Finanzen

Warum so viele Deutsche Aktien und Fonds links liegen lassen

Milliarden liegen auf Sparbüchern, während Aktien & Co. kaum genutzt werden. Warum viele Deutsche vor Wertpapieren zurückschrecken – und was Experten raten.
30.03.2026 07:34
Lesezeit: 1 min

Warum so viele Deutsche Aktien und Fonds links liegen lassen

Freunde und Familie sind bei der Geldanlage für die Mehrheit in Deutschland die erste Informationsquelle. Knapp ein Drittel (31,2 Prozent) der 3.203 Erwachsenen, die das Meinungsforschungsinstitut Ipsos im Auftrag der Commerzbank befragt hat, holen sich im privaten Umfeld Investmenttipps.

Bank- und Finanzberater rangieren in der repräsentativen Umfrage aus dem Herbst knapp dahinter (29,7 Prozent). Auf die Frage, ob sie sich in den vergangenen zwölf Monaten zu Anlageprodukten von ihrer Bank oder einem Finanzberater haben beraten lassen, antworten fast 80 Prozent jedoch mit Nein.

Tagesgeld statt Wertpapiere

In Summe sparen die Menschen hierzulande wie die Weltmeister: Fast drei Viertel der Befragten legen nach eigenen Angaben regelmäßig (43,7 Prozent) oder unregelmäßig (28,4 Prozent) Geld auf die hohe Kante. Mit Abstand am beliebtesten dabei: Tagesgeld, Festgeld und Sparbuch.

Um Wertpapiere wie Aktien, ETFs, Fonds oder Anleihen macht etwa die Hälfte der Sparer einen Bogen, vor allem deshalb, weil sie sich nach eigenem Bekunden nicht damit auskennen oder Risiken scheuen.

Verschenken die Menschen Geld?

«Viele Menschen in Deutschland sparen fleißig, aber zu konservativ», sagt Commerzbank-Privatkundenchef Thomas Schaufler. «Trotz hoher Sparquoten nutzt die Mehrheit renditestärkere Anlageformen wie Wertpapiere zu wenig und verschenkt damit langfristig finanzielles Potenzial.»

Schaufler weist darauf hin, dass auf zumeist unverzinsten Konten in Deutschland rund drei Billionen Euro liegen. «Nicht nur mit Blick auf die Altersvorsorge ist es wichtiger denn je, liquide Mittel gezielt zu investieren und die Chancen der Kapitalmärkte zu nutzen», sagt der Commerzbank-Privatkundenchef.

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