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Ottobock-Aktie: Prothesenhersteller sucht Käufer für Stammwerk in Thüringen

Der börsennotierte Prothesenhersteller Ottobock will sich von einem weiteren Geschäftsbereich trennen und von einem Standort mit Geschichte. Ottobock kehrte 1991 zum einstigen Stammsitz im thüringischen Königsee zurück – jetzt steht das Werk mit 270 Beschäftigten zum Verkauf.
25.02.2026 08:18
Lesezeit: 2 min
Ottobock-Aktie: Prothesenhersteller sucht Käufer für Stammwerk in Thüringen
Eine myoelektrisch gesteuerte Handprothese ist im Showroom am Firmensitz vom Orthopädietechnikhersteller Ottobock zu sehen. (Foto: dpa) Foto: Swen Pförtner

Ottobock-Aktie: Prothesenhersteller sucht Käufer für Stammwerk in Thüringen

Der Prothesenhersteller Ottobock will sich von einem weiteren Geschäftsbereich trennen. Wie zu Wochenstart bekannt wurde, strebt das Unternehmen, das erst im vergangenen Jahr an die Frankfurter Wertpapierbörse gegangen ist und bereits einen Platz im SDAX inne hat, den Verkauf der Rollstuhl-Sparte im thüringischen Königsee an. Die Trennung fällt dem Vorstandschef emotional schwer.

Das Unternehmen aus Südniedersachsen sei mit mehreren Interessenten im Gespräch und rechne in den kommenden Monaten mit ersten Unterschriften, sagte Vorstandschef Oliver Jakobi der DPA. Ziel sei es, Standort und Arbeitsplätze zu erhalten. In Königsee arbeiten derzeit gut 270 Beschäftigte.

"Wir haben schon letztes Jahr angefangen, mit möglichen Kandidaten zu sprechen", sagte Jakobi. Namen der Interessenten nannte er nicht. In welcher Form der Abschluss am Ende erfolgen werde, sei nicht abschließend geklärt. "Aber es kann auch zu einem Komplettverkauf kommen", sagte Jakobi. Die Arbeitsplätze stünden dabei nicht zur Disposition, fügte er hinzu.

Ziel sei es, für den Standort "eine gute Zukunft sicherstellen zu können", sagte Jakobi. Daher habe man sich auch mehr Zeit genommen für die Gespräche. Auf keinen Fall dürfe das Werk verkauft und dann geschlossen werden. Bis spätestens Mitte 2027 solle die Trennung abgeschlossen sein.

Chef wehmütig: Thüringen bis 1948 Firmensitz

Königsee ist für das Unternehmen dabei nicht irgendein Standort: Das Unternehmen hatte hier ab 1920 seinen Sitz, bis es 1948 durch die sowjetische Besatzungsmacht enteignet wurde und nach Duderstadt ins nahe Niedersachsen umzog. Nach dem Ende der DDR kaufte Ottobock 1991 das einstige Firmenanwesen zurück und baute dort später die Rollstuhlsparte auf. Die Trennung falle emotional daher nicht leicht, räumte Jakobi ein: "Auf alle Fälle schwingt da auch ein bisschen Wehmut mit."

Der Grund für die geplante Trennung? Das Rollstuhlgeschäft passe "nicht mehr so richtig zu unserem sonstigen Geschäft", sagte Jakobi. "Darum haben wir gesagt, wir fokussieren uns darauf, wo wir richtig stark sind, wo wir Marktführer sind, wo wir auch die Möglichkeit haben, die Märkte weiterzuentwickeln und auch zu beeinflussen. Und geben das auf, wo wir einer von verschiedenen Anbietern sind."

Laut Finanzvorstand Arne Kreitz ist das Rollstuhlgeschäft einer von fünf Bereichen, den das Management seit 2022 loswerden möchte. Drei davon seien inzwischen verkauft oder geschlossen. Noch zum Verkauf stehe neben dem Thüringer Rollstuhlgeschäft ein kleiner Abrechnungsdienstleister in den USA.

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