Politik

Draghi: Reformen werden zu mehr sozialer Gerechtigkeit beitragen

Lesezeit: 1 min
09.10.2012 16:29
Der Chef der EZB verteidigte in einer Rede vor dem EU-Parlament die europäische Krisenpolitik und die Maßnahmen der EZB. Er gab dabei einen Vorgeschmack darauf, was den Bundestag erwartet, bei dem Darghi ebenfalls bald Werbung für seine Politik machen möchte. Draghi scheint überzeugt: Alles wird besser.
Draghi: Reformen werden zu mehr sozialer Gerechtigkeit beitragen

Mehr zum Thema:  
EU >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
EU  

Aktuell: Live – Merkel in Athen

Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, ist mit den Maßnahmen gegen die Krise in der Eurozone zufrieden. Obwohl weitere Reformen für mehr Integration in Europa – wie etwa die Bankenunion – nötig seien, um die Krise zu überwinden, sieht er Europa auf einem guten Weg: „Die Eurozone macht gute Fortschritte bei der Verwirklichung stabiler und solider Grundlagen. Ich hoffe, dass im Oktober und anschließend im Dezember die Staats-und Regierungschefs ihr Engagement für die Unumkehrbarkeit des Euro durch die Einigung auf eine langfristige Vision für unsere Wirtschafts- und Währungsunion bekräftigen werden“, sagte Draghi bei seiner Rede vor dem Europäischen Parlament.

Bei dieser Gelegenheit begründete Draghi auch die angekündigten Anleihekäufe durch die EZB. Das unterschiedliche Zinsniveau in den einzelnen Ländern müsse ausgeglichen werden, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

Auch andere Maßnahmen würden bereist greifen (Analysten sehen dies ganz anders – mehr hier), auch wenn die Bevölkerung davon noch nichts mitbekommen würde: „Dieser Prozess hatte bisher noch keine voll sichtbaren Auswirkungen auf den Alltag der Bürger in den Ländern, die am stärksten unter der Krise leiden“, sagte Draghi. Er sei sich aber sehr wohl des Elends bewusst, das die aktuelle Situation für viele Menschen bedeute – im besonderen für Arbeitslose und jene, die um ihren Arbeitsplatz fürchten müssten.

Trotzdem – oder in der Logik der EZB gerade deshalb – spricht sich die Zentralbank in einem Bericht vor allem für weitere Lohnsenkungen aus (mehr hier).

Der Anpassungsprozess für nachhaltigere öffentliche Finanzen und für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft wäre nur kurzfristig schmerzhaft: „Doch sind die Reformen notwendigen Korrekturen, welche Länder wieder auf den Weg des nachhaltigen Wachstums bringen werden. Und sie werden auch dazu beitragen, die soziale Gerechtigkeit zu verbessern, durch die Förderung der Einhaltung der Steuervorschriften und die Begrenzung der Spekulationsgewinne von Interessengruppen“, argumentiert Draghi.

Der EZB-Chef zeigte sich zuversichtlich, dass gerade die angeschlagenen Eurostaaten gestärkt aus der Krise hervorgehen werden und dass „dies zum Vorteil aller Bürger in Europa sein wird“, schloss Draghi seine Rede.

Mehr Themen:

Wegen Reform-Unwilligkeit: Griechenland wird Schuldenabbau nicht schaffen

Euro-Finanzminister geben Startschuss für ESM

Schäuble: Spanien braucht kein Rettungspaket

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
EU >

DWN
Finanzen
Finanzen Milliardengrab für den Westen: Die Ukraine ist zahlungsunfähig

Die Ratingagenturen S&P und Fitch haben die Ukraine als teilweise zahlungsunfähig herabgestuft. Den Gläubigern im Westen drohen...

DWN
Finanzen
Finanzen Der Kampf ums Bargeld entscheidet sich in Europa

Die Bargeldabschaffung bekommt immer stärkere Kraft und beschleunigt sich. Gute Nachrichten für das Bargeld sind rar. Von 100 Nachrichten...

DWN
Politik
Politik Nato-Deal: Schweden liefert ersten Mann an die Türkei aus

Im Gegenzug für den Nato-Beitritt von Schweden hatte die Türkei die Auslieferung einer Reihe von Personen gefordert. Nun will Stockholm...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Energie-Krise: Russland erhöht Erdgas-Lieferungen an Ungarn

Ungarn hatte Russland um mehr Gas gebeten, um die Energieversorgung für den kommenden Winter sicherzustellen. Dieser Bitte kommt Gazprom...

DWN
Finanzen
Finanzen Die größten Vermögensverwalter der Welt setzen plötzlich auf Krypto

Die Vermögensverwalter Abrdn, BlackRock und Charles Schwab haben im August massive Geschäfte im Krypto-Sektor gestartet. Sie erwarten...

DWN
Finanzen
Finanzen George Soros: Big-Tech-Investment kam zum richtigen Zeitpunkt

Nachdem die Investmentfirma von George Soros ihre Beteiligungen an großen US-Technologiefirmen deutlich erhöhte, sind deren Aktienkurse...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Lithium: Engpässe und explodierende Preise beim Treiber der „Verkehrswende“

Lithium gilt als strategischer Rohstoff für Batterien und die Elektromobilität. Allerdings ist die Versorgung nicht gesichert, schon...

DWN
Deutschland
Deutschland Energie-Krise: Bäcker ächzen unter steigenden Kosten

Angesichts explodierender Energiekosten warnen die Bäcker in Deutschland vor einem teuren Herbst und fordern Unterstützung von der...