Finanzen

Bitcoin-Crash geht weiter: Bitcoin-Kurs aktuell im Minus – Anleger leiden unter "extremer Angst"

Der Bitcoin-Kurs gerät erneut massiv unter Druck. Politische Entscheidungen aus Washington, eskalierende Handelsspannungen und wachsende geopolitische Risiken erschüttern die Kryptomärkte. Anleger reagieren nervös, Liquidationen nehmen zu. Steht der Markt vor einer weiteren Abwärtswelle?
23.02.2026 08:30
Aktualisiert: 23.02.2026 08:30
Lesezeit: 3 min
Bitcoin-Crash geht weiter: Bitcoin-Kurs aktuell im Minus – Anleger leiden unter "extremer Angst"
Der Bitcoinkurs reagiert auf Trumps Zoll-Offensive mit massiven Verlusten. Charttechniker warnen vor weiterem Rückschlag. (Foto: dpa) Foto: ismagilov

Bitcoin-Kurs aktuell erneut unter Druck: Zölle und Geopolitik belasten den Markt

Der Bitcoin-Kurs ist zu Wochenbeginn erneut massiv unter Druck geraten. Nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, die globalen Zölle auf 15 Prozent anzuheben, rutschte die führende Kryptowährung deutlich ab und fiel zeitweise unter die Marke von 65.000 US-Dollar - der Bitcoinkurs verlor damit im frühen Handel mehr als 5 Prozent und markierte damit ein Tief seit Anfang Februar. Während asiatische Aktienmärkte im frühen Montagshandel zulegten, zeigt sich bei Bitcoin aktuell ein ganz anderes Bild: Der Markt reagierte empfindlich auf handelspolitische und geopolitische Risiken. Der Rückgang unter 65.000 US-Dollar löste automatische Stop-Loss-Orders aus und verstärkte die Abwärtsbewegung zusätzlich.

Im weiteren Verlauf konnte der Bitcoin-Kurs seine Verluste etwas begrenzen, etwa eine halbe Stunde vor Börsenstart in Frankfurt tendiert der BTC-Kurs annähernd 3 Prozent im Minus bei 65.750 US-Dollar. Doch wie geht es weiter? Und was sind überhaupt die Gründe für den erneuten Bitcoin-Crash?

Ein politischer Doppelschlag erschüttert die Märkte – und den Bitcoin-Kurs

Auslöser der jüngsten Turbulenzen war ein politischer Paukenschlag in Washington. Am Freitag kippte der US Supreme Court mit 6 zu 3 Stimmen Trumps bisherige Zollpolitik. Das Gericht urteilte, die Verhängung flächendeckender Zölle per Notstandsgesetz sei unrechtmäßig. Zölle im Wert von schätzungsweise 180 Milliarden Euro waren damit hinfällig.

Doch nur Stunden später folgte die Kehrtwende: Noch am selben Tag kündigte die US-Regierung neue pauschale Zölle von zunächst 10 Prozent an. Per Social Media erhöhte Trump diesen Satz bis Samstag auf das gesetzliche Maximum von 15 Prozent. Diese überraschende Eskalation sorgte für erhebliche Verunsicherung an den globalen Finanzmärkten – und traf den Kryptosektor besonders hart.

Nach der endgültigen Ankündigung brach der Bitcoin-Kurs in Asien massiv ein. Innerhalb kurzer Zeit verlor die bekannteste Digitalwährung über fünf Prozent und fiel auf rund 64.300 Dollar. Auch Ether gab um mehr als 5 Prozent auf 1.861 US-Dollar nach. Insgesamt wurden binnen 24 Stunden Long-Positionen im Wert von über 300 Millionen US-Dollar liquidiert. Der Crypto Fear & Greed Index fiel auf nur noch 5 Punkte und signalisiert damit "extreme Angst". Die Kryptomärkte fungierten einmal mehr als Frühindikator für Panikreaktionen.

Seit dem Allzeithoch im Rückwärtsgang

Der aktuelle Kursrutsch ist Teil einer übergeordneten Schwächephase. Seit dem Hoch bei über 125.000 Dollar im Oktober vergangenen Jahres befindet sich der Markt im Rückwärtsgang. Auf Jahressicht steht inzwischen ein Minus von 26 Prozent, vom Rekordniveau aus summiert sich der Verlust sogar auf mehr als 47 Prozent. Marktbeobachter verweisen neben der abrupt verschärften Zollpolitik auch auf den massiven militärischen Aufmarsch der USA im Nahen Osten. Die Unsicherheit rund um mögliche Schritte gegen den Iran verstärkt die Nervosität zusätzlich.

"Wir glauben, dass der plötzliche Anstieg der Zollsätze Investoren dazu veranlasst, Krypto-Assets zu verkaufen – in Erwartung eines stärkeren Markteinbruchs", sagte Jeff Mei, COO des globalen Blockchain-Unternehmens BTSE. Zudem seien Anleger besorgt, dass der Aufbau von US-Militärkräften rund um Iran die Gefahr eines bewaffneten Konflikts erhöhe, der sich regional ausweiten und globale Handelsströme beeinträchtigen könnte.

Stresstest für die „digitales Gold“-These

Die jüngsten Ereignisse stellen die Rolle von Bitcoin als "digitales Gold" erneut infrage. Während der Goldpreis nach den Nachrichten zulegte, bewegte sich der Bitcoin-Kurs klar wie eine Risikoaktie nach unten.

Zwar können Zölle langfristig inflationsfördernd wirken – was Bitcoin theoretisch zugutekommen sollte. Doch kurzfristig dominiert die akute Risikoaversion. Anleger ziehen Kapital aus hochvolatilen Anlagen ab. Laut einem Bericht des Franklin Templeton Institute stellt die Unsicherheit bezüglich der Zinssätze und der globalen Liquidität das größte Hindernis für die Erholung des Kryptomarktes dar.

Mike McGlone, Experte bei Bloomberg Intelligence, sieht Bitcoin in einer Krise, da der Kursanstieg im Vergleich zu Gold nicht den gleichen Aufwärtstrend verzeichnet. Die Unfähigkeit, mit dem Goldpreis Schritt zu halten, und der Rückstand gegenüber wichtigen Aktienindizes seien ein Warnsignal für einen grundlegenden Wandel der Anlegerstimmung.

Bitcoin-Kurs: Wichtige Unterstützungen im Fokus

Charttechnisch befindet sich der Bitcoin-Kurs in einer kritischen Phase. Eine zentrale Unterstützung stellt das bisherige Februar-Tief bei gut 60.000 Dollar dar. Diese Marke sollte aus Sicht vieler Marktteilnehmer unbedingt verteidigt werden, um eine weitere Eintrübung des Chartbilds zu vermeiden.

Markus Thielen, Research-Chef bei 10x Research, hält sogar einen Rücksetzer beim Bitcoin bis in den Bereich von 50.000 Dollar für möglich, bevor eine nachhaltige Bodenbildung erfolgen könnte. Einige Charttechniker warnen zudem vor einem möglichen "finalen Abschwung", sollte der Bitcoin-Kurs entscheidende Unterstützungen unterschreiten.

Zeitlich begrenzte Zölle – anhaltende Unsicherheit

Die neuen Zölle auf Grundlage des Handelsgesetzes von 1974 sind zeitlich begrenzt. Sie laufen nach 150 Tagen automatisch aus – es sei denn, der Kongress verlängert sie. Damit rückt Ende Juli 2026 als neue politische Zäsur in den Fokus der Märkte. Gleichzeitig hat die US-Regierung signalisiert, weitere sektorspezifische Zölle auf anderen rechtlichen Wegen vorzubereiten. Die handelspolitische Volatilität dürfte somit ein dauerhaftes Thema bleiben.

Für Anleger bedeutet das: Der Bitcoin-Kurs bleibt eng an makroökonomische Entwicklungen gekoppelt. Je stärker digitale Assets in das globale Finanzsystem integriert werden, desto deutlicher spiegeln sie geopolitische Schocks und wirtschaftspolitische Entscheidungen wider. Wer auf Bitcoin aktuell setzt, muss sich auf anhaltend hohe Schwankungen einstellen.

Bitcoin-Kurs bleibt im Krisenmodus

Der Bitcoin-Kurs befindet sich in einer entscheidenden Phase. Makroökonomische Unsicherheiten, geopolitische Spannungen und eine aggressive US-Zollpolitik haben das Vertrauen vieler Anleger erschüttert. Der Rückgang unter 65.000 Dollar und die extrem niedrige Stimmungslage mit 5 Punkten im Fear & Greed Index verdeutlichen die Nervosität. Solange zentrale Unterstützungen wie 60.000 Dollar nicht nachhaltig verteidigt werden, bleibt das Risiko weiterer Rückschläge bestehen. Ein mögliches Szenario bis 50.000 Dollar steht im Raum. Für Investoren bedeutet das: Bitcoin aktuell ist weniger sicherer Hafen als vielmehr Spiegel globaler Unsicherheit – und entsprechend volatil.

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