USA: Jeder zweite Kongress-Abgeordnete ist Millionär

Lesezeit: 1 min
06.06.2014 00:42
Einer Analyse nach sind mehr als die Hälfte der Kongressmitglieder in den USA Millionäre. In der Geschichte der US ist dies das erste Mal der Fall. Einhundert Mitglieder des US-Kongresses haben einen Mindestwert von fünf Millionen Dollar.
USA: Jeder zweite Kongress-Abgeordnete ist Millionär

Im Jahr 2012 hatten 268 von 534 der Kongressmitglieder einen Nettowert von 1 Million Dollar oder mehr. Das durchschnittliche Nettovermögen eines US-Abgeordneten liegt bei 1.008.767 Dollar. So ist auch das Nettogehalt der 530 aktuellen Gesetzgeber, die für den Kongress tätig sind, von 966.000 Dollar auf 1.008.767 Dollar, gegenüber dem Vorjahr, angestiegen.

Mitglieder des Kongresses müssen ihre Gewinne, Aktienoptionen, Unternehmen, Häuser und Grundstücke anmelden. Anhand dieser Angaben konnte das Center for Responsive Politics, die Millionäre registrieren. Demnach ist der Demokrat Mark Warner der reichste Abgeordnete des Senats. Sein maximaler Nettowert wird auf fast 419 Millionen Dollar geschätzt. Der Republikaner, Scott Rigell, ist mit 62 Millionen an zweiter Stelle der vermögendsten Abgeordneten des US-Bundesstaates Virginia. Der Republikaner, Eric Cantor, steht mit 9,3 Millionen Dollar auf Platz drei, so NBC12. Allein das durchschnittliche Kongress-Gehalt von 174.000 Dollar im Jahr platziert den Abgeordneten unter die Top 6 Prozent der US-Bestverdiener.

Zum ersten Mal in der Geschichte sind die meisten Mitglieder des US-Kongresses Millionäre. Es gibt fast 200 Mitglieder des Kongresses die Multimillionäre sind, berichten die Market Daily News. Die Demokraten im Kongress haben einen Nettowert von 1.040.000 Dollar, während die Republikaner im Kongress fast 1 Million Dollar netto verdienen. In beiden Fällen sind die Zahlen zum Vorjahr angestiegen.

In den USA regieren die Reichen, jedoch schaffen sie es nicht mit dem Geld der Steuerzahler sparsam umzugehen. So sollen Millionen von Dollar für „Bürokosten“ und die Haarpflegebedürfnisse einiger Senatoren verschwendet werden, während wenig getan wird um diesen Missbrauch zu stoppen.

Kritiker fürchten dass die derzeitige Regierung in den USA das Volk nicht repräsentieren kann, wenn mehr als die Hälfte der politischen Entscheidungen von wenigen Wohlhabenden getroffen werden. Nur wenige der regierenden Politiker kommen aus ärmlichen Verhältnissen und wissen daher nicht, was es bedeutet in Armut zu leben oder bezahlbaren Wohnraum, Nahrungsmittel und Medikamente zu finden. Aber auch die europäischen Politiker stehen dem amerikanischen Abgeordneten in Sachen Gehalt und Steuerprivilegien in Nichts nach (mehr hier).


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Anatomie einer Jahrhundert-Blase, Teil 3: Eine Dunkelziffer namens Inflation – das gesamte Finanzsystem basiert auf morschem Zahlenwerk

Die Entwicklung der Teuerung stellt einen der Ankerpunkte des gesamten weltweiten Finanzsystems dar. Schaut man sich ihre Berechnung an...

DWN
Politik
Politik Türkei: Neue Parteien sollen Sturz Erdogans herbeiführen

Ehemalige Weggefährten des türkischen Präsidenten Erdoğan gründen zwei neue Parteien. Sie wollen die Regierung und in der Folge...

DWN
Politik
Politik Europäische Umweltagentur will Ernährung, Energiekonsum und Mobilität der Menschen radikal ändern

Der Europäischen Umweltagentur zufolge wird Europa die Klimaschutzziele nicht erreichen, wenn keine “dringenden Maßnahmen” ergriffen...

DWN
Deutschland
Deutschland Münchner Gericht: Klickarbeit ist keine richtige Arbeit

Der Niedriglohnsektor in Deutschland wird immer größer. Dazu gehört die Klickarbeit, wo Mitarbeiter auf Internetplattformen Mikrojobs...

DWN
Finanzen
Finanzen Hälfte der Deutschen erwartet Altersarmut, hat aber kein Geld zur Vorsorge

Einer aktuellen Studie zufolge sorgt sich etwa jeder Zweite vor Armut im Alter – kann aber aufgrund von Geldmangel nicht privat vorsorgen.

DWN
Deutschland
Deutschland Neue Industriestrategie: Staat fordert mehr Kontrolle bei Firmenverkäufen

Die erneuerte Industriestrategie zielt neben einigen Updates insbesondere auf eine verstärkte Kontrolle der Bundesregierung bei...

DWN
Politik
Politik Marsch in Richtung „FREXIT“? Frankreich kann sein üppiges Sozialsystem nicht mehr finanzieren

Frankreich kommt nicht zur Ruhe. Aus Protest gegen geplanten Reformen im Rentensystem haben die Gewerkschaften mehrere Generalstreiks...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Wirtschaftswissenschaft versteht den modernen Finanzkapitalismus nicht mehr

Seit der Krise von 2008 haben sich die Spielregeln im Finanzsystem und in der Weltwirtschaft grundlegend verändert. Die...

DWN
Deutschland
Deutschland Seen als Wärmequelle: Energieverbände fordern Masterplan für die Geothermie

Deutschland läuft Gefahr, die Klimaziele zu verfehlen. Jetzt taucht plötzlich wieder eine Form der Energiegewinnung in der Diskussion...

DWN
Politik
Politik Ein neuer Kalter Krieg? Auf den Weltmeeren wird kräftig aufgerüstet

Sowohl die Nato-Staaten als auch Russland und weitere Mächte haben in den vergangenen Jahren eine deutliche Aufrüstung ihrer maritimen...

DWN
Politik
Politik Deutsche bunkern Bargeld: Tresor-Hersteller erleben Hochkonjunktur

Die Deutschen bunkern ihr Bargeld vermehrt in Tresoren und Safes. Ein führender Tresorhersteller nennt die Angst der Bürger vor Niedrig-...

DWN
Politik
Politik Das Schicksal der Welt in den Händen von 5 Staaten

Die UN dient faktisch als Instrument von fünf Staaten, die international ihre eigenen Interessen verfolgen. Im UN-Sicherheitsrat verfügen...

DWN
Finanzen
Finanzen Termingeschäfte eingeschränkt: Weltgrößter Pensionsfonds geht gegen Spekulanten vor

Mit einer Neuregelung zu seinem Aktienportfolio macht Japans staatlicher Pensionsfonds Leerverkäufern einen Strich durch die Rechnung....

DWN
Finanzen
Finanzen Russland: Ausländer investieren zunehmend in Rubel-Anleihen

Der Anteil der ausländischen Anleger an den Rubel-Staatsanleihen hat die 30-Prozent-Marke überschritten.

celtra_fin_Interscroller