Finanzen

Europol: Netzwerk für Geldwäsche zerschlagen

Zwei Handys werden in einer schwedischen Kleinstadt beschlagnahmt. Und dann machen lokale Ermittler eine Entdeckung. Mit globalen Folgen.
06.03.2026 14:04
Lesezeit: 1 min
Europol: Netzwerk für Geldwäsche zerschlagen
Ein Netzwerk von Unternehmen sei aufgedeckt worden, die von kriminellen Banden für Geldwäsche ihrer Profite aus dem Drogenhandel genutzt worden waren. (Foto: dpa) Foto: Jasper Jacobs

Europol: Netzwerk für Geldwäsche zerschlagen

Internationale Ermittler haben ein globales kriminelles Netzwerk für Geldwäsche und Drogenhandel zerschlagen. 15 Verdächtige wurden in vier Ländern festgenommen, teilte Europol in Den Haag mit. Ein Netzwerk von Unternehmen sei aufgedeckt worden, die von kriminellen Banden für Geldwäsche ihrer Profite aus dem Drogenhandel genutzt worden waren. Das Netzwerk streckte sich Europol zufolge von Europa über Asien und Australien aus.

Dieser Fall zeige, wie das organisierte Verbrechen heute funktioniere, sagte Andy Kaag, Leiter der Europol-Abteilung für organisiertes Verbrechen. «Es fängt mit etwas Kleinem an. Aber es ist global.»

Alles fing mit zwei Handys an

Alles begann 2024 mit der Beschlagnahme von zwei Mobiltelefonen in einer Kleinstadt im Westen von Schweden, wie der Vize-Chef der schwedischen Polizei, Matts Berggren, mitteilte. Er nannte mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen den Namen der Stadt nicht. «Lokale Polizeibeamte fanden in den Telefonen die gespeicherten Daten eines ausgeklügelten globalen Verbrechernetzwerkes.»

In den folgenden zwei Jahren arbeiteten Ermittler in Schweden, Spanien, Deutschland und Australien zusammen. In dieser Woche griffen sie dann in einer von Europol koordinierten Aktion zu. Unterstützt wurde der Einsatz auch von der europäischen Justizbehörde Eurojust. Auch Behörden in Thailand waren beteiligt. Dutzende Gebäude waren durchsucht und unter anderem Computer und Telefone beschlagnahmt worden.

Drogenfund in Deutschland

In Thailand organisierten Mitglieder des Netzwerkes den Online-Handel in Drogen vor allem mit skandinavischen Ländern. In Schweden wurden die Drogen dann den Angaben zufolge weiter vertrieben und die Profite durch ein ausgeklügeltes System von Verschiebung über legale Unternehmen gewaschen.

Deutschland hatte 1,2 Tonnen synthetischer Drogen sichergestellt, die nach Australien verschifft werden sollten. Dieser Fund führte zu zwei Festnahmen in Australien. Andere mutmaßliche Schlüsselpersonen waren in Schweden und Spanien festgenommen worden. Nach Angaben von Europol waren die meisten von ihnen zuvor bei der Polizei nicht im Blick.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Panorama
Panorama 100 Euro für nichts? Post warnt vor Nachsende-"Preisfallen"
27.05.2026

Wer umzieht und seine Post nachsenden lässt, kann schnell viel zu viel zahlen. Verbraucherschützer und Deutsche Post warnen vor...

DWN
Politik
Politik Großbritanniens EU-Rückkehr: Realistische Option oder politischer Wunschtraum?
27.05.2026

Erst galt der Brexit als endgültig, nun spricht ein Labour-Schwergewicht offen von Großbritanniens EU-Rückkehr. Hinter der neuen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft China fesselt Deutschlands Industrie immer stärker
26.05.2026

Deutschland wollte sich von China unabhängiger machen – doch bei Akkus, Solarpanels und Antibiotika steigt die Abhängigkeit sogar...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ölreserven unter Druck: Wie lange reichen die globalen Vorräte noch?
26.05.2026

Die Märkte bleiben ruhig, obwohl ein erheblicher Teil der globalen Ölproduktion ausfällt. Der Grund sind die Ölreserven, doch dieser...

DWN
Finanzen
Finanzen Morningstar nennt 5 Favoriten: US-Aktien für geduldige Anleger
26.05.2026

Der US-Marktstratege David Sekera nennt fünf Unternehmen, in die sich aus seiner Sicht langfristig investieren lässt. Einige...

DWN
Finanzen
Finanzen Leitzins: EZB bereitet offenbar Erhöhung vor
26.05.2026

Der Iran-Krieg treibt Energiepreise und Inflation im Euroraum weiter nach oben. Nun signalisiert die EZB höhere Prognosen und bereitet die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Warum Deutschland seine besten Start-ups zu früh verliert
26.05.2026

Technologische Exzellenz allein reicht nicht aus: Entscheidend ist ein frühes Zusammenspiel von Kapital, Marktkenntnis und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kritische Rohstoffe: Europas unterschätzter Machtfaktor
26.05.2026

Lange Zeit galt die Globalisierung als Garant für Wohlstand und Stabilität. In einer vernetzten Welt, so die Theorie, würde der freie...