Wirtschaft

Stellenabbau: Keine neuen Jobs zum Jahresende - Fachkräftemangel wird geringer

Auf Grund der schwachen Konjunktur sinkt die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland weiter. Dienstleistungsjobs können die Jobverluste in der Industrie nicht mehr ausgleichen. Die Nachfrage nach Fachkräften und die Anzahl an Ausbildungsplätzen gehen zurück.
18.02.2026 12:02
Aktualisiert: 18.02.2026 12:11
Lesezeit: 1 min
Stellenabbau: Keine neuen Jobs zum Jahresende - Fachkräftemangel wird geringer
Mit 46,1 Millionen Erwerbstätigen im Schlussquartal ist die saisonbereinigte Beschäftigung bereits das dritte Quartal in Folge gesunken. (Foto: dpa)

Keine zusätzlichen Jobs zum Jahresende

In der deutschen Wirtschaft sind zum Jahresende keine zusätzlichen Jobs mehr entstanden. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts endete im vierten Quartal 2025 die langjährige Zunahme bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. Die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,1 Prozent auf 42,5 Millionen Personen. Die Zahl der Selbstständigen und ihrer mithelfenden Angehörigen ging weiter zurück: um 0,7 Prozent auf 3,7 Millionen Menschen.

Mit 46,1 Millionen Erwerbstätigen im Schlussquartal ist die saisonbereinigte Beschäftigung bereits das dritte Quartal in Folge gesunken, wie das Amt auf der Grundlage vorläufiger Daten berichtet. Das waren 25.000 Menschen oder 0,1 Prozent weniger als im Vorquartal.

Zuvor war die Erwerbstätigenzahl nach dem Corona-Schock über vier Jahre lang gestiegen oder zumindest auf dem gleichen Stand geblieben. Nun konnte die Zunahme der Dienstleistungsjobs (+122.000) die Arbeitsstellenverluste in der Industrie und am Bau (-180.000) nicht mehr ausgleichen. Innerhalb der Dienstleistungsbranchen legte der öffentliche Dienst einschließlich Erziehung und Gesundheit erneut zu, während im Bereich Information und Kommunikation Jobs verloren gingen.

Ifo: Fachkräftemangel wird geringer

Die schwache Konjunktur führt nach Beobachtungen des Ifo-Instituts auch dazu, dass Unternehmen seltener über Fachkräftemangel klagen. Laut der jüngsten Konjunkturumfrage fehlten bei 22,7 Prozent der Unternehmen qualifizierte Arbeitskräfte, nach 25,8 Prozent im Oktober. Das sei der niedrigste Wert seit fünf Jahren.

Der Rückgang dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass strukturelle Herausforderungen bestehen bleiben, sagt Ifo-Forscher Klaus Wohlrabe. «Die Alterung der Bevölkerung trifft auf einen tiefgreifenden technologischen Wandel – das wird die Nachfrage nach bestimmten Qualifikationen weiter verschieben.»

IG Metall kritisiert fehlende Ausbildung

Die IG Metall wirft der Industrie vor, die Ausbildung neuer Fachkräfte zu vernachlässigen. Laut ihrer Ausbildungsbilanz 2025 gab es 2025 in den industriellen Kernberufen 9,1 Prozent weniger Ausbildungsverträge als im Vorjahr. Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban warnte: «Deutschland steht an einem Wendepunkt. Entweder wir sichern die industrielle Wertschöpfung durch starke Ausbildung – oder wir verlieren Kompetenzen, Wettbewerbsfähigkeit und soziale Stabilität.»

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Warum Deon Markets in der Krypto-Landschaft herausragt

In der dynamischen Welt der Kryptowährungen hebt sich Deon Markets deutlich ab. Diese Plattform bietet mehr als nur den Handel mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft China-Export: Warum der Westen an billigen Waren aus China erstickt
09.07.2026

China produziert mehr, als die eigene Bevölkerung kaufen kann, und drückt immer aggressiver auf die Weltmärkte. Für Europa wird diese...

DWN
Politik
Politik Durchgepeitschte Reformen: Karlsruhe lässt Koalition trotz Verfahrenskritik gewähren
09.07.2026

Das Bundesverfassungsgericht hat die Eilanträge der Opposition gegen das Gesundheits-Sparpaket und das Heizungsgesetz abgewiesen. Damit...

DWN
Politik
Politik Krise im Rathaus: Wegner immer mehr in der Defensive
09.07.2026

Rund zwei Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus steht der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) massiv unter Druck. Nach...

DWN
Unternehmen
Unternehmen SAP-Aktie: EU-Kartellverfahren beendet - SAP entgeht Millionenstrafe durch Zusagen
09.07.2026

Der Softwarekonzern SAP hat eine drohende EU-Wettbewerbsstrafe in letzter Sekunde abgewendet. Nach Vorwürfen der EU-Kommission, der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Aktie: Showdown in Wolfsburg - Bundesweite Proteste gegen VW-Sparpläne
09.07.2026

Mit einem bundesweiten Aktionstag stemmt sich die IG Metall gegen drohende Werksschließungen und massiven Jobabbau bei Volkswagen....

DWN
Politik
Politik Überraschende Wende: EU-Parlament ebnet Weg für Chatkontrolle
09.07.2026

Das EU-Parlament hat trotz massiver Kritik den Weg frei gemacht, private Chats befristet auf Kindesmissbrauch zu scannen. In einer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Exporte trotzen Iran-Krieg: Deutschland überrascht die Märkte
09.07.2026

Lichtblick für die deutsche Wirtschaft: Die deutschen Exporte legen im Mai erneut zu – vor allem dank eines starken Geschäfts mit den...

DWN
Immobilien
Immobilien Ein Paar hat ChatGPT gebeten, den Hauskauf und die finanzielle Freiheit durchzurechnen: Hier ist der Plan
09.07.2026

Ein Paar auf Wohnungssuche hat ChatGPT genutzt, um berechnen zu lassen, wie ein künftiger Hauskauf ihnen mehr finanzielle Freiheit geben...