Angst vor Berlusconi: Parteien in Rom wollen Monti behalten

Nachdem sich Wirtschaftsvertreter bereits für eine weitere Regierungszeit Mario Montis ausgesprochen haben, sagte nun zwei Parteichefs ihre Unterstützung für eine Regierung unter Monti zu. Motivation für die Unterstützungsbekundungen dürfte die Angst sein, Silvio Berlusconi könnte die große politische Bühne wieder erobern.

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Sechs Monate hat die Übergangsregierung in Italien noch Zeit für ihre Reformen. Dann soll per Wahl entschieden werden, wer die Regierung stellt. Nachdem sich die Anzeichen mehren, dass auch der ehemalige Premierminister Silvio Berlusconi wieder zur Wahl antreten könnte, formiert sich eine Unterstützung für eine weitere Amtszeit des technokratischen Übergangspremiers Mario Monti.

Am Sonntag sagten einem Bericht des Independent zufolge Gianfranco Fini, der sich 2010 von Berlusconi lossagte um seine eigene Partei zu gründen und Pier Ferdinando Casini, Parteiführer der Christdemokratischen Zentrumspartei, sie würden Mario Monti bei einer Kandidatur unterstützen.

Monti war im November ohne Wahlen eingesetzt worden, um mit raschen Reformen das Land vor dem wirtschaftlichen Kollaps zu bewahren. Damals hatte die unberechenbare Politik Berlusconis dazu geführt, dass die Kapitalmärkte zunehmend das Vertrauen in Itlaien verloren und die Zinsen für Staatsanleihen stark stiegen.

Professor James Watson, Politikexperte an der amerikanischen Universität in Rom, mutmaßt, Monti könnte als Finanzminister in einer Koalition mit der demokratischen Partei, die Umfragen zufolge das stärkste Lager im Unterhaus stellen könnte, weiter agieren.

Bereits vor wenigen Tagen hatten führende Wirtschaftsvertreter den Wunsch geäußert, Mario Monti möge Amt bleiben, sollte bei der nächsten Wahl kein eindeutiger Sieger feststehen (mehr hier).

Auch die Arbeitgeberorganisation Confindustria sprach sich für eine weitere Amtszeit von Mario Monti aus: „Legitimiert durch die Wahl, wäre alles wunderbar für mich“, sagt Giorgio Squinzi, Chef von Confindustria. Auch Monti selber schließt eine weitere Legislaturperiode nicht aus. Er sagte, er würde als Regierungschef weiter zu Verfügung stehen, wenn das Land ihn ruft (mehr hier)

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