Unternehmen

Neue Steuer-Gesetze versperren Bürgern Wege zur Rettung der Ersparnisse

Lesezeit: 1 min
04.07.2014 12:51
Der Bundestag hat in neuen Steuer-Gesetzen den Bürgern zwei wichtige Wege zur Rettung ihrer Ersparnisse versperrt: Auswanderer müssen künftig deutlich mehr Steuern auf ihr mitgenommenes Vermögen zahlen. Ein Verkauf von Lebensversicherungen ist ebenfalls nicht mehr möglich. Die Sparer sind gezwungen, die Verluste in einem Vorsorge-Modell zu tragen, das durch die niedrigen Zinsen der EZB systematisch zerstört wurde.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Das Finanzministerium wird Bürger künftig stärker besteuern, wenn diese ins Ausland umziehen und größere Vermögen mitnehmen wollen. Ein entsprechendes Gesetz verabschiedete der Finanzausschuss des Bundestags am Donnerstagabend.

Bisher konnten vermögende Aktionäre den aus Firmenbeteiligungen stammenden Besitz leichter ins Ausland verlegen, berichtet das Handelsblatt. Sie sparten Steuern, indem sie das Vermögen vor dem Wegzug in das Betriebsvermögen einer Personengesellschaft einbrachten. Nach Koalitionsangaben ist dies nun nicht mehr möglich.

Neben der stärkeren Besteuerung von Auswanderern gibt es eine wichtige Änderung bei den Lebensversicherungen. Der Bundestag berichtet:

„Nach einem Verkauf [der Lebensversicherung] sollen die Auszahlungen bei Eintritt des Versicherungsfalls nicht mehr steuerfrei sein. Die Bundesregierung begründet die Rechtsänderung damit, durch den Verkauf einer Lebensversicherung verliere die Versicherung den Zweck der Risikovorsorge bei Eintritt des Versicherungsfalls. Damit entfalle die Grundlage für den steuerfreien Bezug der Versicherungssumme, da für den Erwerber ausschließlich die Renditeerwartungen aus der Kapitalanlage relevant seien.“

Der Verkauf der Lebensversicherung stellte bisher eine Alternative zur Kündigung der Versicherung dar. Die Bürger konnten auf diese Weise aus der Versicherung aussteigen, ohne zu viel Geld zu verlieren. Doch nun nimmt man den Bürgern diesen Ausweg aus der Lebensversicherung. Die Politik verschließt den Bürgern ein weiteres Tor zur Rettung ihrer Vermögen.

Bereits Anfang Juni hatte die Bundesregierung verschiedene Maßnahmen beschlossen, die einen Crash bei den Lebensversicherungen verhindern sollen. Auf die Kunden kommen gravierende Verluste zu (mehr hier).

Zudem beschloss der Finanzausschuss eine ganze Reihe weiterer Steuergesetze. Der Mehrwertsteuersatz für Hörbücher wird von 19 Prozent auf 7 Prozent gesenkt, nicht jedoch für Hörspiele und für Hörbuch-Downloads. Ambulante Reha-Zentren müssen künftig keine Gewerbesteuer mehr zahlen. Dies kritisiert die Linksfraktion als Steuersubvention für die Privatisierung des Gesundheitswesens.

Wieder eingeführt wurde hingegen die Umkehr der Steuerschuldnerschaft für Bau- und Gebäudereiniger bei der fälligen Umsatzsteuer.

Die beiden Oppositionsparteien im Bundestag unterstützen die Regierung in dem Bestreben, stärker auf die Vermögen der Bürger zuzugreifen. Der Linksfraktion geht die Besteuerung der Auszahlungen von verkauften Lebensversicherungen jedoch nicht weit genug: „Solche Geschäfte gehören grundsätzlich verboten.“ Auch die Grünen begrüßen, dass etwas „gegen die Steuerhinterziehung“ unternommen werde.

 


Mehr zum Thema:  

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Technologie
Technologie Astronaut Alexander Gerst rechnet mit permanenter Station auf dem Mond
23.04.2024

Eine feste Basis auf dem Mond - das klingt für viele noch nach Science Fiction, soll aber schon bald Realität werden. Für Astronaut...

DWN
Politik
Politik Zeitungsverlage mahnen von Politik zugesagte Hilfe an
22.04.2024

Der Medienwandel kostet Zeitungshäuser viel Kraft und Geld. Von der Politik fühlen sie sich dabei im Stich gelassen. Sie erinnern die...

DWN
Immobilien
Immobilien Stabilere Aussichten für deutschen Gewerbeimmobilienmarkt nach Volatilität
22.04.2024

Die Nachfrage insbesondere nach Büros im deutschen Gewerbeimmobiliensektor war verhalten im Jahr 2023. Das Segment ist stärker als andere...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Iran-Konflikt: Israels mutmaßlicher Angriff und Teherans Machtspiele
22.04.2024

Ein möglicher israelischer Luftangriff gegen den Iran kennzeichnet die bisherige Spitze der Eskalation im Nahostkonflikt. Dennoch bleibt...

DWN
Politik
Politik Steinmeier reist mit Dönerspieß und Imbissbesitzer in die Türkei
22.04.2024

Zehn Jahre ist es her, dass ein Bundespräsident der Türkei einen Besuch abgestattet hat. Jetzt reist Frank-Walter Steinmeier an den...

DWN
Technologie
Technologie Auftakt der Hannover Messe: Industrie mahnt Reformen an
22.04.2024

In Hannover hat wieder die traditionelles Messe für Maschinenbau und Elektrotechnik begonnen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) eröffnete...

DWN
Politik
Politik Parteiensympathie unterscheidet sich zwischen Stadt und Land
22.04.2024

Wie unterschiedlich ticken die Menschen politisch auf dem platten Land und in der Großstadt? Eine Analyse der Konrad-Adenauer-Stiftung...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW befindet sich im „Preiskrieg" und will um Marktanteile in China kämpfen
22.04.2024

Lange war Volkswagen der Platzhirsch unter den Automobilherstellern in China. Doch nun tobt ein brutaler Wettbewerb um den Markt für...