Niedrige Zinsen: Sparer müssen zahlen, damit Staaten nicht pleitegehen

Die Zentralbanken haben den Schuldenstaaten USA, Großbritannien und in der Eurozone bisher 1,1 Billionen an Zins-Ersparnissen gebracht. Die Haushalte der Länder wurden um 460 Milliarden Euro erleichtert. Ohne die Intervention der Zentralbanken hätte es demnach mehrere Staatspleiten gegeben.

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Ein Bericht des McKinsey Global Institute hat die dramatische Umverteilung aufgedeckt, die die niedrigen Zinsen der Zentralbanken zur Folge haben: Die US, Großbritannien und die Staaten der Eurozone mussten wegen der Politik der Zentralbanken um 1,1 Billionen Euro weniger für ihren Schuldendienst bezahlen.

Das bedeutet: Ohne die fortdauernden Manipulationen Interventionen der Zentralbanken wäre es im Westen vermutlich zum Crash in mehreren westlichen Industriestaaten gekommen. Die Staaten haben die Hilfe der Zentralbanken dankbar angenommen – und etwa in Europa jeden Plan, eine geordnete Staats-Pleite zu ermöglichen, vollständig von der politischen Agenda entfernt.

Die Staaten werden nicht pleitegehen, solange die Zentralbanken sie retten.

Die Rechnung für die Abwehr des Mega-Crashs haben die privaten Haushalte der Staaten gezahlt: Sie wurden durch die Politik der „unabhängigen“ Zentralbanken um 460 Milliarden Euro aus ihren Ersparnissen geprellt. Besonders betroffen waren dem Report zufolge die Sparer in Kontinental-Europa, weil die britischen Vermögen massiv in Immobilien angelegt sind.

Mario Draghi hat das neulich erstmals unumwunden zugegeben – und die Deutschen aufgefordert, bei der Rettung nicht so ängstlich zu sein (mehr hier).

Bei den Banken haben die US-Banken von der Geldschwemme profitiert: Sie haben wegen niedrigerer Zinszahlungen an die Kunden ihre Profite um 150 Milliarden Dollar steigern können. Die europäischen Banken haben dagegen 230 Milliarden Dollar verloren.

Viel von dem billigen Geld ist für die Blasen-Bildung in den Schwellen-Ländern verwendet worden: Waren es im Jahr 2007 noch 92 Milliarden Dollar, die internationale Investoren für Bonds in den Schwellenländern ausgegeben haben, betrug die Summe im Jahr 2012 bereits 264 Milliarden Dollar.

Der Bericht zeigt, dass die Pleite-Staaten in den USA, Großbritannien und der Eurozone ohne Enteignung der Sparer nicht mehr überlebensfähig sind.

Im Jahr 2014 ist zu erwarten, dass die Zentralbanken an diesem Kurs festhalten werden, weil sich an den Fundamental-Daten der Staaten nichts Wesentliches geändert hat. Daher hat beispielsweise die EU bereits Vorkehrungen getroffen, um im kommenden Jahr die Daumenschraube bei der europäischen Sparern noch fester anzuziehen (mehr zu diesem unerfreulichen Plan – hier).


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