RSS

US-Vorschlag: Zentralbanken sollen Geld an die Bürger direkt verschenken

Die angesehene Zeitschrift Foreign Affairs bringt einen radikalen Vorschlag zur Beendigung der globalen Ungleichheit zwischen Arm und Reich; Die Zentralbanken sollten ermächtigt werden, Geld direkt an die Bürger zu verschenken. Mit diesem Ansatz würde das Problem beseitigt, dass heute ein Großteil des billigen Geldes im Banken-System hängenbleibt. Allerdings würde das monetäre Paradies auf Erden eine Hyperinflation auslösen. Die Idee zeigt: Die Finanz-Eliten sind mit ihrem Latein am Ende.

Ihren XING-Kontakten zeigen
abo-pic

Aus den USA kommt ein überraschender Vorschlag, wie man die Schuldenkrise mit einem Schlag beenden könnte. Die angesehene und regierungsnahe Zeitschrift Foreign Affairs schlägt vor,  die von den Notenbanken ausgegebenen Milliarden direkt an die Bevölkerung zu verteilen. Bisher sei, so wird argumentiert, das Geld bei den Banken hängengeblieben. Mit der radikalen Maßnahme sollen Direkt-Transfers die Wirtschaft ankurbeln und die Arbeitslosigkeit beseitigen. Tatsächlich wird die Folge eine Hyperinflation sein, mit der die globale Schuldenkrise beendet wird.

Der frühere US-Notenbank-Chef Ben Bernanke wurde vor Jahren als „Helikopter-Ben“ bezeichnet. Diesen Namen bekam Bernanke wegen der beinahe als hemmungslos zu bezeichnenden Politik des ständigen Gelddruckens, was gleichbedeutend damit sei, die Dollars mittels eines Hubschraubers abwerfen zu lassen.

Damals verteidigte Bernanke sein Vorgehen mit den Theorien von Milton Friedman. Friedman stellte seinerzeit die berühmte Frage, was die Auswirkungen wären, wenn die Regierung einen Helikopter auf die Reise schickte, aus dem es 1000-Dollarscheine über das Land regnen lassen würde. Friedmans geldtheoretische Annahmen beinhalten jedoch die These, dass es eine feste, langfristige Beziehung zwischen Geldmenge und Inflation (bzw. Deflation) gäbe. Inflation sei daher ein rein monetäres Ereignis, dem die Zentralbank nur durch die strikte Kontrolle der Geldmenge begegnen könne.

Vor etwa einem Jahr wurde deutlich, dass die Versuche der amerikanischen Notenbank Fed zur Ankurbelung der Wirtschaft fehlgeschlagen sind. Stattdessen profitierten von der künstlich ausgeweiteten Geldmenge lediglich die Vermögenswerte.

In den USA wie auch in Europa sind die Folgen des unaufhörlichen Gelddruckens an den Börsen ablesbar. Das Geld fließt in die Aktien- und Immobilienmärkte und treibt die Börsenkurse und Preise für Immobilien nach oben. Es bilden sich Finanzblasen, die zur neuen Gefahr in einer Welt werden, die die klassische Inflation wie noch in den 70er Jahren nicht mehr kennt.

Vor einiger Zeit setzte die Wallstreet sogar noch eines drauf, indem sie forderte: „Gehen Sie an die Arbeit, Herr Vorsitzender!“ Was gleichbedeutend ist mit dem Appell, noch mehr Geld zu drucken.

Doch die Intention, die Inflation zu befördern, mag sich durch die Vermehrung der Geldmenge nicht einstellen.

In der Eurozone stellt sich das folgendermaßen dar: Die EZB hat zwar durch ihre LTRO-Programme den Banken bisher bis zu einer Billion Euro zur Verfügung gestellt, dennoch reichten die Banken weniger Kredite an Unternehmen aus bzw. die Unternehmen – vor allem in rezessionsgeplagten Ländern in der Peripherie – fragten weniger Kredite nach. Daher hat sich zwar die Menge des Zentralbankgeldes deutlich erhöht, die entscheidende Geldmenge M3, welche die tatsächlich umlaufende Geldmenge bestimmt, wuchs nur schwach.

In einem kürzlich erschienen Artikel des Foreign Affairs, einem führenden, kritischen Magazin für Ökonomie und globale Zusammenhänge, heißt es, wie Zerohedge berichtete:

„In gewisser Weise spiegelt die niedrige Inflation die Wettbewerbsintensität in einer zunehmend globalisierten Weltwirtschaft, da immer neue Billigprodukte etwa aus Asien das Preisniveau überall auf der Welt beständig sinken lassen und Druck nach unten beispielsweise auch auf die Löhne ausüben.

Aber niedrige Inflation tritt auch auf, wenn Bürger und Unternehmen zu zögerlich sind, Geld ausgeben respektive zu investieren und auch, wenn die Arbeitslosigkeit hoch ist und der Anstieg der Lohnentwicklung niedrig bleibt.

Im gesamten Euroraum ist die Inflationsrate vor kurzem gefährlich nahe Null gesunken. Und in einigen Ländern wie Portugal und Spanien zeichnet sich bereits eine Deflation ab. Das bedeutete im besten Fall, die Währungspolitik funktioniert nicht. Im schlimmsten Fall führt sie zu weiterer Instabilität und andauernder, wirtschaftlicher Stagnation“.

Weiter heißt es:

„Stattdessen sollten die Regierungen mehr tun. Anstatt zu versuchen, private Ausgaben durch Wertpapier-Käufe oder Zinsänderungen durch die Notenbanken zu forcieren, sollten sie das Geld den Verbraucher direkt zur Verfügung stellen. Die Regierung könnte Bargeld gleichmäßig an alle Haushalte verteilen oder, noch besser, bevorzugt auf die unteren 80 Prozent der Haushalte der unteren Einkommen. Gezielt ausgerichtet böte dies für Geringverdiener zwei Vorteile: Sie könnten mehr konsumieren und somit gäbe es eine Steigerung der Ausgaben, was die Wirtschaft ankurbelte. Zum anderen würde die Politik die wachsende Einkommensungleichheit verringern“.

Das dritte und wichtigste Ergebnis, wäre, da die gescheiterten Versuche der Zentralbanken-Experimente nicht die erwünschten Ergebnissen zeigte, die „Hyperinflation“, (diese sei nicht einfach die „galoppierende Inflation“ wie sie oft fälschlicherweise bezeichnet wird, sondern geradezu das „Ausweiden“ des herrschenden Geldsystems) die bis jetzt vermieden wurde, jedoch unvermeidlich sei in einer Welt, in der die völlige Zerstörung der Fiat-Reservewährung nur noch die einzige Möglichkeit bietet, sich aufzublasen und dem Schuldenüberhang durch Inflation zu begegnen.

Heute stimmen die meisten Ökonomen darüber ein, dass, wie in Japan in den späten 1990er Jahren, die Weltwirtschaft von unzureichenden Investitionen bestimmt wird. Die Zentralbanken, darunter die Fed, beschlossen daher aggressive Aktionen, so dass die Leitzinsen in der Nähe von „Null“ rangieren. Desgleichen wurden Milliarden von Dollar und Euro in den Markt gepumpt, wovon die Aktienmärkte profitierten und damit einhergehend die Verzerrung der Preise für Vermögenswerte, das Wirtschaftswachstum jedoch stagnierte und die Ungleichheit der Einkommen immer gravierender wird.

Daher sei es an der Zeit für US-Politiker und ebenso für ihre Kollegen in anderen entwickelten Ländern, eine Version von Friedmanns bzw. Bernankes Helikopter-Modell auf andere Art und Weise zu prüfen.

Die Hoffnung der Befürworter der Geldsegens für die Bürger beruhen darauf. dass durch direkte Transferzahlungen an die Bevölkerung kurzfristig die Wirtschaft beschleunigt wachsen würde. Auf lange Sicht könnten sie Abhängigkeit des Bankensystems für das Wirtschaftswachstum verringern, und es wäre eine Trendumkehr des Anstiegs der Einkommensungleichheit. Solche Transfers würden nicht dazu führen, dass sich dadurch schädliche Inflation auswirke, und es gäbe wenig Zweifel, dass es funktionieren würde.

Die einzige wirkliche Frage sei, warum es bis heute keine Regierung versucht hat.

Der Fakt bleibt bestehen, dass es auf lange Sicht zu einer Inflation kommen wird. Denn trotz der offiziellen Zahlen zur Inflation verdeutlicht eine Grafik des Statistischen Bundesamts eine dramatische Entwicklung, wenn man den Verbraucherpreis-Index betrachtet:

Verbraucherpreisindex, Originalwerte, 2010=100. (Grafik: destatis.de)

Verbraucherpreisindex, Originalwerte, 2010=100. (Grafik: destatis.de)

Kommt die Geldschwemme der EZB erst einmal im Wirtschaftskreislauf an, so argumentieren Ökonomen wie Jürgen Stark und Joachim Starbatty, so ist es wie bei einer Kechtup-Flasche: „Wenn man die umdreht und draufklopft, kommt erst lange gar nichts. Aber mit einem Mal macht es dann Schwups. Und anschließend kriegt man das Zeug ausgesprochen schlecht zurück in die Flasche“.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


Seehofer: Die Lage ist „ernst und bedrohlich“
Seehofer: Die Lage ist „ernst und bedrohlich“
Der bayrische Ministerpräsident hält die Sicherheitslage nach den Anschlägen in Bayern für ernst un bedrohlich. Er rief die Bürger zur Wachsamkeit auf. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte dagegen, dass von den Flüchtlingen keine besonders hohe Gefahr ausgehe.
abo-pic
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer. (Foto: dpa)

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer. (Foto: dpa)

Nach dem zweiten Anschlag in Deutschland binnen einer Woche hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die Sicherheitslage als «ernst und bedrohlich» beschrieben. Seehofer riet den Bundesbürgern im Münchner Merkur zu Wachsamkeit. Es helfe nicht, an der Realität vorbeizudiskutieren. «Bei uns leben viele Flüchtlinge, die ein schweres Schicksal haben und denen wir helfen sollten. Aber unter ihnen gibt es leider Menschen mit einem erschreckenden Gewaltpotenzial.»

Am Montag vergangener Woche hatte ein junger Flüchtling unter anderem in einer Regionalbahn in Würzburg Menschen mit einer Axt angegriffen. Sonntagabend zündete dann ein syrischer Flüchtling bei einem Musikfestival im mittelfränkischen Ansbach einen Sprengsatz und tötete sich damit selbst. 15 Menschen wurden verletzt.

Als Reaktion auf die beiden Attacken und auf den Amoklauf von München kündigte Seehofer einen massiven Personalaufbau bei der bayerischen Polizei an. «Die Aufstockung wird signifikant sein», sagte er der Zeitung weiter. Die Bevölkerung habe einen Anspruch darauf, dass «alles Menschenmögliche für ihre Sicherheit getan wird».

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat nach den Gewalttaten von Würzburg und Ansbach erneut vor einer Vorverurteilung muslimischer Flüchtlinge gewarnt. «Wir wissen, dass Flüchtlinge weder Heilige noch Sünder sind», sagte der Minister am Montagabend im ZDF. Man könne aber nicht sagen, dass von ihnen eine besondere hohe Gefahr ausgehe. Er empfehle den Bürgern deshalb, Flüchtlingen freundlich, aufgeschlossen, nicht misstrauend, aber auch nicht naiv gegenüberzutreten. Es gebe zwar Verunsicherung bei den Deutschen. Aber: «Ich kann nicht erkennen, dass unsere deutsche Bevölkerung voller Angst ist», sagte der CDU-Politiker.

Türkei warnt Putin vor Putsch-Versuch in seiner Nachbarschaft
Türkei warnt Putin vor Putsch-Versuch in seiner Nachbarschaft
Die türkische Regierung hat Russland gewarnt, dass die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen als nächstes in Kirgisien einen Putschversuch gegen die dortige Regierung unternehmen könnte. Kirgisien ist für Russland strategisch wichtig. Die aktuelle Regierung kooperiert mit der Regierung in Russland.
abo-pic
Der türkische Staatschef Erdogan und sein Amtskollege Putin. Nun verbinden sie auch noch die Attentäter von Istanbul. (Foto: dpa)

Der türkische Staatschef Erdogan und sein Amtskollege Putin. (Foto: dpa)

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat am Montagabend gesagt, dass die Organisation des Predigers Fethullah Gülen als nächstes in Kirgisien einen Putschversuch unternehmen könnte, berichtet Haberler. Der kirgisische Präsident Almasbek Atambajew ist ein Kreml-naher und gleichzeitig Erdogan-naher Politiker, der bei der Aussöhnung zwischen Putin und Erdogan die Schlüsselrolle gespielt hat.

In Kirgisien gab es im Zuge der „Farbrevolutionen“ einen Umsturzversuch der Regierung. Wie bei allen anderen „Farbrevolutionen“, erhielten die Anhänger der „Tulpen-Revolution“ in Kirgisien Unterstützung aus den USA. Als Geldgeber fungierten US-Stiftungen und der US-Milliardär George Soros. Der Spiegel hatte bereits im Jahr 2005 von einer regelrechten weltweiten „Revolutions-GmbH“ berichtet.

Der pensionierte US-Oberst Robert Helvey und Mitarbeiter der Defense Intelligence Agency (DIA) und weitere ehemalige Geheimdienst-Mitarbeiter agieren als „Trainer“ von Demonstranten und Aktivisten, berichtet George N. Katsiaficas in seinem Buch „Asia’s Unknown Uprisings“.

Stratfor berichtete im Jahr 2010, dass die versuchte Revolution in Kirgisien ganz offen von westlichen Nichtregierungsorganisationen organisiert und unterstützt wurde, um die pro-russischen Eliten abzusetzen. Doch die sind aktuell erneut an der Macht und auch die Ambitionen der USA und der Nato, die Regierung in Bischkek zu stürzen und sie durch pro-westliche Eliten zu, dauern an.

Kirgisien hat Grenzen mit Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan und China. Es gibt einen direkten Weg von Kirgisien in die chinesische Region Sincan (Xinjang), wo die uigurische Minderheit lebt. Dort ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Uiguren und Sicherheitskräften gekommen. Sincan wurde im Jahr 1948 von China besetzt. Es ist neben Tibet eines der größten Unruheregionen.

Von Kirgisien aus, würden sich in ganz Zentralasien humanitäre oder militärische Operationen durchführen lassen. In dem Land befindet sich ein aktiver russischer Luftwaffenstützpunkt und ein offiziell inaktiver US-amerikanischer Luftwaffenstützpunkt, der beim Afghanistan-Einsatz genutzt wurde.

Russland und Syrien erzielen weitere Erfolge gegen Söldner-Truppen
Russland und Syrien erzielen weitere Erfolge gegen Söldner-Truppen
Die syrische Armee hat mit Unterstützung der russischen Luftwaffe wichtige Gebäude in der Stadt Aleppo von den Islamisten befreit. Die internationalen und islamistischen Söldner, die sich als syrische „Opposition“ ausgeben, fordern ein Ende der Luftschläge.
abo-pic
Obama und Putin wollen die Terror-Miliz ISIS ausschalten. Doch nun wird ein Stopp der Luftangriffe gefordert. (Foto: dpa)

Obama und Putin wollen die Terror-Miliz ISIS ausschalten. (Foto: dpa)

Die syrische Armee (SAA) hat am Montag mit Hilfe der russischen Luftwaffe die Kontrolle über zwölf wichtige Gebäude im Al-Layramoun-Viertel der Stadt Aleppo errungen, berichtet Al-Masdar News. Im Einsatz war die 4. Mechanisierte Division der SAA. Die Gebäude standen zuvor unter der Kontrolle von islamistischen Söldner. Der Vorstoß ist deshalb so wichtig, weil die SAA kurz davor steht, das Industrieviertel von Al-Layramoun einzunehmen.

Russland hat Syrien mit mehreren Pionierpanzern des Typs IMR-2M versorgt, die die T-90-Panzer unterstützen sollen, berichtet South Front. Der IMR-2M eignet sich dazu, Hindernisse, wie beispielsweise große Gebäudeteile oder Felsbrocken, auf einem Schlachtfeld zu beseitigen, um das Vordringen der T-90-Panzer zu ermöglichen.

Die syrische „Opposition“, einschließlich der islamistischen Söldner-Truppen, fordern den Stopp der Luftangriffe auf Ziele der Terror-Miliz ISIS, da bei den Luftangriffen zahlreiche Zivilisten ums Leben kommen würden. Derartige Vorfälle trieben den Terroristen neue Anhänger in die Arme, erklärte der Präsident der Syrischen National-Koalition, Anas al-Abdah, in einem am späten Mittwochabend verbreiteten Brief an die Staaten der Anti-IS-Koalition.

Tatsächlich sind in den vergangenen Tagen offenbar zahlreiche Zivilisten bei Luftangriffen der Amerikaner und der Franzosen getötet worden. 

US-Präsident Obama und Russlands Präsident Putin kooperieren in Syrien. Die zahlreichen internationalen und islamistischen Söldner kämpfen dagegen auf eigene Rechnung, weil sie von verschiedenen Staaten, vor allem aus der Golf-Region, finanziert werden.

Trump überholt Hillary Clinton erstmals bei Umfrage
Trump überholt Hillary Clinton erstmals bei Umfrage
Donald Trump hat Hillary Clinton erstmals bei einer Umfrage überholt. Interessant: Die Umfrage wurde von CNN durchgeführt, einem eher dem Lager der Demokraten zuzurechnenden TV-Sender.
abo-pic
Donald Trump. (Foto: dpa)

Donald Trump. (Foto: dpa)

Nach dem Nominierungs-Parteitag der Republikaner hat deren Präsidentschaftskandidat Donald Trump in einer Umfrage einen deutlichen Sprung gemacht. Trump lag in einer Befragung für CNN vom Montag bei 48 Prozent Wählerzustimmung, die demokratische Anwärterin Hillary Clinton bei 45 Prozent. Damit legte Trump sechs Prozentpunkte hinzu.

Clinton soll am Dienstag beim Parteitag der Demokraten zur Präsidentschaftskandidatin gekürt werden. Am Donnerstag wird die frühere Außenministerin ihre erste Rede als offizielle Präsidentschaftskandidatin halten. Kurz vor dem Parteitag hatte sie den Senator Tim Kaine als ihren Vizepräsidenschaftskandidaten benannt.

Deutsche Banken-Aufsicht plant strengen Stresstest für Sparkassen
Deutsche Banken-Aufsicht plant strengen Stresstest für Sparkassen
Sparkassen, Volks- und Raffeisenbanken und kleine unabhängige Banken werden demnächst einem strengeren Stresstest unterzogen als die internationalen Großbanken: Sie müssen ein Niedrigzins-Szenario bestehen - was den großen Banken erspart bleibt, allerdings für alle Banken gleichermaßen problematisch ist.
abo-pic
Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon. (Foto: dpa)

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon. (Foto: dpa)

Nach dem umfassenden Stresstest für Großbanken in Europa müssen sich auch kleinere deutsche Institute auf einen abgespeckten Belastungstest einstellen. Die Bundesbank will zusammen mit der Finanzaufsicht BaFin eine Niedrigzinsumfrage aus dem Jahr 2015 neu auflegen, erklärte die Bundesbank am Montag. „Wir wollen damit die Widerstandskraft der Banken und Sparkassen im Niedrigzinsumfeld überprüfen“, sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret der Deutschen Presse-Agentur. Die Umfrage zielt vor allem auf die rund 1500 Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie kleinere Privatbanken in Deutschland.

Die Ergebnisse des Stresstests für Großbanken will die Regulierungsbehörde EBA am Freitagabend veröffentlichen. Ein Niedrigzins-Szenario ist dabei jedoch nicht enthalten, was bei vielen Bankern und Experten auf Unverständnis stößt. Die Leitzinsen im Euro-Raum liegen auf einem Rekordtief von 0,0 Prozent. Zudem müssen Banken Strafzinsen bezahlen, wenn sie über Nacht bei der Europäischen Zentralbank (EZB) Geld parken. Wegen der anhaltend niedrigen Zinsen fällt es vielen Geldhäusern zunehmend schwer, im angestammten Kreditgeschäft auskömmliche Erträge zu erwirtschaften.

Bei ihrem nächsten Belastungstest wollen Bundesbank und BaFin von den Geschäftszahlen der Institute für 2016 ausgehen. Die Ergebnisse der Umfrage sollen im zweiten Halbjahr 2017 veröffentlicht werden. Im vergangenen Jahr waren die Bankenwächter zu dem Schluss gekommen, dass die allermeisten kleinen und mittelgroßen Banken in Deutschland trotz massiver Gewinneinbußen in den nächsten Jahren die niedrigen Zinsen verkraften können. Bei der Prüfung, deren Ergebnisse im vergangenen September veröffentlicht wurden, waren die Institute bis 2019 im Schnitt von einem Gewinnrückgang um 25 Prozent vor Steuern ausgegangen.

BKA meldet steigende Zahl von Flüchtlingen unter Terrorverdacht
BKA meldet steigende Zahl von Flüchtlingen unter Terrorverdacht
Das BKA meldet einen signifikanten Anstieg von Personen unter Terrorverdacht, die sich unter die Flüchtlinge gemischt haben. Darunter sollen sich auch „islamistisch motivierte Kriegsverbrecher“ befinden.
abo-pic
Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes BKA, kommt am 23.07.2016 zu Beratungen über die Sicherheitslage in das Bundeskanzleramt in Berlin. (Foto: dpa)

Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes BKA, kommt am 23.07.2016 zu Beratungen über die Sicherheitslage in das Bundeskanzleramt in Berlin. (Foto: dpa)

Die AFP meldet:

Die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland, die unter Terrorverdacht stehen und gegen die ermittelt wird, ist laut einem Zeitungsbericht zuletzt angestiegen. Derzeit liegen den Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder 410 Hinweise auf mögliche Extremisten unter den Flüchtlingen vor, wie die Neue Osnabrücker Zeitung unter Berufung auf das Bundeskriminalamt (BKA) vorab aus ihrer Dienstagsausgabe berichtete.

Auch der Selbstmordanschlag von Ansbach hat nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann einen islamistischen Hintergrund. Das gehe aus einem Bekennervideo auf dem Handy des Attentäters hervor, berichtet Reuters.

Mitte Mai hatte es demnach noch 369 Hinweise gegeben. In 60 Fällen leiteten die Behörden demnach Ermittlungsverfahren ein. Auch dies sei eine Zunahme; vor zweieinhalb Monaten seien es noch 40 Verfahren gewesen. „Aktuell liegen uns keine konkreten Hinweise auf Anschlagspläne, auch nicht auf den Bahnverkehr, vor“, hieß es laut „NOZ“ aus dem BKA. Auch die jüngsten Attentate hätten nicht zu einer anderen Einschätzung der Gefährdung geführt.

„Angesichts der anhaltenden Zuwanderungsbewegung nach Deutschland müssen wir davon ausgehen, dass sich unter den Flüchtlingen auch aktive und ehemalige Mitglieder, Unterstützer und Sympathisanten terroristischer Organisationen oder islamistisch motivierte Kriegsverbrecher befinden können“, zitierte die NOZ weiter aus einem BKA-Schreiben. Die Attentate von Paris hätten gezeigt, dass die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Flüchtlingsbewegung nutze, um Attentäter nach Europa zu schleusen.

Auch die Zahl der islamistischen Extremisten, die sich aus Deutschland auf den Weg nach Syrien machten, um dort auf der Seite des IS im Bürgerkrieg zu kämpfen, wuchs laut dem Bericht zuletzt weiter. Nach derzeitigem Stand seien laut BKA etwa 840 Unterstützer nach Syrien gereist – im Mai seien es erst 800 gewesen. Gut ein Drittel ist wieder zurück in Deutschland, etwa 70 waren nach Erkenntnissen der Ermittler in Ausbildungslagern oder nahmen an Kampfhandlungen teil.

Am Sonntagabend hatte sich im bayerischen Ansbach ein 27-jähriger Flüchtling aus Syrien vor dem Gelände eines Musikfestivals selbst in die Luft gesprengt und zwölf Menschen verletzt. Die Ermittler gehen der Frage nach, ob es sich um einen islamistisch motivierten Selbstmordanschlag handelte. Wenige Tage zuvor hatte bei Würzburg ein 17-jähriger Flüchtling aus vermutlich islamistischen Motiven Reisende mit Axt und Messer angegriffen. In einem Regionalzug und später auf der Flucht verletzte er fünf Menschen schwer. Polizisten erschossen den Jugendlichen.

media-fastclick media-fastclick