Politik

SpaceShipTwo: Richard Branson will mit privater Raumfahrt weitermachen

Lesezeit: 2 min
01.11.2014 17:05
Trotz des Absturzes seines Raumflugzeugs will der Milliardär Richard Branson sein Projekt der privaten Raumfahrt fortsetzen. Die Flugaufsichtsbehörde FAA ermittelt über die Gründe des Absturzes, hat jedoch noch keine Spur gefunden.
SpaceShipTwo: Richard Branson will mit privater Raumfahrt weitermachen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Trotz Kritik will der Milliardär Richard Branson auch nach dem Absturz des Raumflugzeugs «SpaceShipTwo» mit seinem Weltraumtourismus-Projekt weitermachen. «Das Weltall ist hart - aber es lohnt sich. Wir werden durchhalten», teilte der 64-jährige Brite am Samstag auf der Twitter-Seite seines Unternehmens Virgin Galactic mit. Er sei schockiert über das Unglück. «SpaceShipTwo» war am Freitag bei einem Testflug im US-Bundesstaat Kalifornien abgestürzt.

TV-Sender zeigten Bilder von Wrackteilen in der Mojave-Wüste. Nach Polizeiangaben kam einer der beiden Piloten ums Leben, der andere konnte sich mit einem Fallschirm retten. Er wurde schwer verletzt. 2007 waren bei einem Test für das Triebwerk der «SpaceShipTwo»-Rakete bereits drei Menschen ums Leben gekommen.

Rettungskräfte fanden Trümmer auf dem trockenen Wüstenboden verstreut, wie Sheriff Donny Youngblood sagte. «Alle unsere Gedanken sind bei den Familien der von diesem tragischen Ereignis Betroffenen», heißt es in dem Virgin-Statement. «Wir tun alles, was uns möglich ist, um sie zu unterstützen.» Das Unternehmen werde voll mit den ermittelnden Behörden kooperieren.

Nach dem Absturz hatte Virgin Galactic mitgeteilt, bei dem Testflug habe es eine «ernsthafte Unregelmäßigkeit» gegeben, jedoch ohne Details zu nennen. «SpaceShipTwo» war von einem Flughafen rund 150 Kilometer nördlich von Los Angeles abgehoben. Es wurde vom Trägerflugzeug «WhiteKnightTwo» in die Höhe gebracht und dann ausgeklinkt.

Nach Medienberichten kam es dann in einer Höhe zwischen 13 und 15 Kilometern zu Problemen. Zunächst herrschte Unklarheit über die genaue Absturzhöhe, das Unternehmen machte vorerst keine Angaben. Die Flugaufsichtsbehörde FAA und die Behörde für Transportsicherheit, NTSB, waren dazu am Samstag nicht zu erreichen. Die FAA teilte mit, nach der Abkoppelung den Kontakt zu dem Raumflugzeug verloren zu haben. Sie ermittelt nun ebenfalls. Das Mutterflugzeug hingegen landete sicher.

Es war der erste Test des Raumgleiters mit Raketenzündung seit Januar. Berichten von Experten zufolge wurde diesmal eine andere Treibstoffmischung genutzt, die zuvor aber ausgiebig getestet worden sein soll. Insgesamt war es der 55. Testflug. Die maximale Flughöhe sollte 110 Kilometer betragen, also knapp über der Grenze zum Weltraum. Diese liegt bei einer Höhe von 100 Kilometern.

Die rund 18 Meter lange Passagierraumfähre flog laut Virgin Galactic mit Geschwindigkeiten von bis zu 4200 Kilometern pro Stunde. Sie sollte bereits vom kommenden Jahr an Weltraumflüge für Privatpersonen anbieten. Die Maschine bot Platz für zwei Piloten und sechs Passagiere, die bei dem Trip die Schwerelosigkeit erleben sollten.

Nach Angaben von Branson hatten bereits 700 Interessierte Tickets für die kurzen Flüge ins All gekauft, darunter angeblich auch Stars wie Tom Hanks, Angelina Jolie und Justin Bieber. Ob das Geld für bereits gekaufte Tickets nun erstattet wird, ist noch offen.

Der Unfall ist der zweite schwere Rückschlag für die private Raumfahrt binnen weniger Tage. Erst am Dienstag war der unbemannte Raumtransporter «Cygnus» Sekunden nach dem Start im Bundesstaat Virginia explodiert. Er sollte rund 2,3 Tonnen Nachschub für die Internationale Raumstation ISS ins All bringen.

Die Tragödie schmerze all diejenigen, die ihr Leben der Erforschung gewidmet hätten, teilte die nicht an der Virginia Galactic-Mission beteiligte US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. «Raumfahrt ist unglaublich schwierig, und wir loben die Leidenschaft aller in der Weltall-Gemeinde, die Risiken eingehen, um die Grenzen menschlicher Errungenschaften voranzutreiben.»

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Ärzte-Zeitung ruft zur Bewertung Lauterbachs auf: Resultat ist Schulnote 6

Die Leser der Ärzte-Zeitung haben eine eindeutige Meinung von Gesundheitsminister Lauterbach.

DWN
Deutschland
Deutschland Windräder: Söder warnt Habeck vor Wortbruch bei Abstandsregeln

Der bayerische Ministerpräsident warnt den Wirtschaftsminister, die vereinbarten Abstandsregeln für Windräder zu kippen.

DWN
Finanzen
Finanzen IWF erhöht Anteil von Dollar und Yuan bei Sonderziehungsrechten

Während Dollar und Yuan an Gewicht zulegen, verlieren die drei anderen im Korb der Sonderziehungsrechte vertretenen Währungen an...

DWN
Finanzen
Finanzen Bärenmarkt voraus: Was Anleger derzeit von professionellen Tradern lernen können

Investoren und Trader betrachten Märkte aus geradezu gegensätzlichen Perspektiven, die beide Erfolg haben können. Doch in einem...

DWN
Deutschland
Deutschland Dax-Konzerne melden Rekordquartal, doch die Aussichten sind mies

Viele deutsche Börsenschwergewichte präsentierten zu Jahresbeginn Bestmarken bei Umsatz und Gewinn. Doch die Aussichten haben sich...

DWN
Deutschland
Deutschland Impfpflicht weiter auf dem Tisch: Drei Bundesländer geben nicht auf

Die Länder Baden-Württemberg, Hessen und Bayern dringen auf einen Neuanlauf im Bundestag für eine Impfpflicht ab 60 Jahren.

DWN
Deutschland
Deutschland Daimler Truck steigert Gewinn mit dickem Auftragsbuch

Auch dank höherer Preise hat Daimler Truck einen deutlichen Umsatzsprung geschafft. Der Auftragseingang stieg auf ein Rekordhoch. Die...

DWN
Finanzen
Finanzen Dax klettert dank Vorgaben über Marke von 14.000 Punkten

Positive Vorgaben der Übersee-Börsen haben den Dax am Dienstagmorgen wieder über die Marke von 14.000 Punkten steigen lassen.