Wirtschaft

Zukunft der E-Mobilität: IG Metall kämpft um ACC-Batteriezellenwerk in Kaiserslautern

Trotz des Investitionsstopps durch das Joint Venture ACC kämpft die IG Metall um den Erhalt des Batteriezellenwerks in Kaiserslautern. Gewerkschaftschef Jörg Köhlinger fordert eine „Koalition der Willigen“, um 2.000 Arbeitsplätze zu sichern und die Abhängigkeit von externen Zulieferern zu verhindern. Angesichts der Krise bei der Opel-Mutter Stellantis drängt die Gewerkschaft zudem auf klare Zukunftskonzepte für Standorte wie Rüsselsheim.
16.02.2026 12:26
Lesezeit: 1 min

Standortvorteil Kaiserslautern: Gewerkschaft sieht ideale Bedingungen

„Es gibt bundesweit keinen besseren Standort, wenn man Batteriezellenproduktion wirklich will“, betont Jörg Köhlinger, Leiter des IG-Metall-Bezirks Mitte. Das ehemalige Opel-Gelände in der Pfalz sei voll erschlossen, Förderzusagen lägen vor und die qualifizierte Belegschaft stehe bereit. Um den geplanten „Brückenkopf“ für die deutsche Batteriefertigung zu halten, fordert die Gewerkschaft, das Grundstück keinesfalls weiterzuverkaufen und sucht das Gespräch mit den ACC-Anteilseignern Stellantis, Mercedes-Benz und TotalEnergies.

Investitionsstopp bei ACC: Strategiewechsel belastet die Region

Hintergrund der Unruhe ist die Entscheidung von ACC, die Milliarden-Investitionen in Kaiserslautern sowie an einem Standort in Italien vorerst auf Eis zu legen. Das Unternehmen begründet dies mit mangelnder Wirtschaftlichkeit. Die IG Metall hält dagegen: Um widerstandsfähige Lieferketten aufzubauen und die technologische Souveränität zu sichern, sei die heimische Produktion unverzichtbar. Ein Ausstieg würde die Abhängigkeit von globalen Zulieferern massiv verschärfen.

Krise bei Stellantis: Sorgen um Opel-Stammsitz Rüsselsheim

Die schwache Nachfrage nach Elektroautos in Europa und den USA setzt vor allem die Opel-Mutter Stellantis unter Druck. Dies gefährdet nicht nur die Batteriewerke, sondern auch bestehende Fahrzeugwerke. Laut Köhlinger muss für den Standort Rüsselsheim dringend ein Nachfolgemodell für den aktuellen Astra festgelegt werden, um die langfristige Auslastung des Stammwerks zu garantieren.

Strukturwandel in der Autoindustrie: Massiver Stellenabbau im Bezirk Mitte

Die aktuelle Umfrage unter Betriebsräten zeichnet ein düsteres Bild für die Industrieregionen in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen. Allein im vergangenen Jahr fielen im Bezirk Mitte über 22.000 Arbeitsplätze weg – knapp 12.000 davon entfielen direkt auf die Automobilhersteller und ihre Zulieferer. Besonders hart trifft es das Saarland, das anteilig die höchsten Verluste verzeichnet.

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