Deutschland

Eurokrise: Auch Merkel geht auf Distanz zu Weidmann

Lesezeit: 1 min
17.09.2012 14:15
Angela Merkel betonte auf ihrer Pressekonferenz, der Chef der Bundesbank sei unabhängig, daher wolle sie seine Aussagen zu den EZB-Interventionen nicht kommentieren. Am Wochenende hatte der Bundesfinanzminister Weidmann wegen seiner Opposition im EZB-Rat scharf angegriffen.
Eurokrise: Auch Merkel geht auf Distanz zu Weidmann

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Nachdem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble an Jens Weidmanns Opposition im EZB-Rat heftige Kritik geäußert hatte, distanzierte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel heute ebenfalls von Weidmann. Der Bundesbankchef war der einzige der im EZB Rat gegen einen unbeschränkten Ankauf von Staatsanleihen stimmte.

Der Abstimmung war eine längere Debatte vorangegangen in der sich Weidmann einige Male offen gegen die Interventionen der EZB stellte: „Ich bin nicht sicher, ob es dem Vertrauen in die Bundesbank zuträglich ist, wenn diese Debatte semi-öffentlich ausgetragen wird“, kritisierte Schäuble die Haltung des Bundesbankers in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Bei ihrer Jahrespressekonferenz ging Merkel nicht stärker auf den Konflikt zwischen Weidmann und Schäuble ein. Weidmann sei genauso wie die EZB unabhängig, daher wolle sie Weidmanns Aussagen nicht kommentieren: „Jens Weidmann ist davon umgetrieben, dass wir die Schuldenkrise wirklich nachhaltig lösen“, sagte sie.

Damit zeigt sich einmal mehr die Veränderung in der deutschen Geldpolitik: Orientierte sich die Politik früher weitgehend an den Empfehlungen der Bundesbank, wird ihr jetzt noch im Idealfall das Recht der Meinungsäußerung zugestanden.


Mehr zum Thema:  

DWN
Technologie
Technologie China dominiert grüne Technologien – und wird zum Big Player der Erdölindustrie
25.05.2024

Chinas Exporte von Batterien, Elektroautos und Solarmodulen sind im vergangenen Jahr auf ein Rekordniveau gestiegen, womit das Land seine...

DWN
Politik
Politik Russische Taktiken und die europäische Sicherheitslandschaft: Norwegen im Fokus
25.05.2024

Tor Ivar Strømmen gilt als einer der angesehensten Militärwissenschaftler Norwegens. Kurz nach der Entdeckung der Lecks in der Nord...

DWN
Finanzen
Finanzen Fußball-EM 2024: Gemeinsam gucken und Steuer sparen - für Teamgeist und Motivation
25.05.2024

Sie wollen in der Firma den Teamgeist stärken und eine größere Identifikation der Mitarbeitenden mit dem Unternehmen schaffen? Laden...

DWN
Finanzen
Finanzen Neues Recht für große Unternehmen: EU-Staaten beschließen Lieferkettengesetz
25.05.2024

Es wurde erbittert bekämpft, teilweise mit substanziellem Erfolg. Doch es bleibt dabei. Europa bekommt ein Lieferkettengesetz. Große...

DWN
Finanzen
Finanzen Freibeträge im Überblick: Steuern sparen leicht gemacht
25.05.2024

Freibeträge bieten dem Steuerbürger eine attraktive Möglichkeit, seine Steuerlast legal zu mindern. Erfahren Sie hier, wie Sie diese...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft DWN-Kommentar: Wie Russland den Westen in der Ostsee testet - und China uns im Zollstreit
24.05.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...

DWN
Politik
Politik Hessen will Ukrainisch an Schulen als zweite Fremdsprache einführen
24.05.2024

Manchen jungen Ukrainern fehlt in Hessen die zweite Fremdsprache für die gymnasiale Oberstufe. Sie müssen vorerst aufs Abitur verzichten....

DWN
Technologie
Technologie „Mission KI“: Deutschlands Initiative für Künstliche Intelligenz und Datenökonomie
24.05.2024

„Mission KI“ heißt die nationale Initiative zur Stärkung der KI- und Datenökonomie in Deutschland. Gemeinsam mit Acatech und dem...