Thyssen-Mitarbeiter protestieren gegen Sparkurs

Hunderte Beschäftigte von ThyssenKrupp haben gegen Einschnitte in der Stahlsparte protestiert. Zu der Protestkundgebung hatte die IG Metall aufgerufen. Die Gewerkschaft wirft dem Management vor, Anlagen schließen zu wollen.

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In Duisburg haben am Mittwoch Hunderte Beschäftigte von ThyssenKrupp gegen Einschnitte in der Stahlsparte protestiert. „Verträge müssen eingehalten werden“, sagte IG-Metall-Chef Detlef Wetzel am Donnerstag in Duisburg. „Wir erwarten klare Zusagen, keine Ausflüchte“, fügte er hinzu. „Wer daran rüttelt, bekommt etwas auf die Finger“, warnte Wetzel auf einer Kundgebung vor der Hauptverwaltung von ThyssenKrupp Steel Europe das Management. Der Chef der Sparte, Andreas Goss, räumte ein, dass die Kommunikation nicht gut gelaufen sei, stellte aber klar, dass die geschlossenen Vereinbarungen eingehalten werden würden. Es werde bis 2020 keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

Zu der Protestkundgebung hatten die Vertrauensleute der IG Metall aufgerufen. Sie werfen dem Management vor, in Duisburg Anlagenteile schließen zu wollen. Davon seien rund 170 Mitarbeiter betroffen. ThyssenKrupp hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. „Es sind keine Schließungen geplant.“

Die europäische Stahlsparte des Mischkonzerns ist wie die gesamte Branche unter Druck. Den Unternehmen machen der Preisdruck, Überkapazitäten und die Konkurrenz aus Osteuropa und China zu schaffen. ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger will die Stahlsparte unter anderem mit Kostensenkungen auf Kurs bringen. Auch dadurch konnte diese im vergangenen Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende September) ihren operativen Gewinn um 73 Millionen Euro auf 216 Millionen Euro erhöhen. Hiesinger hat angekündigt, bei der Tochter in den kommenden Jahren mehr als 2000 Stellen zu streichen. Die Stahlkocher stimmten einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 31 Stunden zu. Im Gegenzug soll es bis 2020 keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Die europäische Stahlsparte beschäftigt rund 26.000 Mitarbeiter.

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