Finanzen

US-Banken ziehen Kapital aus Moskau ab

Lesezeit: 1 min
05.05.2014 00:17
Nach den von den USA verhängten Sanktionen gegen Russland fahren die größten US-Banken ihr Engagement in Russland zurück. Grund dafür ist die Sorge vor weiteren Sanktionen. Diese hatten die USA und Deutschland am Freitag erneut in Aussicht gestellt.
US-Banken ziehen Kapital aus Moskau ab

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Nach den von den USA verhängten Sanktionen gegen Russland ziehen die größten US-Banken ihr Kapital aus Russland ab.

Das Russland-Geschäft von Citigroup fiel im ersten Quartal um 9 Prozent auf 9,4 Milliarden US-Dollar. JPMorgan reduzierte sein Engagement im gleichen Zeitraum um 13 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar, die Bank of America sogar um 22 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar.

Die USA und Deutschland warnten zudem am Freitag, weitere Sanktionen über wichtige Teile der russischen Industrie zu verhängen, wenn Moskau die Präsidentschaftswahlen in der Ukraine im Mai verhindern sollte, berichtet die FT. Putin bezeichnete Wahlen in der jetzigen Situation als völlig absurd (mehr hier).

Citigroup nannte die Krise der Ukraine nicht als Grund für den Kapitalabzug, doch „zukünftige Entwicklungen, einschließlich der Verhängung von Sanktionen gegen weitere russische Unternehmen, Geschäftsbereiche, Einzelpersonen oder andere, könnten sich negativ auf das Geschäft auswirken“.

Am vergangenen Montag verhängten die USA neue Sanktionen gegen sieben Regierungsbeamte und den inneren Kreis von Präsident Putin. Betroffen waren 17 Unternehmen, davon drei kleine Banken.

„Die Situation bleibt unklar. Für eine weitere Eskalation der geopolitischen Spannungen gibt es großes Potenzial“, so die Bank of America.

JPMorgan wolle die „Ereignisse in Russland und die Auswirkungen der aktuellen und potenziellen neuen Sanktionen genau beobachten“.

Wenn der Ukraine-Konflikt eskaliert, könnten Investoren in diesem Jahr bis zu 150 Milliarden Dollar aus Russland abziehen, so eine Prognose der Weltbank aus dem März. Selbst im Fall einer Beruhigung stehe Russland vor Kapitalabfluss, einer schwachen Konjunktur und hoher Inflation (hier).


Mehr zum Thema:  

DWN
Technologie
Technologie China dominiert grüne Technologien – und wird zum Big Player der Erdölindustrie
25.05.2024

Chinas Exporte von Batterien, Elektroautos und Solarmodulen sind im vergangenen Jahr auf ein Rekordniveau gestiegen, womit das Land seine...

DWN
Politik
Politik Russische Taktiken und die europäische Sicherheitslandschaft: Norwegen im Fokus
25.05.2024

Tor Ivar Strømmen gilt als einer der angesehensten Militärwissenschaftler Norwegens. Kurz nach der Entdeckung der Lecks in der Nord...

DWN
Finanzen
Finanzen Fußball-EM 2024: Gemeinsam gucken und Steuer sparen - für Teamgeist und Motivation
25.05.2024

Sie wollen in der Firma den Teamgeist stärken und eine größere Identifikation der Mitarbeitenden mit dem Unternehmen schaffen? Laden...

DWN
Finanzen
Finanzen Neues Recht für große Unternehmen: EU-Staaten beschließen Lieferkettengesetz
25.05.2024

Es wurde erbittert bekämpft, teilweise mit substanziellem Erfolg. Doch es bleibt dabei. Europa bekommt ein Lieferkettengesetz. Große...

DWN
Finanzen
Finanzen Freibeträge im Überblick: Steuern sparen leicht gemacht
25.05.2024

Freibeträge bieten dem Steuerbürger eine attraktive Möglichkeit, seine Steuerlast legal zu mindern. Erfahren Sie hier, wie Sie diese...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft DWN-Kommentar: Wie Russland den Westen in der Ostsee testet - und China uns im Zollstreit
24.05.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...

DWN
Politik
Politik Hessen will Ukrainisch an Schulen als zweite Fremdsprache einführen
24.05.2024

Manchen jungen Ukrainern fehlt in Hessen die zweite Fremdsprache für die gymnasiale Oberstufe. Sie müssen vorerst aufs Abitur verzichten....

DWN
Technologie
Technologie „Mission KI“: Deutschlands Initiative für Künstliche Intelligenz und Datenökonomie
24.05.2024

„Mission KI“ heißt die nationale Initiative zur Stärkung der KI- und Datenökonomie in Deutschland. Gemeinsam mit Acatech und dem...