Finanzen

US-Börsen: Neuer Tiefstand an der Wall Street, Hoffnung auf Zinssenkungen erloschen

Die US-Börsen beendeten den Handelstag am Donnerstag im roten Bereich, da sprunghaft gestiegene Ölpreise und restriktive Signale der Zentralbanken die Anleger dazu zwangen, ihre Erwartungen auf Zinssenkungen aufzugeben.
19.03.2026 22:14
Lesezeit: 5 min
US-Börsen: Neuer Tiefstand an der Wall Street, Hoffnung auf Zinssenkungen erloschen
Die US-Börsen spielen eine Schlüsselrolle für die weltweite Kapitalallokation. (Foto: Alexey_Fedoren/iStock) Foto: Alexey_Fedoren/iStock

US-Börsen bleiben besorgt

Die wichtigsten US-Aktienindizes verzeichneten am Donnerstag einen Abwärtstrend. Der S&P 500 gab um 0,27 Prozent nach und der technologielastige Nasdaq Composite fiel um 0,28 Prozent. Der Dow Jones Industrial Average sank um 0,44 Prozent und beendete den Tag bei 46.021 Punkten.

Alle drei Indizes fielen unter ihre 200-Tage-Linie, was darauf hindeutet, dass der langfristige Aufwärtstrend gebrochen ist. Der S&P 500 hat seit Anfang 2026 fast 3 Prozent seines Wertes verloren.#

Zinssenkungen werden erst für 2027 erwartet

Der Hauptgrund für den Pessimismus der Anleger liegt in den Warnungen von US-Notenbankchef Jerome Powell, wonach die wirtschaftlichen Aussichten aufgrund des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran unsicher bleiben.

Obwohl die Leitzinsen am Mittwoch erwartungsgemäß unverändert gelassen wurden, hat der sprunghafte Anstieg der Energiepreise die Inflationsängste auf ein neues Niveau gehoben. Laut Daten von CME FedWatch ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung vor Mitte 2027 auf ein fast verschwindend geringes Maß gesunken. Eine ähnlich vorsichtige Linie verfolgen auch die Europäische Zentralbank und die britische Notenbank (Bank of England), die auf die aus dem Nahostkonflikt resultierende Unsicherheit verweisen.

„Der Markt verdaut noch immer die Botschaften von Powell und anderen Notenbankern, dass es sich hierbei um ein reales Inflationsrisiko handelt“, bemerkte Mike Dickson, Forschungsleiter bei Horizon Investments.

Ölkrieg und KI-Müdigkeit

Die Spannungen im Nahen Osten gipfelten in Angriffen auf Energieanlagen im Iran, in Katar, Saudi-Arabien und Kuwait, was den Preis für Brent-Rohöl am Donnerstag auf über 119 US-Dollar pro Barrel in die Höhe schnellen ließ. Obwohl eine von den USA erteilte Generallizenz für russische Rohöllieferungen die Preise leicht senkte, sorgte eine Mitteilung des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu für zusätzliche Entspannung. Die Brent-Futures fielen sogar um 2 Prozent, als Netanjahu ankündigte, dass Israel den USA helfen werde, die Straße von Hormus offen zu halten, und versicherte, dass der Krieg schneller als gedacht enden werde.

Im Technologiesektor wurde der Rückgang von den Aktien angeführt, die noch während des KI-Booms geglänzt hatten. Die Prognose von Micron Technology konnte die Analysten nicht überzeugen und führte zu einem Kursrückgang der Aktie um 3,78 Prozent, trotz eines vorangegangenen Jahreszuwachses von 50 Prozent. Auch Nvidia (-1,02 Prozent), eines der wertvollsten Unternehmen der Welt, verlor ebenfalls an Boden.

Die Tesla-Aktie geriet unter Druck und fiel um 3,18 Prozent, nachdem die US-Verkehrssicherheitsbehörde (NHTSA) eine Untersuchung ausgeweitet hatte, die nun 3,2 Millionen Tesla-Fahrzeuge betrifft. Das Problem wird im „Full Self-Driving“-System gesehen, das nach Einschätzung der Behörde bei schlechter Sicht Hindernisse möglicherweise nicht erkennt und den Fahrer nicht ausreichend warnt.

Der Arbeitsmarkt bleibt robust

Positiv zu vermerken ist, dass jüngste Daten einen unerwarteten Rückgang der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zeigten. Dies deutet auf einen stabilen Arbeitsmarkt und eine Erholung des Beschäftigungswachstums im März hin, was wiederum der US-Notenbank freie Hand lässt, die Zinsen über einen längeren Zeitraum auf hohem Niveau zu halten.

Auch die Edelmetallpreise gaben nach, was renditelose Anlagen wie Gold und andere Metalle weniger attraktiv machte und Bergbauunternehmen wie Newmont (-6,89 Prozent) und Freeport-McMoRan (-3,30 Prozent) unter Druck setzte.

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