Finanzen

Börse: Dax schließt 0,7 Prozent im Minus

Lesezeit: 1 min
08.12.2014 18:11
China und Japan melden ganz schwache Konjunkturdaten. Die Hoffnung auf die Liquidität der Notenbanken verhindert einen Abverkauf der Aktienmärkte.
Börse: Dax schließt 0,7 Prozent im Minus

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Nach den Kursgewinnen der vorigen Woche haben die Aktienanleger in Europa am Montag auf die Bremse getreten. Der Dax verlor 0,7 Prozent auf 10.014,99 Zähler, der EuroStoxx50 0,8 Prozent. Jetzt machten die Anleger Kasse, sagte ein Händler. Positiv sei aber, dass sich der Leitindex über der 10.000er Marke behauptet habe. Die Umsätze seien allerdings sehr gering. „Viele Anleger scheinen schon in den Weihnachtsferien zu sein.“ IG-Marktanalyst Gregor Kuhn sieht die Börsenampeln bis zum Ende des Jahres aber auf grün. Dafür würden professionelle Anleger sorgen, die sich ihre Bilanz nicht verderben lassen wollten. Dax und EuroStoxx notieren derzeit je etwa fünf Prozent höher als zum Jahreswechsel.

Gedämpft wurde die Stimmung am Monatag aber durch Handelszahlen aus China, die laut Analysten auf eine Konjunkturabkühlung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hindeuteten. Zugleich verschärft sich die Rezession in Japan. Kopfschmerzen bereitete auch die Kreditwürdigkeit Italiens, nachdem die US-Ratingagentur S&P ihre Bewertung gesenkt hat.

An der rekordverwöhnte Wall Street traten die Kurse auf der Stelle: Dow Jones und S&P500 notierten zum Handelsschluss in Europa nahezu unverändert. Börsianer rätselten, wann der starke Anstieg des Dollar sich auf die Unternehmensgewinne auswirken werde. Wegen der anhaltenden Spekulationen auf eine Zinswende der Notenbank in der weltgrößten Volkswirtschaft legt der Dollar derzeit kontinuierlich zu: Zum Yen erreichte er am Morgen mit 121,84 das höchste Niveau seit Juli 2007. Zugleich rutschte der Euro bis auf ein neues 2-1/2-Jahres-Tief von 1,2247 Dollar ab. Bis zum Abend hatten sich Yen und Euro leicht erholt.

Weiter in den Keller ging es mit den Ölpreisen: Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um bis zu 4,1 Prozent auf 66,22 Dollar je Barrel (159 Liter) und notierte damit so niedrig wie zuletzt Anfang Oktober 2009. Die Analysten von Morgan Stanley hatten prognostiziert, dass der Ölpreis im nächsten Jahr bis auf 43 Dollar abstürzen könnte.

Im Dax nutzten Anleger eine Verkaufsempfehlung der Berenberg Bank zu Gewinnmitnahmen bei E.ON, die zwei Prozent verloren. In der Vorwoche hatten die Anleger die geplante Aufspaltung des Unternehmens mit einem Kursfeuerwerk gefeiert. RWE rutschten ebenfalls um 2,3 Prozent ab. Auch K+S verloren nach einer Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs rund zwei Prozent. Die Analysten der US-Investmentbank vermuten, dass der Anstieg der Kali-Preise 2015 an Schwung verliert. Europaweit unter Druck standen die Airline-Aktien, nachdem Bank of America/Merrill Lynch für den nächsten Sommer Gewinnwarnungen prognostiziert hatte.

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