Politik

Russland und China verschaffen sich Einsicht in Snowden-Dokumente

Lesezeit: 1 min
14.06.2015 01:22
Nervosität in Washington und London: Der russische und der chinesische Geheimdienst sollen sich Zugang zu den Dokumenten verschafft haben, die Edward Snowden von der NSA mitgenommen hat. London soll daraufhin Agenten von ihren Einsätzen abgezogen haben.
Russland und China verschaffen sich Einsicht in Snowden-Dokumente

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Russland und China haben sich offenbar Einsicht in vom Enthüller Edward Snowden entwendete westliche Geheimdienstdokumente verschafft. Mechanismen zum Schutz der Daten seien von den beiden Ländern umgangen worden, berichtete die Sunday Times in der Nacht zum Sonntag. Das Knacken der Daten habe den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 dazu gezwungen, Agenten aus Einsätzen abzuziehen. Die Zeitung berief sich auf Quellen im Sitz des Premierministers, im Innenministerium und in den Sicherheitsbehörden.

Eine Quelle in der Downing Street sagte der BBC, Russland und China seien im Besitz von Informationen, die zum Abzug der Agenten führten. Es gebe keine Hinweise darauf, dass einem von ihnen etwas geschehen sei.

In welchem Ausmaß tatsächlich geheime Informationen in die Hände der Russen und Chinesen gelangt sind, ist unklar: Die USA haben seit einigen Monaten ihre Geostrategie geändert und betrachten Russland und China als neue Erzfeinde. Es ist durchaus denkbar, dass die Nachrichten von westlichen Diensten lanciert wurde, um den Russen oder Chinesen etwas anhängen zu können.

Der Snowden-Vertraute und Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald wies die Darstellung zurück. Der Bericht in der «Sunday Times» sei gespickt mit vielen nachweislich falschen Fakten und ein Beispiel für schlimmsten Journalismus. Wer Behauptungen glaube, die anonym im eigenen Interesse von Regierungen vorgetragen würden, sei dumm, schrieb Greenwald im Kurzmitteilungsdienst Twitter. In einem Beitrag für «The Intercept» schreibt Greenwald, für keine Behauptung der anonymen Quellen gebe es auch nur einen Beleg. Aufrührerische Beschuldigungen würden gegen jeden Whistleblower vorgebracht.

Seit zwei Jahren werden immer neue Informationen über die weltweiten Überwachungsaktivitäten des US-Geheimdienstes NSA und seines britischen Verbündeten GCHQ bekannt. Grund: Der Ex-NSA-Mitarbeiter Snowden hat unzählige Dokumente darüber an sich gebracht und diese an Journalisten übergeben.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Gerd Schröder bleibt Genosse

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder hat nicht gegen die Parteiordnung der SPD verstoßen. Vorerst ist ein Partei-Ausschluss...

DWN
Technologie
Technologie China: Technologischer Durchbruch trotz US-Sanktionen

Einem chinesischen Konzern ist ein technologischer Durchbruch in einem strategisch wichtigen Sektor gelungen – trotz Sanktionen.

DWN
Politik
Politik  China verlängert Manöver: „Warnung an USA und Taiwan“

Mit einer Verlängerung der Manöver rund um Taiwan hat China die Spannungen um die demokratische Inselrepublik weiter angeheizt.

DWN
Finanzen
Finanzen Reichtumsforschung: Wie man reich wird

Reiche sind rücksichtslos und bloß durch ein Erbe an Vermögen gelangt, glauben viele Deutsche. Doch was sagt die Wissenschaft dazu –...

DWN
Politik
Politik Engländer berichten über Putins Fluchtszenario

Englische Medien wollen wissen, dass es bereits einen Fluchtplan für Wladimir Putin im Fall einer Kriegsniederlage gibt.

DWN
Deutschland
Deutschland Weg vom russischen Gas: Niedersachsen baut LNG-Pipeline

Um von der „Umklammerung und Verhaftung Russlands“ loszukommen, baut Niedersachsen im Eiltempo eine Gaspipeline für Flüssiggas....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Familienunternehmen: Von Mittelstand bis Milliardenunternehmen

Die deutschen Familienunternehmen sind wichtige Brückenpfeiler der deutschen Wirtschaft.

DWN
Technologie
Technologie Blackout droht: Deutschland ist nicht auf E-Autos vorbereitet

Der Markt der E-Autos in Deutschland bommt. Doch Deutschland ist für eine E-Auto-Welle überhaupt nicht gewappnet.