Finanzen

Mazda 6e im Vergleich: Wie wettbewerbsfähig ist das Elektromodell?

Die neue Mazda 6e entsteht auf chinesischer Plattform und markiert einen strategischen Neustart für die Baureihe Mazda6. Kann das Elektromodell mit großzügigen Abmessungen und kalkulierter Preisstruktur im europäischen Wettbewerb bestehen?
15.03.2026 11:00
Lesezeit: 4 min
Mazda 6e im Vergleich: Wie wettbewerbsfähig ist das Elektromodell?
Der Mazda 6e führt die Baureihe Mazda6 als vollelektrisches Modell auf chinesischer Plattform in einer neuen strategischen Ausrichtung fort (Foto: Miloš Milač)

Kooperation mit Changan ermöglicht Neuauflage des Mazda6

Mazda hatte die Baureihe Mazda6 als Limousine und Kombi bereits aus dem Programm genommen. Kurz vor dem endgültigen Aus erhielt das Modell jedoch eine technische Grundlage aus China. Partner Changan stellte mit dem Deepal SL03 die Plattform, auf welcher der neue Mazda6 nun aufbaut.

Produktion, Antriebstechnik und wesentliche Karosseriestrukturen stammen damit aus chinesischer Fertigung. Entstanden ist ein vollelektrisches fünftüriges Coupé, das die Modellbezeichnung Mazda6 weiterführt. Der Praxistest zeigt ein insgesamt stimmiges Gesamtpaket ohne gravierende Schwächen.

Kooperation mit Changan ermöglicht Neuauflage des Mazda6

Mit 4,92 Metern Länge, 1,89 Metern Breite und einem Radstand von 2,9 Metern ist der neue Mazda6 die bislang größte Ausführung der Baureihe. Das Platzangebot im Innenraum fällt entsprechend großzügig aus, insbesondere im Fond. Die Sitze sind komfortabel ausgeführt und trotz der im Fahrzeugboden integrierten Batterie nicht überhöht positioniert.

Begrenzter fällt das Ladevolumen aus. Der Kofferraum fasst 466 Liter und liegt damit unter dem Durchschnitt der Mittelklasse. Bei umgeklappten Rücksitzen erweitert sich das Volumen auf 1.074 Liter, bleibt jedoch hinter mehreren Wettbewerbern zurück.

Hinterradantrieb sorgt für ausgewogene Fahreigenschaften

Der Mazda 6e verfügt über Hinterradantrieb. In Kombination mit den elektronischen Regelsystemen ergibt sich ein neutrales und gut kontrollierbares Fahrverhalten. Das Fahrzeug bewegt sich leise und weitgehend vibrationsarm.

Die Abstimmung des Fahrwerks ist straff, ohne Komforteinbußen in Kauf nehmen zu müssen. Lenkung und Straßenlage entsprechen dem Niveau der Mittelklasse. Insgesamt präsentiert sich der Mazda6 fahrdynamisch ausgewogen und alltagstauglich.

Zwei Batterievarianten mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Zur Auswahl stehen zwei Antriebsvarianten. Der Mazda 6e 258 nutzt eine Batterie mit 68,8 Kilowattstunden, leistet 190 Kilowatt oder 258 PS und kommt auf eine offizielle Reichweite von 479 Kilometern. Der Mazda 6e 245 kombiniert 180 Kilowatt oder 245 PS mit einer Batterie von 80 Kilowattstunden und einer Normreichweite von 552 Kilometern.

Der Sprint auf 100 Kilometer pro Stunde gelingt in 7,6 beziehungsweise 7,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 175 Kilometern pro Stunde. Im Test erreichte der Mazda 6e Takumi 245 mit der größeren Batterie im Winter rund 420 Kilometer bei einem Verbrauch von 19 Kilowattstunden pro 100 Kilometer.

Unterschiede zeigen sich bei der Ladeleistung. Die Variante mit 80 Kilowattstunden lädt mit maximal 90 Kilowatt Gleichstrom vergleichsweise langsam. Die Version mit kleinerer Batterie erreicht bis zu 165 Kilowatt.

Digital geprägter Innenraum mit umfangreicher Ausstattung

Zwischen beiden Versionen liegt ein Preisunterschied von 1.700 Euro. Der Mazda 6e Takumi 245 kostet 45.200 Euro. Mit Händlerrabatt lässt sich der Preis unter 45.000 Euro senken, wodurch eine staatliche Förderung von 6.500 Euro möglich ist.

Der Innenraum ist klar digital ausgerichtet. Ein 12,3 Zoll großes Fahrerdisplay und ein 14,6 Zoll großer Zentralbildschirm bilden die zentrale Bedieneinheit. Weiche Materialien, Kontrastnähte, Aluminiumapplikationen und Ledersitze prägen die Anmutung.

Zur Serienausstattung zählen beheizte und belüftete Sitze, ein Panoramaglasdach sowie zahlreiche Assistenzsysteme. Dazu gehören eine 360-Grad-Kamera, ein adaptiver Tempomat, ein Spurhalteassistent und eine Totwinkelüberwachung. Ungewohnt ist, dass die Einstellung der Scheibenwischer ausschließlich über den Zentralbildschirm erfolgt.

Preislich auf dem Niveau früherer Generationen

Der Listenpreis des Mazda 6e Takumi 245 liegt bei 45.200 Euro. Mit Händlerrabatt und staatlicher Förderung reduziert sich der Endpreis für Privatkunden auf rund 38.500 Euro. Unternehmen können bei zusätzlichem Vorsteuerabzug auf etwa 32.000 Euro kommen.

Damit liegt der Preis in einer Größenordnung, die an einen dieselbetriebenen Mazda6 aus dem Jahr 2013 erinnert, also vor Pandemie und starkem Inflationsanstieg. Für ein nahezu voll ausgestattetes Elektrofahrzeug dieser Größe ist dies im aktuellen Marktumfeld eine wettbewerbsfähige Positionierung.

Relevanz für den deutschen Markt

Der neue Mazda6 steht exemplarisch für die enge Verzahnung europäischer Marken mit chinesischen Plattformen. Entwicklungs- und Produktionskosten werden durch gemeinsame Strukturen reduziert.

Für Deutschland könnte der Mazda 6e vor allem im Flotten- und Dienstwagensegment eine Rolle spielen, sofern Preisstruktur und Förderbedingungen vergleichbar sind. In einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt für elektrische Mittelklassemodelle entscheidet letztlich das Verhältnis von Reichweite, Ladeleistung und Gesamtpreis.

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