Politik

Hoffnung im Wohnungsbau: Mehr Baugenehmigungen

Erstmals seit 2021 gibt es wieder mehr Baugenehmigungen für Wohnungen. Doch der Wohnraummangel bleibt. Wann zündet der Bau-Turbo der Bundesregierung?
18.02.2026 13:13
Lesezeit: 2 min

Hoffnung im Wohnungsbau: Mehr Baugenehmigungen

Hoffnungsschimmer im seit Jahren kriselnden Wohnungsbau in Deutschland: Nach drei Jahren mit rückläufigen Zahlen genehmigten die Behörden 2025 wieder mehr neue Wohnungen. 238.500 Einheiten zählte das Statistische Bundesamt. Das ist ein Plus von 10,8 Prozent zum Vorjahr, das den niedrigsten Stand seit 2010 gebracht hatte. Erstmals seit 2021 stieg damit die Zahl der Genehmigungen für Neubau und Umbau von Wohnraum wieder.

Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) wertet dies als Beleg dafür, «dass die Trendwende im Wohnungsbau begonnen hat». Insbesondere das zweite Halbjahr mit einem Plus von 17,8 Prozent unterstreiche, «dass sich im Wohnungsbau vieles in die richtige Richtung bewegt», erklärte die Ministerin. «Die Stimmung in der Branche hat sich verbessert und auch die Investitionen steigen. Das ist auch das Ergebnis klarer politischer Entscheidungen.»

Knappes Angebot in vielen Städten

Bis die genehmigten Bauvorhaben umgesetzt werden, dauert es jedoch. Nach Schätzungen der Immobilienbranche werden im laufenden Jahr 215.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Das wären etwa 20.000 weniger als 2025 und insgesamt deutlich weniger als benötigt.

Seit Jahren ist bezahlbarer Wohnraum vor allem in Ballungsräumen knapp. In Städten wie München, Frankfurt oder Berlin, aber auch in anderen Regionen sind die Kosten fürs Wohnen für viele Menschen eine erhebliche Last.

Wann zündet der Bau-Turbo?

Mehr neue Wohnungen sind erklärtes Ziel der schwarz-roten Bundesregierung. Die SPD-geführte Vorgängerregierung hatte 400.000 neue Wohnungen in Deutschland pro Jahr versprochen, dieses Ziel aber nie erreicht. Im Jahr 2024 waren 251.900 Wohnungen hierzulande fertiggestellt worden und damit so wenig wie seit 2015 nicht mehr.

Die amtierende Bundesregierung will mit einem «Bau-Turbo» über schnellere Genehmigungen den schleppenden Wohnungsbau voranbringen. Fachleute halten das für einen richtigen Impuls. Bauministerin Hubertz äußerte sich zuversichtlich, dass die Regierung mit diesem und weiteren Schritten dafür sorgt, «dass sich der positive Trend auch im Jahr 2026 weiter fortsetzt». Doch die meisten Hochbau-Unternehmen rechnen erst für die Jahre 2027 und 2028 mit spürbaren Effekten des Bau-Turbos.

Den vorläufigen Zahlen der Wiesbadener Statistiker zufolge wurden im vergangenen Jahr in neu zu errichtenden Wohngebäuden 194.200 Wohnungen genehmigt und damit 13,2 Prozent mehr als 2024. Während es bei Einfamilienhäusern um 17,2 Prozent auf 44.500 nach oben ging, blieb die Zahl neuer Zweifamilienhäuser fast unverändert bei 12.600. In neuen Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Behörden 128.100 Wohnungen und damit 12,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

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