Finanzen

Alibaba-Aktie steigt: Angriff auf OpenAI und Anthropic mit neuem KI-Modell Qwen 3.8-Max

Mit dem neuen KI-Modell Qwen 3.8-Max will Alibaba seine Position im globalen Technologiewettbewerb stärken. Die Börse reagiert begeistert, die Alibaba-Aktie klettert. Der Konkurrenzkampf in der KI-Branche verschärft sich damit weiter. Was bedeutet das für Anleger und die Alibaba-Aktie?
03.08.2026 12:59
Aktualisiert: 03.08.2026 12:59
Lesezeit: 2 min
Alibaba-Aktie steigt: Angriff auf OpenAI und Anthropic mit neuem KI-Modell Qwen 3.8-Max
Die Alibaba-Aktie legt nach der Vorstellung von Qwen 3.8-Max kräftig zu. (Bild: ChatGPT) Foto: Sheldonâ cooper

Alibaba-Aktie steigt: Was das neue KI-Modell Qwen 3.8-Max für Anleger bedeutet

Die Alibaba-Aktie rückt zum Wochenstart in den Fokus der Anleger. Auslöser ist die Vorstellung des neuen KI-Modells Qwen 3.8-Max, mit dem der chinesische Technologiekonzern seine Ambitionen im globalen Wettbewerb um Künstliche Intelligenz unterstreicht. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um das bislang größte und leistungsfähigste Modell der Qwen-Serie. An der Börse in Hongkong reagierte die Alibaba-Aktie unmittelbar: Sie sprang zwischenzeitlich über 9,7 Prozent nach oben auf mehr als 127,60 Hongkong-Dollar.

Das neue Alibaba-KI-Modell soll vor allem beim logischen Denken, Programmieren sowie bei der multimodalen Verarbeitung von Text, Bild und Ton überzeugen. Nach Angaben des Unternehmens spielt "Qwen3.8-Max" in derselben Liga wie die Spitzenmodelle der US-Anbieter OpenAI und Anthropic.

Zwei KI-Schwergewichte aus China

Das Modell verfügt über 2,4 Billionen Parameter. Die Parameterzahl ist ein Hinweis auf Größe und Komplexität eines KI-Systems. Eine höhere Zahl bedeutet allerdings nicht automatisch eine bessere Leistung.

Das erst wenige Wochen zuvor vorgestellte "Kimi K3" des chinesischen Entwicklers Moonshot AI kommt auf 2,8 Billionen Parameter. In mehreren Tests schnitt "Qwen3.8-Max" nach Angaben von Alibaba dennoch besser ab als der heimische Konkurrent.

Alibaba erklärte zudem, dass das Modell auf einem "Mixture-of-Experts"-Ansatz basiert. Dabei wird die Arbeit auf spezialisierte Teile des Systems aufgeteilt, anstatt bei jeder Anfrage das gesamte Modell zu aktivieren. Es würden jeweils nur 95 Milliarden Parameter verwendet, was die Kosten und die Antwortzeiten reduziere. Der Technologieriese gab an, das Modell habe ein Software-Engineering-Projekt in 16 Tagen abgeschlossen.

Alibaba setzt auf ein offenes Modell

Auf der Vergleichsplattform Arena.AI war "Qwen3.8-Max" bei Textaufgaben das bestplatzierte chinesische Modell. Es lag jedoch hinter Modellen des US-Anbieters Anthropic. Besonders stark schnitt es bei der Auswertung von Bildern ab.

Das Modell kann bereits genutzt werden. In der kommenden Woche will Alibaba auch die Modellgewichte veröffentlichen. Entwickler können das System dann selbst betreiben und an eigene Anwendungen anpassen. Damit verfolgt der Konzern das Ziel, das Alibaba-KI-Modell stärker für externe Entwickler zu öffnen und enger mit Alibaba Cloud zu verzahnen. Auf der World Artificial Intelligence Conference im Juli hatte das Unternehmen dazu bereits eine sogenannte Agent-Native-Cloud-Suite präsentiert. Ziel ist es, aus Rechenleistung wiederkehrende Erlöse zu erzielen und die Position als KI-Infrastrukturanbieter neben dem klassischen Handelsgeschäft auszubauen.

Alibaba-Aktie zwischen KI-Hoffnung und Konkurrenzdruck

Der Vorstoß erfolgt in einer Phase verschärften Wettbewerbs unter chinesischen KI-Anbietern. Erst vor wenigen Wochen sorgte Moonshot AI mit "Kimi K3" für Aufsehen. Gleichzeitig wächst der Druck auf die führenden US-Anbieter. Chinesische Systeme reichen bei einzelnen Aufgaben zunehmend an amerikanische Spitzenmodelle heran. Viele Anbieter veröffentlichen zudem ihre Modellgewichte, damit Entwickler die Systeme selbst anpassen können. OpenAI, Anthropic und Google veröffentlichen diese Zahlen für ihre Closed-Source-Modelle dagegen nicht.

Für die Alibaba-Aktie bleibt entscheidend, ob sich die hohen Erwartungen an Qwen 3.8-Max bestätigen. Ende Juni 2026 hatte ein Datenstreit mit Anthropic, das Alibaba eine Kopie geschützter Trainingsdaten vorwarf, den Alibaba-Aktienkurs zeitweise belastet. Insgesamt gab die Alibaba-Aktie an der Börse in Hongkong in den vergangenen sechs Monaten um rund 22,5 Prozent nach. Anleger werden daher genau beobachten, ob der jüngste Kurssprung nachhaltig ist und wie sich der Alibaba-Aktienkurs nach der Veröffentlichung der Modellgewichte entwickelt. Fest steht: Mit dem neuen KI-System verschärft Alibaba den Wettbewerb im internationalen KI-Markt – und die Alibaba-Aktie dürfte damit weiter im Mittelpunkt des Anlegerinteresses stehen. Die Alibaba-Aktie profitiert kurzfristig von der KI-Fantasie, muss ihren Rückenwind nun jedoch auch im operativen Wettbewerb bestätigen.

Sollten Anleger auf die Alibaba-Aktie setzen?

Mit Qwen 3.8-Max untermauert Alibaba seinen Anspruch, im globalen Wettbewerb um Künstliche Intelligenz eine führende Rolle einzunehmen. Das neue Modell überzeugt laut Unternehmensangaben mit hoher Leistungsfähigkeit und stärkt zugleich die Strategie, Entwickler durch die Veröffentlichung der Modellgewichte einzubinden. Die positive Reaktion der Börse zeigt, wie eng technologische Fortschritte und die Entwicklung der Alibaba-Aktie inzwischen miteinander verknüpft sind. Ob sich der Kurssprung als nachhaltig erweist, wird jedoch davon abhängen, wie sich Qwen 3.8-Max im Praxiseinsatz bewährt und ob Alibaba seine KI-Strategie erfolgreich in langfristiges Wachstum umsetzen kann.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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