Finanzen

Banken-Krach in Österreich: Staatsanwaltschaft prüft Bilanzfälschungs-Verdacht bei der Hypo

Lesezeit: 1 min
09.03.2015 14:35
Die Wiener Korruptionsstaatsanwaltschaft prüft eine mögliche Bilanzfälschung bei der Skandalbank Hypo Alpe-Adria. Untersucht wird das Jahr der Notverstaatlichung 2009. Der Vorwurf der Bilanzfälschung ist bereits Gegenstand von Gerichtsprozessen zwischen Österreich und Bayern.
Banken-Krach in Österreich: Staatsanwaltschaft prüft Bilanzfälschungs-Verdacht bei der Hypo

Mehr zum Thema:  
Europa >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Europa  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die Bilanz der Hypo Alpe Adria für das Jahr der Notverstaatlichung 2009 wird zum Fall für die Justiz. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien prüfe seit Januar den Vorwurf der Bilanzfälschung und durchkämme im Zuge dessen den Jahresabschluss, sagte ein Sprecher der Behörde am Montag. „Wir prüfen, ob Beteiligungen und Finanzierungen falsch bewertet wurden“, sagte er. Zudem gehe die Staatsanwaltschaft dem Verdacht nach, dass Kredite und Leasing-Forderungen nicht ausreichend wertberichtigt wurden. Ein Sprecher der Hypo-Nachfolgegesellschaft Heta wollte sich dazu nicht äußern.

Zu Monatsbeginn hatte die Finanzmarktaufsicht (FMA) bei der Hypo-Nachfolgerin Heta das Ruder übernommen und wegen der Finanzlücke von bis zu 7,6 Milliarden Euro die Rückzahlung der Hypo-Schulden vorübergehend gestoppt. Dabei unterstützt die Europäischen Bankenaufsicht EBA offenbar die Rechtsauffassung der Republik Österreich, wonach die staatlichen Garantien für Gläubiger bei der Skandalbank wertlos sind. Die FMA hatte zuvor erklärt, sie habe keine Hinweise darauf, dass Bilanzfälschung zu dem überraschenden Milliardenloch geführt habe.

Das Schuldenmoratorium trifft etwa auch die staatliche NRW.Bank, die möglicherweise Bonds im Wert von 276 Millionen Euro abschreiben muss. Der österreichische Versicherungskonzern überlegt bereits rechtliche Schritte gegen den Zahlungsstopp der Heta.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind auch deshalb brisant, weil der Vorwurf der Bilanzfälschung auch Gegenstand von Gerichtsprozessen zwischen Hypo und ihrer ehemaligen Mutter BayernLB oder deren Eigentümern Österreich und Bayern ist. Die BayernLB hatte die Hypo im Dezember 2009 an Österreich zurückgegeben (ein sehenswertes Video, das den Hypo-Skandal in fünf Minuten erklärt, am Anfang des Artikels).

Österreich wirft der BayernLB vor, dabei das katastrophale Ausmaß der Lage der Hypo verschleiert zu haben. Die Republik fordert vor dem Handelsgericht Wien von der BayernLB daher 3,5 Milliarden Euro ein - aus Sicht der Alpenrepublik jene Summe, die die Bayern bei der Abgabe der Hypo bezahlen hätten müssen. (Handelsgericht Wien, Az: 47cg112/14v).

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Europa >

DWN
Politik
Politik Lieferkettengesetz scheitert vorerst im EU-Rat - Wirtschaft erleichtert
29.02.2024

Das EU-Lieferkettengesetz scheitert vorerst erneut im EU-Rat. Der deutsche Mittelstand kann sich darüber freuen. Zuletzt hatte es an dem...

DWN
Politik
Politik Nimmt Putin auch noch Moldau ins Visier? Separatisten in Transnistrien bitten Russland um Schutz
28.02.2024

Lange schon befürchtet EU-Beitrittskandidat Moldau eine russische Aggression im Separatistengebiet Transnistrien, das an die Ukraine...

DWN
Politik
Politik Expertengutachten: Bürokratie und KI-Angst hindern Deutschland bei Forschung & Entwicklung
28.02.2024

Wie ist es um den Standort Deutschland in Sachen Wissenschaft und Technologie bestellt? Jährlich gibt es dazu ein Gutachten, das diesmal...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktien-Trading: So funktionieren Long- und Short-Wetten
28.02.2024

Beim Aktienhandel können Anlegern einzigartige sowohl von steigenden als auch fallenden Kursbewegungen profitieren. Der folgende Artikel...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mittelstands-Krise: Innovationskraft lässt zu wünschen übrig
28.02.2024

Die Innovations-Anstrengungen der KMUs stagnieren seit geraumer Zeit und bremsen damit mittelfristig die Wirtschaft. Vor allem der...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Energiepreisentwicklung in Deutschland: So viel muss ein Durchschnittshaushalt mehr bezahlen als vor drei Jahren
28.02.2024

Strom, Heizen, Tanken - die Preise liegen nach einer Expertenanalyse deutlich höher als vor drei Jahren. Für Verbraucher wie Unternehmen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Signa-Pleite: Sind 680 Millionen Euro Steuergelder für Galeria Karstadt Kaufhof futsch?
28.02.2024

Die Folgen der Pleite von Signa und des Immobilienimperiums rund um den österreichischen Investor Réne Benko zieht weitere Kreise....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Verbraucher im Winterschlaf: Umsatz der Möbelhersteller bricht ein
28.02.2024

Bei der Anschaffung von Möbeln waren die Verbraucher 2023 sehr knauserig. Das Geschäft mit Wohnmöbeln lief deutlich schlechter als im...