Technologie

Roboter-Schule: Forscher entwickeln Online-Gehirn für lernende Maschinen

Lesezeit: 2 min
17.12.2014 11:00
Ein neuer Online-Dienst übersetzt alle Informationen aus dem Internet in eine Sprache für Roboter. Intelligente Maschinen können dort künftig Informationen abrufen und so immer neue Fähigkeiten erlernen. Die Entwickler bezeichnen die Plattform als Robo-Brain - ein Online-Gehirn für Maschinen.
Roboter-Schule: Forscher entwickeln Online-Gehirn für lernende Maschinen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Forscher entwickeln eine Art Online-Gehirn für Maschinen, das Informationen in einer Maschinen-freundlichen Sprache speichert und von Robotern von überall auf der Welt online abrufbar ist. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern an der Berkeley University, Brown University und der Cornell University und verschiedenen IT-Unternehmen soll eine Art paralleles Internet entstehen, mit dessen Hilfe alle Roboter die Welt um sie verstehen lernen, berichtet Technology Review.

Dazu laden die Wissenschaftler derzeit Unmengen an Daten aus dem Internet für Menschen in das für Maschinen: Milliarden Bilder, Video-Anleitungen und Gebrauchsanweisungen werden in eine Maschinen-freundliche Sprache übersetzt und gespeichert, so dass eine immense Wissens-Plattform für Maschinen entsteht.

Anders als das Internet der Dinge, das die Vernetzung verschiedener Geräte beschreibt, handelt es sich bei Robo-Brain um ein Internet für Dinge, also eine Art Datenbank, in der intelligente Maschinen wie Menschen nach Informationen „googeln“ können. Die Forscher bezeichnen die Plattform daher als gemeinsames Online-Gehirn, indem Wissen gespeichert und abgerufen werden kann.

Die Roboter sollen hier künftig jede Art von Funktions-Software finden, aber auch Informationen darüber, wie sie sich ganz neue Fähigkeiten aneignen können oder ihnen unbekannte Situationen meistern oder Probleme lösen.

Die Herausforderung für Forscher liegt dabei darin, dass jede Maschine andere Sensoren, Codes und Funktionen hat, jedoch alle dieselbe Info-Plattform nutzen sollen.

Robotik-Forscher bringen ihnen bisher jede neue Fähigkeit einzeln bei: Wie sie Schlüssel finden, ein Getränk einschenken, Geschirr abräumen, oder wann man zwei Menschen im Gespräch nicht unterbricht. Dies alles soll mit Robo-Brain in einem Paket kommen.

„Unser Laptops und Smartphones haben Zugang zu allen Informationen die wir benötigen. Wenn ein Roboter eine Situation vorfindet die er noch nicht kennt, kann er bei Robo-Brain nachfragen“, so Mitentwickler Saxena von der Stanford-Universität gegenüber phys.org.

Demnach verarbeitet Robo-Brain Bilder von Objekten mit dazugehörigen Videos und Text-Dokumenten. So lernt eine Maschine nicht nur, Objekte zu erkennen, sondern auch, was sie damit machen kann bzw. wie Menschen das Objekt nutzen. Wenn ein Roboter also eine Kaffetasse sieht, so kann Robo-Brain ihm beibringen, dass man Flüssigkeiten hineinschütten kann, dass es am Griff gehalten werden muss, dass es voll aufrecht erhalten werden muss und so weiter.

Die Methode die dahinter steht heißt „structured deep learning“, da das Wissen in vielen verschiedenen Abstraktions-Ebenen gespeichert wird. Dazu muss nicht mehr jedes Mal ein neues Programm geschrieben werden – dank neuer Software reicht es schon, gelegentlich mit dem Roboter zu sprechen. Denn auch "Sinneswahrnehmungen" wie Sehen, Hören oder Fühlen können intelligente Maschinen dank Sensoren inzwischen übernehmen.

Ähnlich wie bei Wikipedia kann jeder mithelfen, dem Robo-Brain etwas beizubringen. Auf der Webseite können Besucher sehen, was es schon alles weiß und Ergänzungen und Korrekturen machen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsches Leitbarometer mit neuen Rekorden über 14.400 Punkten - Continental erschreckt krachlaut die Anleger

Der Dax erreicht immer neue Rekordstände. Eine Aktie aus der Automobilbranche macht gerade besonders auf sich aufmerksam.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Deutschland ist einer der Haupt-Profiteure der Globalisierung

Ein Ende der Globalisierung und eine mögliche Aufteilung der Welt in chinesisch und amerikanisch dominierte Blöcke würde den Wohlstand...

DWN
Politik
Politik China führt digitalen Impfpass ein – Deutschland und EU werden folgen

China führt ein digitalen Impfpass ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel geht davon aus, dass der digitale EU-Impfpass auch bald entwickelt...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die neue Völkerwanderung: Amerikaner verlassen in Scharen die Großstädte, um aufs Land zu ziehen

In den USA findet seit einiger Zeit eine starke Binnenwanderung statt. Viele Bürger verlassen die Städte, um in ländlichere Regionen zu...

DWN
Politik
Politik Putin und Assad machen türkisch-kontrollierten Schwarzmarkt in Nordsyrien dem Erdboden gleich

Russland und Syrien haben am Freitag einen Markt und eine Raffinerie in Brand geschossen, an denen geraubtes syrisches Erdöl gehandelt und...

DWN
Deutschland
Deutschland Bürgermeister in Bayern trotz Impfung infiziert – er bekam AstraZeneca

In Bayern wurde ein Bürgermeister mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpft. Trotzdem infizierte er sich mit dem Corona-Virus.

DWN
Finanzen
Finanzen Die lange Zutatenliste für den Inflations-Cocktail 2021

Mehrere Faktoren stehen bereit, um die Geldentwertung im laufenden Jahr anzufachen.

DWN
Unternehmen
Unternehmen EZB-Chefin Lagarde mit wichtigen Versprechen an den deutschen Mittelstand

Angesichts der Corona-Krise hat EZB-Chefin Christine Lagarde dem deutschen Mittelstand versprochen, dass die Währungshüter den...