Finanzen

Österreich: Opposition fordert Insolvenz für Hypo-Bad-Bank

Lesezeit: 1 min
23.02.2015 16:20
Die Opposition in Österreich fordert ein Konkursverfahren gegen die Hypo-Abbaugesellschaft Heta. Andernfalls kämen auf die Steuerzahler mehr als zehn Milliarden Euro an Abbaukosten zu. Doch die Regierung in Wien hatte sich bisher aufgrund der milliardenschweren Haftungen des Bundeslandes Kärnten gegen einen Konkurs entschieden.
Österreich: Opposition fordert Insolvenz für Hypo-Bad-Bank

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Ein führender österreichischer Oppositionspolitiker hat eine Insolvenz für die Bad Bank der Hypo Alpe Adria gefordert. Ein geordnetes Konkursverfahren würde den österreichischen Steuerzahlern mehr als zehn Milliarden Euro an Abbaukosten für die ehemalige BayernLB -Tochter ersparen, sagte der Vize-Chef der österreichischen Grünen, Werner Kogler, am Montag im ORF-Radio. Österreich hatte die Hypo 2009 notverstaatlicht, nachdem sich das Institut mit einer massiven Expansion am Balkan verhoben hatte. Seither gibt es immer wieder Spekulationen über eine Insolvenz. Die Regierung hatte sich jedoch dagegen entschieden - unter anderem wegen der immer noch bestehenden milliardenschweren Haftungen des Bundeslandes Kärnten.

Im Herbst vergangenen Jahres hatte Österreich die nicht verwertbaren Teile der Bank in ein Abbauvehikel unter dem Namen "Heta" geparkt. Die zuletzt 18 Milliarden Euro schwere Bilanz dieser Bad Bank wird gerade von Wirtschaftsprüfern durchkämmt. Medienberichten zufolge könnten sie dabei einen Abschreibungsbedarf von mehreren Milliarden Euro feststellen. Ein Ergebnis der Überprüfung sei für Ende April zu erwarten, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Bis dahin wolle sich das Ministerium mit Kommentaren über die Zukunft der Abbaubank zurückhalten.

Eine Pleite dürfte neben der Ex-Mutter BayernLB vor allem Anleihegläubiger treffen - darunter Hedgefonds, Versicherungen und Pensionfonds. Nach Thomson-Reuters-Daten hat die Hypo-Bad-Bank Heta insgesamt 69 Schuldentitel ausstehend, deren Volumen sich auf 8,3 Milliarden Euro beläuft. Ein 470 Millionen Euro schweres Papier muss die Bad Bank am 6. März zurückzahlen, eine weitere 500 Millionen Euro schwere Anleihe am 20. März. All diese Investoren will Grünen-Vizechef Kogler zur Kasse bitten. Weitere Erkenntnisse über die Hintergründe der Notverstaatlichung erhofft er sich durch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der am Mittwoch offiziell an den Start gehen soll.

Österreich hatte Hypo-Investoren vergangenes Jahr bereits einmal vor den Kopf gestoßen: Bestimmte Anleihegläubiger sollen ihr Geld nicht mehr zurückbekommen - obwohl ihre Papiere vom Bundesland Kärnten garantiert waren. Die betroffenen Investoren - darunter die Deutsche-Bank -Fondstochter - hatten dagegen geklagt. Eine Entscheidung wird bis Herbst erwartet.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Finanzen
Finanzen Zinswende: Mit Vorsatz in den nächsten Crash

Die Fed befindet sich in einem Teufelskreis: Lässt sie die Zinsen unangetastet, steigt die Inflation. Erhöht sie die Zinsen, brechen die...

DWN
Technologie
Technologie Wenn Russland den Hahn zudreht: "Dann gnade uns Gott"

Kernenergie, sagt der Diplomingenieur für Kernenergetik, Manfred Haferburg, ist sicher. Die deutsche Energiewende hingegen sieht er...

DWN
Deutschland
Deutschland Andrij Melnyk: Der Mann mit dem Zeigefinger

Der ukrainische Botschafter mag noch so sehr im Recht sein - er läuft Gefahr, potentielle Unterstützer zu verprellen.

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Warum die Sanktionen des Westens an Russland abprallen

Analysten sind überrascht, dass die Sanktionen des Westens der russischen Wirtschaft kaum Schaden zufügen. Russland war offenbar gut auf...

DWN
Politik
Politik Nach Niederlage in Mariupol: Ukraine fürchtet russische Offensive im Donbass

Nachdem die russischen Truppen die Hafenstadt Mariupol erobert haben, befürchtet die Ukraine nun eine Offensive im nahegelegenen Donbass.

DWN
Politik
Politik Machtwechsel in Australien: Premier räumt Wahlniederlage ein

Australiens Konservativen von Ministerpräsident Scott Morrison müssen nach fast neun Jahren abtreten. Doch die Labor-Partei benötigt...

DWN
Deutschland
Deutschland ADAC startet bundesweite Fahrrad-Pannenhilfe

Pannenhilfe und individuelle Mobilität stehen für den ADAC weiterhin an erster Stelle. Nun auch, wenn ein Mitglied mit dem Fahrrad...