Leute dazu, ihren Verbrauch sinnvoll zu verschieben."

Als anderes Beispiel nannte Spieker flexible Ladetarife für Elektroautos. "Wir können auch Optimierung anbieten, wenn ein Haushalt eine Photovoltaik-Anlage hat." Wenn ein Energiespeicher vorhanden sei, könne man darlegen, was die Kunden damit alles machen könnten.

Spieker verantwortet im Eon-Vorstand sowohl das Geschäft mit Privat- als auch mit größeren Kunden. In diesem bündelt Eon Großprojekte mit der Industrie und Kommunen wie etwa die Entwicklung von Wärmenetzen.

Zwar gibt es in Deutschland keine Umrüstpflicht für alle Kunden. Seit Anfang 2025 hat aber jeder Haushalt das Recht, einen Smart Meter zu beantragen. Der jeweils lokal zuständige Netzbetreiber hat dann vier Monate Zeit, diesen einzubauen. Die Kosten bei einem freiwilligen Einbau tragen die Verbraucherinnen und Verbraucher. Bei Mietobjekten muss der Vermieter zuvor um Erlaubnis gefragt werden.

Eon betreibt rund ein Drittel des deutschen Strom-Verteilnetzes

Eon ist Deutschlands größter Energieversorger mit hierzulande zwölf Millionen Strom- und zwei Millionen Gaslieferverträgen. In Deutschland ist das Unternehmen über zahlreiche Tochtergesellschaften außerdem der größte Strom-Verteilnetzbetreiber mit einem Anteil von rund einem Drittel der Netzlänge.

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