Technologie

EU verschiebt Abschaffung: Roaming-Gebühren bleiben

Lesezeit: 1 min
06.03.2015 10:43
Die nationalen Regierungen wollen weiterhin Roaming-Aufschläge erlauben. Die Nutzer sollen zwar ein Grundkontingent bekommen, allerdings verursacht jede darüber hinaus gehende Nutzung weiterhin Extra-Kosten. 2014 hatte das EU-Parlament versprochen, die Zuschläge bis Ende des Jahres 2015 abzuschaffen.

Mehr zum Thema:  
EU >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
EU  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Nationale Regierungen in der EU schlagen vor, die Roaming-Zuschläge im internationalen Mobilfunk auch nach 2015 weiter beizubehalten. In einem aktuellen Entwurf zu EU-Regulierung für Telekommunikations-Anbieter steht nach Berichten des EU-Observers, die Nutzer sollen zwar eine Roamning-Grundkontigent bekommen, allerdings soll jede darüber hinaus gehende internationale Nutzung von Datenverkehr weiterhin extra kosten.

Damit bricht die EU-Kommission das Versprechen von 2013, die Roaming-Gebühren abzuschaffen. Die Gebühr ist der Aufschlag den Telekom-Anbieter verlangen, wenn Anrufe oder Daten außerhalb des nationalen Netzes der Nutzer übermittelt werden.

Im April 2014 hatte das EU-Parlament in einer Abstimmung entscheiden, die Zuschläge im Sinne des europäischen Zusammenwachsens bis Ende des Jahres 2015 abzuschaffen.

Die nationalen Regierungen argumentieren nun, das eine „Übergangszeitraum“ gewährt werden müsse, damit die Roaming-Anbieter sich den veränderten Marktbedingungen anpassen könnten.

Während dieses Zeitraums sollten diese Roaming-Dienste anbieten, „die nicht höher sind als der übliche Anwendungsumfang im jeweils heimischen Netz, mit der Möglichkeit von Aufschlägen.“

Wie viele Megabit oder Minuten dieser übliche Umfang beträgt spezifizieren die Anbieter nicht. Wohl aber das Datum: Diese Übergangslösung soll ab dem 30. Juni 2016 gelten, also ein halbes Jahr nach der ursprünglich geplanten Abschaffung.

EU-Parlamentarier kritisierten den Text heftig – die Länder seien „stärker daran interessiert, die Interessen ihrer nationalen Internet-Versorger zu vertreten als daran, wirklichen Wettbewerb zu schaffen, der zu niedrigeren Beiträgen für die Bürger und Unternehmer führen könnte.“

Laut einem geleakten Dokument vom Dezember 2014 hatte der Digital-Kommissar Ansip den Parlamentarier in einer internen Sitzung mitgeteilt, dass er die Roaming-Gebühren gerne sofort abschaffen würde, die Telekommunikations-Unternehmen jedoch auf einem Aufschub bis 2017 bestünden.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
EU >

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Finanzen
DWN
Technologie
Technologie „Die Debatte um die Atomkraft wird nahezu faktenfrei geführt“

Fluch oder Segen? Der Analyst für Energie- und Atom-Politik, Mycle Schneider, empfiehlt einen nüchternen Blick auf die Kernenergie. Und...

DWN
Finanzen
Finanzen Die USA brechen die Regeln des internationalen Finanzsystems

Wegen kurzfristiger Vorteile verspielt Amerika seinen guten Ruf.

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Politik
Politik Einflussreicher US-Stratege sagt, der Westen trage Mitschuld am Krieg: Hat er Recht?

Stellt der Ukraine-Krieg nur die logische Folge eines erneut aufkeimenden russischen Imperialismus dar? Nein, so der berühmte US-Stratege...

DWN
Technologie
Technologie Energiewende führt zu Strommangel-Wirtschaft, De-Industrialisierung und Verarmung

So, wie die Energiewende derzeit geplant ist, gefährdet sie den Wirtschaftsstandort Deutschland und unseren Sozialstaat. DWN-Autor Henrik...

DWN
Finanzen
Finanzen Zinswende: Mit Vorsatz in den nächsten Crash

Die Fed befindet sich in einem Teufelskreis: Lässt sie die Zinsen unangetastet, steigt die Inflation. Erhöht sie die Zinsen, brechen die...

DWN
Technologie
Technologie Wenn Russland den Hahn zudreht: "Dann gnade uns Gott"

Kernenergie, sagt der Diplomingenieur für Kernenergetik, Manfred Haferburg, ist sicher. Die deutsche Energiewende hingegen sieht er...