Gemischtes

Nie mehr Platten: Reifen brauchen weder Luft noch Felgen

Lesezeit: 2 min
27.10.2014 11:55
Platte Reifen sollen künftig der Vergangenheit angehören. Mehrere Hersteller entwickeln Reifen, die ohne Luft und Felgen auskommen. Dadurch wollen die Entwickler mehr Stabilität und Effizienz erreichen.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Der koreanische Hersteller Hankook stellte bereits 2013 auf der Frankfurter Automesse den i-Flex vor. Trotz des Namens ist Apple an dieser Erfindung nicht beteiligt. Die Koreaner setzen auf einen komplett synthetischen Reifen. Das bedeutet auch, dass keine Felge benötigt wird. Das Rad ist ein Produkt aus einem Guss und sicher gegen den gefürchteten Platten.

Zusätzlich besteht die Erfindung aus 95 % recyclebarem Material. Dadurch, dass die Felge mit ihrem Gewicht wegfällt, setzen die Reifenentwickler auf einer gesteigerte Energieeffizienz der Autos. Auf Dauer mache sich das geringere Gewicht an den niedrigeren Betriebskosten bemerkbar.

Wenn gleich die Idee von Hankook noch nicht erhältlich ist, kam der Gedanke gut bei den Messebesuchern an. Inzwischen sind auch andere Hersteller auf diesen Zug aufgesprungen und haben ganz eigene Kreation entwickeln.

In diesem kürzlich erschienen Youtube-Video werden die Produkte von Bridgestone, Michelin und Britek vorgestellt. Auch hier lautet die Devise, dass der Reifen zum Teil die Felge ersetzt und ohne Luft auskommen soll. Dabei legen die einzelnen Hersteller ganz unterschiedlich Wert auf die Stabilität der Reifen.

Bridgestone hat bereits 2011 ein Konzept entwickeln. Aktuell trägt dies ganz spezielle Lamellen, die den Reifen besonders stabil machen sollen. Dies ist vor allem bei Geländefahrten interessant. Aber auch generell in Kurven soll das System den Reifen besser unterstützen. Das liegt daran, weil das Rad durch die Konstruktion besonders steif ist. Es gibt bei Kurvenfahrten demnach nicht oder nur sehr wenig nach.

Ein großer Vorteil bei dem Modell von ist der Kombination aus Felge und Reifen. Die Bridgestone Felge wird dabei nur ersetzt, wenn sie beschädigt wurde. Lediglich der dünne Teil des tatsächlichen Reifengummis wird erneuert, wenn er abgefahren wurde. Da spart nicht nur Geld, sondern schont auch die Umwelt. Schließlich ist der eigentliche Gummi hierbei nur ein Bruchteil von dem, was derzeit auf Autofelgen gezogen wird.

Michelin hat ein ähnliches System entwickelt mit dem Namen Tweel. Das soll ein Wortspiel aus Tire und Wheel sein, also aus Reifen und Rad. Die Franzosen sind allerdings schon einen Schritt weiter. Bereits 2005 wurde das Tweel für Rollstühle angeboten. Seit 2012 können Kompaktlader das Angebot nutzen.

Auch hier wird keine Luft in den Reifen gepumpt und der Hersteller produziert das komplette Rad. Insbesondere bei scharfen Kanten oder Hindernissen ist das Tweel ideal einsetzbar. Durch die besonders langen Speichen ist das Rad extrem flexibel und kann jeder Unebenheit trotzen. Des Weiteren gibt es im Radinneren kompaktere Speichen, die Energie absorbieren sollen. Dadurch wird die Aufhängung entlastet.

Diese Idee hat der Hersteller Britek mit seinem Energy Return Wheel noch weiter perfektioniert. Natürlich wird auch bei dieser Erfindung keine Luft benötigt und die Reifen absorbieren besonders viel Energie. Das funktioniert bei dem Patent von Britek sogar gut, dass laut eigenen Angaben 16 – 22 % der Energie wieder zurückgeführt werden kann. Für den Nutzer bedeutet das, weniger Kraftaufwand und sparsameres Fahren.

Britek hat die Reifen primär für Fahrräder hergestellt, so dass auch Radfahrer in den Genuss der Funktionen kommen. Ein platter Reifen tritt öfter beim Fahrradfahren auf, als bei Autos. Insofern ist die Anschaffung für Profisportler oder Vielfahrer eine Überlegung. Darüber hinaus kommen sie so mit derselben eingesetzten Energie rund 20 % weiter und brauchen keine Angst vor einem Platten zu haben.

Der Kostenpunkt liegt mit 1.499 US-Dollar noch sehr hoch. Dafür hat jedes Rad einen eingebauten Stoßdämpfer. Alternativ gibt es auch günstigere Varianten zum Beispiel für die Straße. Die ebenfalls luftlosen Räder gibt es ab 629 Dollar und sollen sich besonders durch schnelle Reaktionszeiten auszeichnen. Auch hier wird das Fahren bergauf dank der Energierückgewinnung leichter.

Sowohl Auto- als auch Fahrradfahrer können sich demnach auf eine Zukunft freuen, in der es keine Platten mehr gibt. Zu einem ökologischeren Fahren kommen niedrigere Betriebskosten und teilweise sogar eine eingebaute Dämpfung. Das entlastet das gesamte Fahrzeug, weil Stöße bereits vom Rad abgefangen werden. Nachdem schon viele Reifenhersteller an diesen Konzepten tüfteln, wird eine Serienproduktion für Autos wohl nur noch eine Frage der Zeit sein.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Top-Ökonom: Bundesregierung unterschätzt Insolvenzrisiken durch Corona-Krise

Der Ökonom Marcel Fratzscher sagt, dass die Finanzhilfen für Unternehmen nicht ewig aufrechterhalten werden. Die Frage sei nicht ob,...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Energiewende sei Dank: Renaissance der Atomkraft und Uran

Die globale Energiewende wird eine Renaissance der Kernkraft auslösen und damit den Bedarf für den wichtigsten Brennstoff Uran deutlich...

DWN
Finanzen
Finanzen China stellt Weichen für höhere Finanz-Investitionen im Ausland

Die chinesischen Behörden ermutigen heimische Investoren, zünftig mehr in ausländische Finanzanlagen und Wertpapiere zu investieren.

DWN
Finanzen
Finanzen Wie sinnvoll ist es, in Platin oder Palladium zu investieren?

Platin und Palladium sind bei Anlegern weitaus weniger beliebt als Gold uns Silber. Die Investition ist riskanter und schwieriger.

DWN
Finanzen
Finanzen Neues Zeitalter: Startschuss für den epochalen „Great Reset“ des Finanzsystems

Das internationale Finanzsystem, das durch billiges Geld der Zentralbanken überflutet wurde, steht vor dem Kollaps, weil es marode ist....

DWN
Finanzen
Finanzen Es geht los: Bundesfinanzministerium wertet „gekaufte“ Steuerdaten aus Dubai aus

Die zuletzt vom Bund gekauften Steuerdaten aus Dubai gehen an diesem Mittwoch zur konkreten Auswertung möglicher Straftaten an die Länder.

DWN
Finanzen
Finanzen „Fan-Token“: Europas Top-Clubs führen Kryptowährungen ein

Auf ihrer Suche nach Alternativen haben einige Vereine wie Manchester City, AC Mailand oder die Glasgow Rangers Kryptowährungen entdeckt -...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutschland exportierte 2020 Rüstungsgüter im Wert von 5,82 Milliarden Euro

Deutschland hat auch im Corona-Krisenjahr 2020 Rüstungsgüter exportiert.